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Erster Spatenstich im neuen Quartier

Zooviertel Erster Spatenstich im neuen Quartier

An Mars-la-Tour-Straße und Theodor-Heuss-Platz im Zooviertel von Hannover werden bald die ersten Bäume gefällt, um Platz für ein attraktives Wohngebiet zu schaffen.

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Der Parkplatz an der Mars La Tour Straße im Zooviertel auf dem ein neues Wohnquartier entstehen soll.

Quelle: Martin Steiner

174 Wohnungen will die Hochtief Construction formArt Hannover im Baugebiet „Mosaik Eilenriede“ auf dem Behelfsparkplatz zwischen Mars-la-Tour-Straße und Theodor-Heuss-Platz im Zooviertel errichten. Weil dadurch zahlreiche Parkplätze entfallen, lässt auch die Stadt Hannover Bagger anrollen: Als Ersatz will sie auf dem Großparkplatz für das Hannover Congress Centrum (HCC) an der Schackstraße ein zweiteiliges Parkhaus für 900 Autos bauen. Den beiden Vorhaben stehen aber nicht nur fast 200 Bäume, sondern auch immer noch viele Bürgerbedenken im Weg. „In den nächsten Wochen wird sich auf dem Grundstück an der Mars-la-Tour-Straße einiges tun“, kündigte formArt-Geschäftsleiter Björn Jeschina bei einer Informations- und Diskussionsveranstaltung im HCC an. Zusammen mit Vertretern der Stadtverwaltung wollte er die Anwohner, von denen etwa 50 erschienen waren, auf den neuesten Stand bringen und stellte unter anderem den Zeitplan für die Baustelle vor.

So beginnen noch in diesem Monat die Baumfällarbeiten, Gutachtertätigkeiten und die Einrichtung von Ersatzparkplätzen. „Wir werden sicherstellen, dass während der Bautätigkeiten ebenso viele Parkplätze zur Verfügung stehen wie bisher“, garantierte Jeschina. Die eigentlichen Bauarbeiten sollen im Juli beginnen. Der Baustellenverkehr werde über den Theodor-Heuss-Platz und die Clausewitzstraße abgewickelt; bis 2013 soll die Gesamtmaßnahme abgeschlossen sein. „Die ersten Wohnungsübergaben an die Mieter streben wir für Ende 2012 an“, sagte Jeschina.

Ein Anwohner aus dem Zooviertel kritisierte bei der Informationsveranstaltung den raschen Baubeginn und die rund 120 Gehölzfällungen für das Baugebiet während der offiziellen Brutzeit, die noch bis zum 15. Juli dauert: „Ich finde es ungeheuerlich, dass man mitten im Sommer einen solchen Kahlschlag praktiziert. Wenn es um Prestigebauten geht, ist es mit dem Naturschutz offensichtlich vorbei“, sagte der Anwohner.

Jeschina sicherte jedoch zu, dass die Baumfällungen unter dem wachsamen Auge eines Vogelkundlers stattfinden werden. Dieser soll darauf achten, dass keine brütenden Vögel ihres Nistplatzes beraubt werden. „Sie sind alle eingeladen mit dem Ornithologen durch die Baumreihen zu gehen und das nachzuprüfen“, lud Jeschina ein. Auch Heinrich Borgolte vom städtischen Gebäudemanagement betonte: „Die ökologischen Aspekte haben wir immer im Auge behalten.“

Die Stadt will für den Bau des neuen Parkhauses mit ihren etwa 25 Gehölzfällungen bis zum Ende der Brutzeit warten. Außerdem habe die Stadt bei der Planung der Anlage darauf geachtet, dass wertvolle Baumgruppe erhalten bleiben. Diese Gruppen würden dann mit 50 Ersatzpflanzungen angereichert, so Borgolte.

Das Parkhaus soll in zwei Abschnitten von September 2011 bis Februar 2012 und von März bis Juli/August 2012 gebaut werden. Die Baustellenerschließung soll über die Kleefelder Straße, in Ausnahmefällen aber auch über die Schackstraße ablaufen. Das Parken auf dem HCC-Großparkplatz sei während der Bauarbeiten möglich, so der Gebäudemanager. Das freute den anwesenden Bezirksbürgermeister des Stadtbezirks Mitte, Michael Sandow. „Es ist gut, dass die Impulse aus dem Bezirksrat bei den Planungen umgesetzt wurden.“

Ein weiterer Anwohner beklagte jedoch, dass bereits jetzt schon nicht genügend Parkplätze zur Verfügung stünden: „An Wochenenden und bei schönem Wetter sind die Zeppelinstraße- und die Lüerstraße zugeparkt. Ich komme manchmal nicht in meine Garage.“ Er glaube nicht, dass das kostenpflichtige Parkhaus genutzt werde. Kay de Cassan, Leiterin des städtischen Fachbereichs Wirtschaft, sieht die Stadt nicht in der Pflicht: „Man kann nicht erwarten, dass die Stadt für jeden Zoobesucher einen kostenlosen Parkplatz bereit hält“, sagte de Cassan. Es gebe aber Gespräche zwischen Stadt- und Zooverwaltung, um die Parksituation zu verbessern.

Auch die Befürchtungen eines Bewohners der Mars-la-Tour-Straße konnte die Fachbereichsleiterin nicht zerstreuen. „Der Behelfsparkplatz ist ein kleines Pampersschlachtfeld. Wenn er wegfällt, wird die Müllentsorgung demnächst in den Anwohnerstraßen stattfinden“, prophezeite er. Außerdem forderte er eine Beschilderung, die sicherstellt, dass die Mars-la-Tour-Straße nicht zur Zuwanderstraße für den Zoo wird. Diese Anregung nehme sie auf, sagte de Cassan, die unerlaubte Müllentsorgung könne die Stadt jedoch nicht verhindern. Jeschina vermutet aber, dass sich das Müllproblem nicht in die Anwohnerstraßen, sondern in das Parkhaus verlagern wird.

In regelmäßigen Abständen soll es nun weitere Informationsveranstaltungen zum „Mosaik Eilenriede“ geben. „Die transparente Information ist uns wichtig, und wir wollen auch sehen, wie sich die Stimmung entwickelt“, sagte Jeschina.

Für Fragen zum Projekt steht Hochtief-Projektentwickler Jörg Jungesblut unter der Rufnummer 8 99 60 56 50 und der E-Mail-Adresse mosaikeilenriede@hochtief.de zur Verfügung. Hauseigentümer rund um das Baugebiet, die sich um Bauschäden durch den Neubau sorgen, können mit Jungesblut ein kostenloses Beweissicherungsverfahren für Gebäudeschäden mit einem Gutachter vereinbaren.

Christian Link

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