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Fleischerei leidet in Hannover unter Baustelle

Bothfeld Fleischerei leidet in Hannover unter Baustelle

„Ich habe die Schnauze voll“, sagt Metzgermeister Helmut Lübon. Seine Fleischerei in der Sutelstraße in Bothfeld ist seit Wochen kaum noch mit dem Auto zu erreichen, weil die Straße wegen Bauarbeiten aufgerissen wurde.

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„Ich habe die Schnauze voll“, sagt Metzgermeister Helmut Lübon.

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Hannover. „Ich habe die Schnauze voll“, sagt Metzgermeister Helmut Lübon. Seine Fleischerei in der Sutelstraße in Bothfeld ist seit Wochen kaum noch mit dem Auto zu erreichen, weil die Straße wegen Bauarbeiten aufgerissen wurde. „Das dauert viel zu lange“, sagt Lübon. Am Sonnabend wurde es auch noch dunkel: Die Baustelle sorgte für einen Stromausfall in weiten Teilen der Sutelstraße. „Ich bin kurz davor, den Schlüssel umzudrehen und zu sagen: Mir reicht es“, sagt Lübon frustriert. Er schätzt, dass sein Umsatz durch die Baustelle um rund 40 Prozent gesunken ist. Hinzu komme eine kaputte Waage im Wert von etwa 1600 Euro und ein verloren gegangener Catering-Auftrag durch den Stromausfall. „Um halb Neun gingen bei uns plötzlich die Lichter aus“, erinnert sich der Metzger. Das Netzteil der Waage, mit der die Fleischwaren abgewogen werden, sei durch den Spannungsabfall zerstört worden; eine Reparatur werde ihn voraussichtlich 900 Euro kosten. Außerdem musste er einen Party-Service absagen. Ohne Strom konnte Lübon nicht arbeiten

Carlo Kallen, Pressesprecher der Stadtwerke Hannover, begründet den Stromausfall mit einer „Schwachstelle im Material“. Der Fehler sei provisorisch behoben worden. Um das Problem endgültig zu lösen, müssen die Bewohner der Sutelstraße aber mit einer weiteren Stromabschaltung rechnen. Wann die Reparatur durchgeführt wird, konnte Kallen nicht sagen. Entschädigung gebe zudem es nur, wenn die Stadtwerke den Schaden vorsätzlich verursacht hätten. „Im Stromnetz gibt es eben immer wieder technische Geräte, die ihren Geist aufgeben“, so Kallen.

Weit mehr ärgert Lübon die Baustellendauer. Weil er der einzige betroffene Geschäftsinhaber ist, vermutet er, dass das Bauunternehmen absichtlich keine großen Anstrengungen unternimmt. „Mit der Bauleiterin konnte ich ganz gut reden, aber was nützt das, wenn nur drei Leute arbeiten?“, fragt Lübon. Inzwischen sei zumindest eine zweite Kolonne hinzugekommen, um die Arbeiten zu beschleunigen.

Ein Teil seiner Kundschaft kaufe aber bereits beim Discounter ein, weil man dort mit dem Auto vorfahren könne. „Meine Stammkunden kommen zum Glück immer noch zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Das freut mich sehr.“ Die Baustelle soll nach dem ursprünglichen Zeitplan eigentlich heute fertig werden. Darauf hofft Lübon. „Eigentlich müsste ich einige meiner Angestellten jetzt schon nach Hause schicken.“ Diese seien auf ihr Arbeitseinkommen jedoch angewiesen.

Kallen erwartet ein Ende der Bauarbeiten jedoch erst am 28. Juni. Ruhe kehrt in der Sutelstraße dann trotzdem nicht ein: Die Stadtwerke Hannover führen noch Arbeiten an der Gasleitung durch. Diese finden alle 50 bis 80 Meter auf dem Gehweg statt. Geplantes Bauende dafür ist der 30. Dezember diesen Jahres.

Christian Link

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