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Flüchtlinge feiern Sommerfest

Auch Stephan Weil nimmt teil Flüchtlinge feiern Sommerfest

Trotz Nieselregen haben 50 Flüchtlinge aus dem Sudan, Irak und Ghana ihr Sommerfest in der Bothfelder Eichenstraße liebevoll vorbereitet. Neben vielen Nachbarn besuchte auch Ministerpräsident Stephan Weil die Veranstaltung - mit einem besonderen Anliegen.

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Stephan Weil unterhält sich mit Flüchtlingen beim Sommerfest. 

Quelle: Michael Wallmüller

Hannover. Unter dem Begriff Sommerfest haben sich die 50 Flüchtlinge aus dem Sudan, Irak und Ghana rein wettermäßig vermutlich etwas anderes vorgestellt als 12 Grad plus Nieselregen. Trotzdem haben sie ihr Fest in der Bothfelder Eichenstraße liebevoll vorbereitet und sich vor allem über den Besuch von Ministerpräsident Stefan Weil und viele Nachbarn gefreut. Weil war denn auch angetan von der Wohnsituation der Flüchtlinge. „Gezwungen zu sein, die Heimat zu verlassen, ist hart. Hier bemüht man sich um die bestmöglichen Konditionen für die Flüchtlinge“, betonte Weil. Diese hatten allerdings ein großes Anliegen: Gerade für die Kommunikation mit der Familie in der Heimat fehlt der Internetanschluss.

Ministerpräsident Stephan Weil feiert zusammen mit den Bewohnern des Flüchtlingsheims Eichenweg ein Sommerfest.

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Das Problem ist bei der Stadt bekannt. Wie ein Sprecher sagte, werde derzeit ein Papier vorbereitet und in den Rat eingebracht, damit zum Jahreswechsel möglichst alle Flüchtlingsunterkünfte mit WLAN-Anschlüssen versorgt werden können. Der Ministerpräsident versprach zudem ebenfalls nachzuhaken. Zuvor aber wandte er sich in Englisch an die Flüchtlinge und ihre Gäste. Sie sollten wissen und spüren, dass Deutschland eine offene, warmherzige Nation sei. „Viele träumen sicher derzeit von anderen Konditionen zum Leben, aber es scheint hier alles gut organisiert. In vielen anderen Unterkünften, müssen die Menschen unter schlechteren Bedingungen leben.“ Die Flüchtlinge in Bothfeld, vorwiegend junge Männer, wissen das offenbar auch zu schätzen. Auf Nachfrage Weils gab es jedenfalls haufenweise die Note sehr gut für das Leben in Bothfeld.

Der Initiator der Flüchtlingsinitiative Bruno Behrendt zeigte sich ebenfalls zufrieden mit der Situation vor Ort. „Wir sind hier in einem privilegierten Stadtteil und stadtnah, die Menschen sind in 5er WGs untergebracht, und jeden Dienstag gibt es ein offenen Treffen, zu dem auch viele Nachbarn kommen.“ Da gerät in den Hintergrund, dass es am Eichenweg bereits einen Brandanschlag sowie zwei Klagen gegen das Flüchtlingsheim jüngst fremdenfeindliche Hetze auf der Facebook-Seite einer der Initiatorinnen des Unterstützerkreises gegeben habe. „Hier gibt es derzeit keinerlei Probleme“, betont Behrendt, hofft aber, dass sich für die Flüchtlinge bald etwas in Sachen Arbeit, Ausbildung oder Studium bewegt. „Die meisten sind seit acht Monaten hier und haben erst eine Anhörung hinter sich“, sagt Behrendt.

Für den Sudanesen Ali hat Ministerpräsident dann noch ganz persönlich Zeit. Der 25-Jährige möchte wissen, warum ein Syrer sofort bleiben darf, ein Sudanese dagegen nicht. Weil versucht ihm das Asylrecht zu erklären. „Es ist kompliziert“, darin sind sich schließlich beide einig. Und wird sich nicht beim Sommerfest zu klären lassen - das bis zum Abend mit Musik, leckerem Büfett und vor allem vielen spannenden Gesprächen gefeiert wurde.

Von Susanne Bauch

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