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Fünfjährige stirbt in Hannover nach Sturz aus dem neunten Stock

Tödlich verletzt Fünfjährige stirbt in Hannover nach Sturz aus dem neunten Stock

Ein fünfjähriges Mädchen ist am Wochenende beim Sturz aus dem neunten Stock eines Mehrfamilienhauses im Roderbruch tödlich verletzt worden. Trotz einer Notoperation in der nahen Medizinischen Hochschule (MHH) starb es wenig später in der Klinik. Die Polizei geht von einem Unglücksfall aus.

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Das Unglück ereignete sich im neunten Stock dieses Gebäudes im Roderbruch.

Quelle: Christian Elsner

Hannover. Die fünfjährige Zilan Ö. hatte am Sonnabend gegen 9 Uhr mit ihrem zwei Jahre jüngeren Bruder im Wohnzimmer gespielt. Die 42 Jahre alte Mutter der Kinder hielt sich ebenfalls in den Räumlichkeiten auf, allerdings nicht in Sichtweite des Jungen und des Mädchens. Der Vater, der in dem Viertel bekannt ist, weil er früher dort einen Gemüseladen betrieben hat, war nicht zu Hause. Die Polizei vermutet, dass die Kinder beim Spielen die ungesicherte Tür zum Balkon öffneten und hinausgingen. Die Mutter bemerkte davon nichts. Dann kletterte Zilan Ö. auf einen Tisch, der direkt an der Balkonbrüstung steht, verlor das Gleichgewicht und stürzte etwa 25 Meter in die Tiefe.

„Ich war zufällig auf unserem Balkon, als ich den Schrei des Mädchens gehört habe“, erzählt ein Nachbar aus dem ersten Stock des Gebäudes im Warburghof. Als er hinunter auf die Rasenfläche hinter dem Haus blickte, entdeckte er das Mädchen. „Dann habe ich bemerkt, dass auf dem Balkon über uns noch ein anderes Kind stand – und hatte Angst, dass es auch runterfällt“, erinnert er sich. Der 52-Jährige rief sofort per Notruf den Krankenwagen. Außerdem machte er die Nachbarn durch lautes Rufen auf die Situation aufmerksam. Davon wurde der 20-jährige Shkelzen Krasniqi, der mit seiner Mutter ebenfalls im ersten Stock des Gebäudes lebt, geweckt. „Als ich den Grund für das Geschrei erkannt hatte, bin ich von unserem Balkon auf den Rasen gesprungen, um dem Mädchen zu helfen“, sagt der angehende Kaufmann. Behutsam brachte der 20-Jährige das schwer atmende Kind in die stabile Seitenlage und redete auf das verletzte Mädchen ein. „Sie war bei Bewusstsein, hat aber nicht auf meine Ansprache reagiert“, sagt Krasniqi. Kurz darauf traf der Notarzt an der Unglücksstelle ein. Das Mädchen wurde in die MHH gebracht, wo es später starb.

Die Nachricht vom Tod der Fünfjährigen erreichte den Helfer noch am Abend. „Im Haus war die ganze Nacht das Weinen der Mutter zu hören“, sagt der 20-Jährige. Am Sonntag kam die ganze Familie des Mädchens in der nahe gelegenen Wohnung des Onkels von Zilan zusammen. „Alle machen sich große Vorwürfe, weil das passiert ist“, sagt der Verwandte. Gegen die Eltern des verunglückten Mädchens wird seitens der Polizei nicht ermittelt. Sie müssen sich aber auf einen Besuch des städtischen Jugendamtes einstellen. Die Mitarbeiter werden voraussichtlich in dieser Woche das Gespräch mit der Familie suchen, um unter anderem auf Hilfsangebote für die Hinterbliebenen aufmerksam zu machen.

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Notoperation
Foto: Das Gebäude, aus dem das fünfjährige Mädchen gestürzt ist.

Ein fünfjähriges Mädchen ist am Samstag in Groß-Buchholz aus dem 9. Stock eines Hauses gestürzt. Das Kind hat sich dabei lebensgefährliche Verletzungen zugezogen und ist in der Medizinischen Hochschule Hannover notoperiert worden.

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