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Fußballnationalmannschaft der Frauen im Miniaturformat

Weltmeisterlicher Garten Fußballnationalmannschaft der Frauen im Miniaturformat

Mit viel Liebe zum Detail hat Petra Bütehorn aus Misburg ein Spielfeld mit kleinen Fußballerinnen gebastelt.

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An der Hannoverschen Straße spielt die Fußballnationalmannschaft der Frauen im Miniaturformat.

Misburg. Wir waren richtig traurig“, sagt Petra Bütehorn. Mit zwanzig Freunden und Nachbarn hatte sie in Misburg das Viertelfinale der Fußballfrauen gegen Weltmeister Japan verfolgt, das die deutschen Elf mit 0 : 1 in der Verlängerung verloren hatte. In der Garage hatten sie und ihr Mann Jürgen einen Beamer aufgestellt, um die Fußball-Weltmeisterschaft zu verfolgen. Eigentlich interessiert sich Petra Bütehorn nicht für Fußball. „Ich finde nur das Drumherum spannend“, sagt die Erzieherin. Das war auch schon bei der Weltmeisterschaft der Männer 2006 so. Und so kam die 53-Jährige auf die Idee, die WM im Miniaturformat in ihren Vorgarten zu holen.

Vor fünf Jahren bastelte die Misburgerin aus Blumentöpfen zwei Männer-Fußballteams plus Auswechselspieler und Schiedsrichter. In diesem Jahr waren die Frauen dran: Aus Stockschrauben wurden Beine, aus Holzkugeln Körper und aus Pfeifenputzern wurden Arme. Die Haare fertigte Bütehorn aus Teddyfilz, und weil eine Kollegin sagte, dass die Figuren auch Brüste bräuchten, kaufte sie passende Holzkugeln für die Oberweite. Im März hatte Bütehorn damit begonnen, die Fußballerinnen im Miniaturformat herzustellen. „Das war zwischenzeitlich eine Massenproduktion“, sagt die Bastlerin. 40 Figuren tauchte sie in einen Topf mit schwarzer Farbe, um den Spielerinnen eine Hose anzuziehen. Dann wurden die Trikots gemalt, was bei der deutschen Elf kein Problem war. „Aber die Trikots der anderen Nationen habe ich im Internet nicht gefunden. Und Zeitschriften mit Bildern kamen erst so spät.“ Also malte die Misburgerin einfach die Länderflaggen auf die Oberkörper der gegnerischen Elf.

Viele Frauen bekamen von Bütehorn noch ein Utensil dazu. Ein Bügelbrett für die deutsche Torfrau, eine Waschmaschine für ihr Gegenüber, andere Spielerinnen erhielten Kochlöffel oder Besen in die Hand. „Das soll nicht heißen, dass Frauen Hausarbeit machen sollen“, sagt Bütehorn. „Das ist ironisch gemeint und soll für Diskussionen am Gartenzaun sorgen.“ Das wird das Gesamtkunstwerk an der Hannoverschen Straße auch weiterhin. Bis zum Herbst will Bütehorn ihre Figuren stehen lassen. Dann dürfte der Regen wohl dafür gesorgt haben, dass auch die Miniatur-WM zu Ende geht.

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