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Ost Geozentrum wartet auf Bohrturm
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Geozentrum wartet auf Bohrturm
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19:09 21.04.2009
Von Bernd Haase
Das Modell des Bohrturms, der in Groß Buchholz eingesetzt werden soll. Quelle: Rainer Surrey

Eigentlich sollte das tiefste Loch Hannovers schon im vergangenen Herbst gebohrt werden, aber die Forscher vom Geozentrum Hannover (GZH) in Groß Buchholz müssen sich noch gedulden. Weil der gigantische Bohrturm, der dafür aufgebaut werden wird, länger als geplant in Bayern gebraucht wurde, kann das hannoversche Erdwärmeprojekt erst mit neunmonatiger Verspätung starten. Am 2. Juni soll es nun soweit sein. „Die Anlage ist derzeit beim Hersteller zur Wartung und wird Mitte Mai zu uns transportiert“, sagt Projektleiter Michael Kosinowski. Dann bauen die Arbeiter auch einen Lärmschutzwall um die Bohrstelle auf dem GZH-Gelände am Stilleweg.

Bis in eine Tiefe von fast 4000 Meter wollen die Techniker mit dem Bohrer vordringen, um von dort etwa 135 Grad heißes Wasser an die Oberfläche zu fördern. In einer Heizzentrale entziehen die Forscher dem Wasser die Wärme, um mit ihr vom Jahr 2012 an das Verwaltungsgebäudedes Geozentrums mit 1000 Mitarbeitern zu heizen sowie möglicherweise über Fernwärmeleitungen weitere Abnehmer in den nahegelegenen Gewerbegebieten zu beliefern. „Das ist Pionierarbeit, mit der wir zeigen, dass Erdwärme an jeder Stelle in Deutschland genutzt werden kann“, erläutert Kosinowski. Die Verhältnisse im Untergrund sind in der norddeutschen Tiefebene weit weniger günstig als etwa in Bayern, wo die Gesteinsschichten wasserundurchlässiger sind.

Derartige Tiefbohrungen erfordern spezielle Technik. Der Bohrturm, der nach Hannover kommen wird, ist ein Stahlgigant von 52 Meter Höhe und ähnelt Ölförderanlagen. Gekostet hat er etwa 100 Millionen Euro. „Solche Maschinen kann man nicht mal eben bestellen. Wenn irgendwo etwas stockt, müssen wir warten“, sagt Kosinowski. Das war in der Gemeinde Dürrnhaar 25 Kilometer südöstlich von München der Fall. Dort verzögerte sich eine Erdwärmebohrung, weil das Spülwasser, das den Bohrkopf mit seinen Spezialmeißeln kühlt, durch Risse im Gestein wegfloss.

An dem hannoverschen Pilotvorhaben hat auch der Bund ein Interesse und zahlt die 15 Millionen Euro, die das Projekt insgesamt kostet. Nach dem Bohrstart im Juni öffnet direkt an der Bohrstelle ein Informationscontainer für Technikinteressierte und Anwohner. Unter letzteren grassiert die Befürchtung, dass es während der Bohrphase laut werden könnte. Kosinowski hält diese Sorge für unbegründet: „Wir beweisen, dass solche Projekte ohne unzumutbare Lärmbelastung in Wohngebieten gestartet werden können.“ Erdwärme spiele schließlich bei allen Überlegungen zum Klimaschutz eine entscheidende Rolle.

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