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Ost Geschäftsleute lehnen Umgestaltung des Wedekindplatzes ab
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Geschäftsleute lehnen Umgestaltung des Wedekindplatzes ab
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09:05 25.08.2011
Für viele Anlieger ist der Parkraum um die Sitzbänke am Wedekindplatz die einzige Möglichkeit, ihre Fahrzeuge abzustellen. Quelle: Klabe
List

Gegen die Stimmen der CDU hat der Bezirksrat Vahrenwald-List in seiner vergangenen Sitzung beschlossen, 10 000 Euro aus seinem eigenen Etat für die Umgestaltung des Wedekindplatzes zur Verfügung zu stellen. Von dem Geld sollen historische Poller, Blumenkübel und eine Sitzbank gekauft und um einen Baum auf dem Platz aufgestellt werden. Doch nicht bei allen Anliegern stößt das Vorhaben auf Zustimmung. Denn damit fallen fünf Flächen weg, auf denen regelmäßig Autos abgestellt werden – auch wenn das Parken dort verboten ist.

Der Wedekindplatz ist seit dem Bau der U-Bahn in den siebziger Jahren in zwei halbrunde Flächen geteilt. In der Mitte verläuft die Wedekindstraße. Zur Oststadt gehört der Teil des Platzes, der zur Flüggestraße führt. In der List liegt das Halbrund, an das sich die Drostestraße und die Straße In der Steinriede anschließen. Dieser Teil soll aufgemöbelt werden. Doch die Meinungen über den Umbau des Halbrunds sind geteilt: Etliche Anwohner begrüßen die Neugestaltung. Sie erhoffen sich eine bessere Aufenthaltsqualität auf dem Platz, der wegen seiner Atmosphäre im Volksmund auch „Klein Paris“ genannt wird.

Viele Geschäftsleute dagegen kritisieren, dass Parkraum verloren geht. „Es ist für unsere Kunden ohnehin schon sehr schwierig, einen Parkplatz zu finden“, sagt Hans Seelhorst vom gleichnamigen Übersetzungsbüro am Wedekindplatz 3. „Wenn die Parkplätze noch weniger werden, können wir Geschäftsleute hier dicht machen.“ Auch Nachbarin Uta Runde vom Laden für Wohnaccessoires „Esplanade“ teilt diese Meinung: „Ich bin froh über jeden Kunden, der kommt. Und unsere Kundschaft hat hier nun mal ein großes Parkproblem.“ Sie sei deshalb gegen eine autofreie Zone auf dem Platz. Dass Kunden dann nicht einmal mehr kurz anhalten könnten, vergraule viele, die spontan vorbeikämen. Bachtiav Chawoosh vom Café Lulu meint, „dass die Autos doch keinen stören. Anwohner und unsere Café-Besucher brauchen hier doch Parkplätze.“

Pragmatischer sieht es Helmut Reinecke, der seiner Tochter im Café Tulipano hilft. „Wenn beschlossen ist, dass es dort keine Parkmöglichkeit mehr gibt, dann ist das eben so.“ Trotzdem stellt er sich die Frage: „Wo sollen die dann alle parken?“ Wenn die Autos um das Rondell weg seien, sei zwar die Sicht schöner. „Aber es wird noch schwerer, hier einen Parkplatz zu finden“.

Sollte der Platz umgestaltet werden, hätte Reinecke noch einen Vorschlag: „Ein Brunnen wäre doch was. Früher gab es hier doch mal einen. Oder einer der Künstler aus dem Stadtteil lässt sich was einfallen.“ Als Tochter und Café-Inhaberin Andrea Kaubisch aus der Küche ruft, dass das alles zu teuer sei, kommt Reinecke kurz ins Grübeln. „In Paris parken ja auch Autos“, sagt er dann im Hinblick darauf, dass der Platz auch „Klein Paris“ genannt wird.

Julia Pennigsdorf und
Manuel Becker

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