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Ost Historisches Haus weicht Neubau
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Historisches Haus weicht Neubau
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17:50 16.10.2014
Nur noch eine Frage der Zeit: Das zweite marode Fachwerkhaus an der Scheidestraße soll nach langem Hin und Her für einen Bürobau abgerissen werden. Quelle: Marcel Schwarzenberger
Hannover

Wenn es um die künftige Atmosphäre im Zentrum Kleefelds geht, ruhen viele Erwartungen auf der bevorstehenden Sanierung der Scheidestraße (kleiner Text). Seit Jahren sind die Blicke aber auch auf die beiden Grundstücke an der Scheidestraße 16 und 18 gerichtet. Von zwei einst dort stehenden historischen Häusern ist eines inzwischen abgerissen. Für das andere schien neues Leben möglich, die Alteigentümer begannen 2013 mit der Modernisierung. Seit einem Jahr ruhen indes die Arbeiten, über die Zukunft der Grundstücke gab es zuletzt nur noch vage Gerüchte. „Diese Baulücken sollten so schnell wie möglich geschlossen werden“, sagt Beate Lenkeit, Buchhändlerin und Vorsitzende der Standortgemeinschaft „Wir sind Kleefeld“. Auch Bezirksbürgermeister Henning Hofmann hofft darauf, dass bald etwas passiert: „Für die Straße ist dort eine architektonische Aufwertung wichtig.“ Es könnte sein, dass genau das bald passiert.

Ein Privatinvestor aus Hannover will es richten. Der Mann - seinen Namen möchte er öffentlich nicht nennen - investiert bis zu sechs Millionen Euro in drei Grundstücke, die miteinander verbunden sind. Eines der darauf stehenden Häuser wird bereits saniert. Voraussichtlich bis April nächsten Jahres soll das Gebäude an der Kirchröder Straße 103 renoviert werden. Im Erdgeschoss sitzt die Kleefelder Filiale der Deutschen Bank. Der Hof des Grundstücks grenzt nach Norden hin direkt an die Scheidestraße 16 und 18 - beide Flächen hat der Mann ebenfalls erworben.

Das Genehmigungsverfahren sei problematisch gewesen

Vor über hundert Jahren wurden beide Häuser gebaut, zuletzt aber standen sie jahrelang leer und verfielen. Die Häuser galten in Kleefeld längst als Schandfleck. Nicht nur im Bezirksrat machte sich voriges Jahr Erleichterung breit, als Nummer 16 abgerissen wurde und Alla Bernhardt, Eigentümerin von Nummer 18, damit begann, ihr Haus zu sanieren. Ein Restaurant im Erdgeschoss und Wohnraum darüber - das war der Plan. Das Genehmigungsverfahren sei aber problematisch gewesen, sagte Bernhardt jetzt dem Stadt-Anzeiger. „Vor einem Jahr haben wir verkauft.“

Der neue Eigentümer will nun sein Glück versuchen. Noch muss aber auch er mit der Stadt um eine Baugenehmigung verhandeln. Die Verwaltung wünsche unter anderem eine Bebauung, die besser zur Nachbarschaft passe, sagt der Investor. Das alte Haus, das es mit seinem Dachgeschoss auf gerade zwei Ebenen bringt, fällt inmitten der Nachbargebäude mit bis zu vier Obergeschossen aus der Reihe. „Auch die Bausubstanz ist nicht gut“, sagt der Investor. Also soll auch dieses Haus abgerissen werden. Beide Grundstücke werden zusammengelegt und mit einem Neubau bestückt. Im Erdgeschoss könnten Arztpraxen einziehen, darüber sind Wohnungen geplant. Der Eigentümer hofft, mit den Bauarbeiten 2015 beginnen zu können.

Die Weichen sind also dafür gestellt, dass die bevorstehende Aufwertung der Scheidestraße nicht lückenhaft bleibt, weil an den Hausnummern 16 und 18 weiter eine Schmuddelecke gedeiht. Im Zuge der Straßensanierung sind aber noch andere Fragen offen. Einige der wichtigsten hängen mit dem Kantplatz zusammen. Dort gibt es für die Buslinien 127 und 137 derzeit Haltestellen. Die Stadt wünscht deren Verlegung an die Scheidestraße. Nur dort sollen die Busse künftig noch verkehren und nicht mehr über die Breithauptstraße, die als Engstelle gilt.

Mit der Verlagerung der Haltestellen, und damit der Wege für Passagiere, würde auch die Scheidestraße belebt. Am Kantplatz wiederum würde durch den Wegfall der Haltestelle Platz frei. Die Taxen, so lautet eine Idee, könnten sich dann entlang der Kirchröder Straße aufstellen. Am Kantplatz selbst könnten neue Stellplätze entstehen. Für Kunden der Läden etwa. „Das wäre uns wichtig“, sagt Lenkeit.

Der fraktionslose Bezirksratsherr Karsten Plotzki schlug jüngst zudem vor, am Kantplatz einen Abstellraum für Fahrräder zu schaffen. Solche überdachten Fahrradstationen gibt es vereinzelt an Umsteigeanlagen im Umland Hannovers. Die Idee findet Lenkeit gut. „Derzeit werden die Fahrräder vor den Geschäften am Kantplatz eher chaotisch abgestellt.“ Einfach mehr Fahrradbügel zu installieren, das würde kaum helfen. Allerdings ist die Verlagerung beider Haltestellen noch keine ausgemachte Sache. Die Gespräche mit der Stadt seien noch nicht abgeschlossen, sagt Üstra-Sprecher Udo Iwannek.

Pläne zur Aufwertung der Scheidestraße

Noch im November soll es eine Anliegerinformation über den bevorstehenden Umbau der Scheidestraße sowie des angrenzenden Straßenzugs Am Pferdeturm geben. „Es wird unter anderem um Baustellenmanagement gehen“, sagt Bezirksbürgermeister Henning Hofmann, der die Veranstaltung initiiert hat. Noch hat die Stadtverwaltung, die Rede und Antwort stehen soll, aber keinen Termin festgelegt. Für viele Kaufleute, die noch an den Folgen der langen Bauzeit für den Hochbahnsteig Kantplatz zu tragen haben, ist der Bauablauf ein wichtiges Thema. Anfang 2015 sollen zunächst Leitungsarbeiten starten. Mit dem Straßenumbau rechnet die Stadt aber frühestens in der zweiten Jahreshälfte. Dann wird zwischen Berckhusenstraße und der Pferdeturmkreuzung gebaut, rund 2,2 Millionen Euro investiert die Stadt. Straßenbelag, Rad- und Gehwege, Parknischen, Ampelanlagen, Bushaltestellen in Höhe der Sparkasse und Straßenquerungen – vieles wird neu gemacht. Bis 2016 dauert das Vorhaben an.

Marcel Schwarzenberger

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