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Hunderttausende zum Lister-Meile-Fest in Hannover erwartet

Familienparty Hunderttausende zum Lister-Meile-Fest in Hannover erwartet

Aus Hannovers bekanntester Fußgängerzone wird von Freitag bis Sonntag die längste Partymeile der Stadt. Das Lister-Meile-Fest startet am Freitag um 16 Uhr. Die Veranstalter rechnen mit über 300.000 Besuchern wenn das Wetter mitspielt.

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Dichtes Gedränge dürfte es auch beim diesjährigen Lister-Meile-Fest geben. Die Veranstalter rechnen mit über 300.000 Besuchern.

Quelle: Christian Burkert (Archiv)

List/Oststadt. Von Freitag bis Sonntag wird in der Fußgängerzone nun wieder ein großes Familienfest mit Musik und buntem Kinderprogramm gefeiert, zu dem 300.000 Besucher erwartet werden. Das Lister-Meile-Fest beginnt am Freitag um 16 Uhr, am Sonnabend und Sonntag um 11 Uhr. Besucher können am Freitag und Sonnabend bis22 Uhr, am Sonntag bis 20 Uhr an den drei Musikbühnen am Lister Platz, in der Seumestraße und am Weißekreuzplatz Bands und Chören zuhören oder sich an den Kulturbühnen am Körtingsbrunnen und vor dem Café Lohengrin in der Sedanstraße unterhalten lassen.

Für Kinder gibt es auf dem Weißekreuzplatz eine Abenteuerbrücke, einen Spielepalast und viele Aktionen. Auf den Bühnen treten Bands auf, die Rock, Blues, Oldies und Funk spielen, aber auch der Shanty-Chor „De Leineschippers“ (Körtingsbrunnen, Sonntag um 13 Uhr), das Polizeimusikkorps Niedersachsen (Körtingsbrunnen, Freitag um 15 Uhr) oder Carlotta Truman, die mit der Sendung „Das Supertalent“ bekannt wurde (in der Seumestraße, Sonnabend um 14 Uhr, und am Lister Platz, Sonntag um 12.30 Uhr). Auf der Kulturbühne am Körtingsbrunnen findet Sonntag um 11 Uhr ein Open-Air-Gottesdienst mit Gospel statt. Weitere Infos zum Fest gibt es im Internet unter 
 www.listermeile-hannover.de

Jahrzehntelange Tradition

Seit 40 Jahren wird am Wochenende in Hanover-List und der Oststadt das Lister-Meile-Fest gefeiert. Den Kaufleuten ging es dabei anfangs ums Überleben.Hannovers längste Fußgängerzone, unter dem Pflaster eine U-Bahn, Hunderttausende von Besuchern bei einem Fest in einem der beliebtesten Stadtteile Hannovers? Davon war die Lister Meile 1970 so weit entfernt wie Hannover von der Expo. Statt Lister Meile hieß die Strecke vom Bahnhof bis zum Lister Platz Alte Celler Heerstraße und Celler Straße. Auf ihr fuhren Straßenbahnen und so viele Autos wie heute auf der Podbielskistraße. List und Oststadt mit ihren Häusern aus der Gründerzeit hatten ihren Ruf als schönste Wohngegenden Hannovers noch nicht erlangt. Die Stadtteile „hinterm Bahnhof“ galten als Hinterhof Hannovers. „Hier war der Hund verfroren, und Häuser gab’s für einen Appel und ein Ei“, sagt Buchhändler Klaus Eberitzsch, der Gründer des Vereins „Aktion Lister Meile“. Doch dann wurde 1970 gebaut – eine U-Bahn, die es bis dahin noch nicht gab und die der spätere Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg als „Jahrhundertereignis für die Stadt“ feiern würde.

„Krach, Müll, Dreck, Staub und keine Kunden“, so beschreibt Eberitzsch, der lange Jahre den Buchladen Leuenhagen & Paris führte, den Zustand vor seinem Geschäft und im gesamten Bereich der späteren Lister Meile. Mehrere Jahre dauerte das Jahrhundertprojekt. „Das war eine riesige Baustelle mit einer tiefen Grube, die bis auf einen Meter an die Häuser heranreichte.“ Es wurden großformatige Bretterzäune errichtet und Spundwände in den Boden gerammt, sodass in umliegenden Häusern die Telefone von den Tischen fielen. Auch als der U-Bahn-Bau dem Ende entgegen ging, kamen die Lister und Oststädter nicht zur Ruhe. „Erst kam die Telefongesellschaft, dann folgten Gas- und Wasserleitungen. Immer wieder wurde der Boden auf- und wieder zugemacht“, erinnert sich Eberitzsch. In einer Aktionsgemeinschaft mit Robert Hesse, Dieter Flöge, Aloys Bunge und anderen Geschäftsleuten sorgte er dafür, dass die Interessen der Anlieger berücksichtigt wurden.

Dann war das U-Bahn-Loch geschlossen und die Baustelle weg. „Aber wir hatten Bedenken“, sagt Eberitzsch. Bedenken, dass die Geschäfte oberhalb der U-Bahn nicht wahrgenommen werden. „Aber wir wären ja bekloppt gewesen, diese auch zu äußern“, sagt Eberitzsch augenzwinkernd. Damit Hannover auf die neu erschaffene Fußgängerzone aufmerksam wurde, entwickelten die Kaufleute die Idee von einem Fest. Nach wirtschaftlich schwierigen Jahren galt es, Kunden zurückzugewinnen. An zwei Tagen besuchten Zehntausende das erste Fest, das schon damals vom Weißekreuzplatz bis zum Lister Platz gefeiert wurde. Im Unterschied zu heute kamen damals viele Schausteller von außerhalb mit Karussells, Schießbuden und Würstchenständen auf die Meile. „Das erinnerte mehr an einen Rummel als an ein Familienfest“, sagt Eberitzsch, der damals wie heute in eigens aufgestellten Pavillons Schallplatten und Bücher zum Schnäppchenpreis verkaufte. Auch Livemusik gab es. Sogar Schlagerstar Billy Mo kam, sang Lieder wie „Ich kauf’ mir lieber einen Tirolerhut“ und begeisterte die Besucher auf der Lister Meile, die damals noch gar nicht so hieß.

Seit 1972 offiziell Lister Meile

Erst am 17. November 1972, als Eberitzsch mit Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg das erste Straßenschild enthüllte, bekam die Fußgängerzone ihren Namen; diesen hatte man bei einem großen Preisausschreiben gesucht. „Grüne Meile“ war ein zunächst favorisierter Vorschlag, der Bezug nahm auf die Hinführung zur Eilenriede. Doch die „Lister Meile“ setzte sich schließlich durch. Bei Anwohnern und in den Tageszeitungen wurde die Fußgängerzone schon vor November 1972 so genannt, doch erst mit dem Ratsbeschluss wurde der Name offiziell.

Das erste Lister-Meile-Fest war ein Erfolg, und auch die Einkaufszone mauserte sich. Aus einem Stadtteil irgendwo „hinterm Bahnhof“ wurde ein attraktives Quartier. Die Leute kamen zum Einkaufen und Bummeln, und das lag auch an Buchhändler Eberitzsch und den anderen Geschäftsleuten. „Wir waren Dauer­optimisten, die jeden neuen Baum, der gepflanzt wurde, als ,gigantisch’ angekündigt haben.“ In der Marienstraße oder der Innenstadt, sagt Eberitzsch, habe man nach dem U-Bahn-Bau dieselben Probleme gehabt, aber nicht an sich geglaubt und viel gejammert. „Aber wir haben immer gesagt, es geht voran, und haben alles mit Begeisterung gemacht“, erzählt der 73-Jährige, der heute zugibt, „dass wir eigentlich immer zu große Schuhe anhatten“.

Der Bereich rund um die neue Fußgängerzone entwickelte sich in den achtziger und neunziger Jahren rasant. Die Menschen investierten wieder in ihre Geschäfte, Eigentümer ließen Häuser streichen, immer mehr Kunden kamen. 30 000 Menschen aus Oststadt und List wohnen so, dass sie in maximal acht Minuten an der Meile sind, rechnet Senior Eberitzsch vor. Die Lister Meile floriert, „und heute sind wir die bekannteste und längste Fußgängerzone Hannovers.“ Trotz aller Zuversicht, aller Hoffnungen und Träume – „das hätten wir am Anfang nie gedacht“, bekennt Eberitzsch.

Manuel Becker

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In Hannover hat das Lister-Meile-Fest begonnen.

Gleich am ersten Tag ging das Lister-Meile-Fest in Hannover am Freitag in die Vollen. Auf der Bühne am Lister Platz versetzten Andy Lee und seine Band Tennessee Rain die gut gelaunten Zuhörer in die Zeit von Hüftschwung und Schmalztolle.

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