Volltextsuche über das Angebot:

30 ° / 18 ° wolkig

Navigation:
Investition von bis zu 50 Millionen: List wächst um 300 Wohnungen

List Investition von bis zu 50 Millionen: List wächst um 300 Wohnungen

Die List zählt zu den beliebtesten Wohngebieten Hannovers – jetzt wächst der Stadtteil noch einmal erheblich. Im rückwärtigen Teil des Pelikangeländes sollen in den nächsten Jahren bis zu 300 Wohnungen entstehen.

Voriger Artikel
Nachbarn helfen: 97-Jährige aus brennender Wohnung gerettet
Nächster Artikel
Hochhauskomplex wird modernisiert

Das Wohnungsunternehmen Gundlach plant im Pelikanviertel auf 20 000 Quadratmetern bis zu 300 neue Wohnungen. v.l.: Dipl. Oek. Frank Scharnowski Assistent der GF und Marketingbeauftragter, Dipl.Ing. Lorenz Hansen Immobilienoekonom, Vorsitzender der GF und GF Dr. Frank Eretge.

Quelle: Uwe Dillenberg

Damit wird die derzeitige Brachfläche entlang der Günther-Wagner-Allee das größte innenstadtnahe Neubaugebiet Hannovers. Das Unternehmen Gundlach, das die Flächen gekauft hat und entwickeln will, setzt dabei auf ein für Hannover weitgehend neues Konzept: architektonische Vielfalt im Neubaugebiet. 24 Büros aus dem In- und Ausland feilen gerade an den Plänen.

Allein im ersten der vier geplanten Bauabschnitte werden rund 30 Millionen Euro investiert, für das gesamte Gebiet dürften es nach Schätzung von Gundlach-Chefkaufmann Frank Eretge rund 50 Millionen Euro werden. Wie genau das Geld verbaut wird, ist bislang aber offen. Fest steht bis jetzt nur: Kleine Einfamilien- oder Reihenhäuser wird es nicht geben. „Dafür sind die Grundstücke zu wertvoll, außerdem wollen wir urbanes Wohnen anbieten“, sagt Gundlach-Mitgeschäftsführer Lorenz Hansen. Mehrgeschossig wird es also auf jeden Fall, im Parterre wohl meist mit Gewerbeeinrichtungen wie Bistros, Gastronomie, Bäcker oder Fitnessstudios, darüber Wohnungen – „in möglichst großer architektonischer Vielfalt“, wie Hansen betont. Vorbilder sind zum Beispiel neue holländische Wohnquartiere oder die Freiburger Ökosiedlung, wo keine Fassade der anderen gleicht.

Die Architekturbüros aus Österreich, Dänemark, Frankreich, Tschechien und dem Inland, darunter sechs aus Hannover, sollen in einem ersten Wettbewerbsschritt Planungsideen für das fast 20.000 Quadratmeter große Gebiet entwickeln. Etwa die Hälfte der Büros darf in einem zweiten Schritt weiterarbeiten, am Ende sollen vier Architekturbüros die konkrete Hausplanung übernehmen. Dabei darf durchaus auch Ungewöhnliches herauskommen. Der Bebauungsplan westlich der Günther-Wagner-Allee lässt bis zu 50 Meter Bauhöhe zu. „Wir haben den Planern ausdrücklich offen gelassen, wie sie mit dieser Freiheit umgehen“, sagt Hansen. Ziel ist, dort etwa 175 Wohnungen unterschiedlicher Größe zu errichten, von denen zwei Drittel vermietet werden, der Rest wird verkauft.

Im Abschnitt östlich der Allee, die das Pelikangelände mit den Neubauten der Versicherungsgruppe VHV verbindet und gerade fertiggestellt ist, ist das Baurecht komplizierter. Dort ist bisher Gewerbenutzung vorgesehen. Die Stadt muss den Bebauungsplan ändern, hat aber Kooperation zugesagt: Baudezernent Uwe Bodemann ist angetan von dem Vorhaben und lobt insbesondere den Ansatz, zahlreiche Architekten ins Boot zu holen.

Bis die ersten Wohnungen bezugsfertig sind, wird es wohl mindestens 2011 sein. Die Gundlach-Chefetage hat aber keine Zweifel, dass es genug Nachfrage geben wird. Schließlich sind die Gewerbeflächen im Pelikanviertel nahezu voll vermietet, auch der VHV-Neubau wird in Kürze bezogen. „In direkter Nachbarschaft sind mehrere Tausend Arbeitsplätze eingerichtet worden, da werden Wohnungen gefragt sein“, sagt Hansen.

Die derzeitige Wirtschaftskrise macht dem Unternehmen nach eigenen Angaben bei der Finanzierung nicht zu schaffen. Im Gegenteil: „Für ein konservativ rechnendes Unternehmen mit langer regionaler Geschichte ist solch eine Krise eher eine Chance“, sagt Eretge – die Zahl der solventen Mitbewerber schrumpft. Die von der Aareal-Bank gekauften Grundstücke konnte Gundlach selbst finanzieren, und die nötigen Kredite für die Investitionen übernehmen Sparkasse und Volksbank Hannover. „Die kennen uns seit Jahrzehnten“, sagt Eretge. „Die wissen, dass hinter Projekten eines regionalen Wohnungsunternehmens reale Werte und keine Luftnummern wie in Amerika stehen.“

von Conrad von Meding

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ost
Region Hannover