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Bothfeld

Keine Grünphase ohne Beinaheunfall


Um zu Stoßzeiten lange Rückstaus von der Podbielskistraße in den Heidkampe vermeiden, hat die Stadt die Fahrspuren vor der viel befahrenen Kreuzung in Bothfeld neu geordnet– zum Leidwesen vieler Autofahrer.
Gefährliche Situation: Der silberne BMW kommt aus dem Heidkampe und hat sich vorschriftsmäßig links eingeordnet, der schwarze Corsa fährt geradeaus zur Überraschung der Autofahrer, die aus der Pasteurallee links auf die Podbi abbiegen wollen.

Gefährliche Situation: Der silberne BMW kommt aus dem Heidkampe und hat sich vorschriftsmäßig links eingeordnet, der schwarze Corsa fährt geradeaus zur Überraschung der Autofahrer, die aus der Pasteurallee links auf die Podbi abbiegen wollen.

© Tanja Piepho

Denn dort, wo der Verkehr vier Jahrzehnte lang ziemlich reibungslos lief, kommt es seit vier Wochen bei beinahe jeder Grünphase zu Beinaheunfällen.

Bis Ende Juli gabelte sich der Heidkampe vor der Kreuzung zur Podbi in zwei Spuren: Die linke Spur war für den Verkehr in Richtung Lahe und Misburg reserviert. Die rechte Fahrbahnseite teilten sich Rechtsabbieger in Richtung City und all jene, deren Weg geradeaus in die Pasteurallee führte. „Weil aber regelmäßig weniger als drei Fahrzeuge links abbiegen wollten, blieb die Spur weitgehend frei, während sich durch den wartenden nachfolgenden Verkehr rechts oft lange Staus in den Heidkampe hinein bildeten“, erklärte Peter Freiwald, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Tiefbau, auf Nachfrage des Stadt-Anzeigers. Grund genug für die Verwaltung, die Situation rund um den Kreuzungsbereich durch eine Neuordnung der Fahrspuren zu entlasten.

Seither sollen sich Linksabbieger und der Geradeausverkehr eine Spur teilen, rechts soll es vom Heidkampe aus ausschließlich in Richtung Innenstadt gehen. Ein entsprechendes Hinweisschild kündigt die Neuerung bereits in Höhe Adolf-Emmelmann-Straße an.

„Doch der Plan geht nicht auf, denn viele Autofahrer ordnen sich aus Gewohnheit oder unwissend rechts ein und ziehen dann an den Geradeausfahrern vorbei, um in die Pasteurallee zu gelangen“, sagt Leser Hans Schmitt, der die Kreuzung täglich passiert. Diese Situation wiederhole sich praktisch mit jeder Grünphase – und nur durch blitzschnelles Reagieren gelingt es Geradeausfahrern, Kollisionen mit Falschfahrern gerade noch zu verhindern. „Gefährlich wird es aber auch für entgegenkommende Autofahrer, die von der Pasteurallee kommend links in die Podbi einbiegen wollen“, sagt Schmitt. Die führen häufig viel zu weit in die Kreuzung hinein, um den Gegenverkehr abzuwarten, der ja vermeintlich von der rechten Spur kommen müsste und versperren dadurch wiederum Geradeausfahrern den Weg.

„Die Folge sind wilde Schimpftiraden, die sich die Verkehrsteilnehmer mitten auf der Kreuzung liefern“, weiß Monika Barschinski. Die Buchholzerin nimmt auf ihrer Fahrt in den Einkaufspark an der Sutelstraße mittlerweile Umwege in Kauf, um die gefährliche Kreuzung zu umfahren. „Beinaheunfälle sind dort die Regel“, sagt Barschinski.

Tatsächlich hat es an der Kreuzung Im Heidkampe/ Podbi in den vergangenen Wochen allerdings erst zweimal gekracht. „Als auffälligen Unfallschwerpunkt würden wir den Bereich nicht einordnen“, sagt Polizeisprecherin Anja Gläser. Weil die Neuordnung allerdings vorerst für ein halbes Jahr auf Probe eingerichtet wurde, werden die Kontaktbeamten des Polizeikommissariats in Lahe die Kreuzung im Blick behalten und regelmäßig prüfen, ob der Verkehr künftig rund läuft. Peter Freiwald setzt denn auch auf Zeit. „Die Verkehrsteilnehmer müssen sich erst an die neue Regelung gewöhnen, damit sich der Verkehr einspielt“, sagt der stellvertretende Amtsleiter.

Für den Groß-Buchholzer Norbert Hubert liegt die Ursache für die Rückstaus Im Heidkampe hingegen ausschließlich an der Vorrangschaltung für Busse und Bahnen. Je zwei Linien passieren den Knotenpunkt im Minutentakt. „Und wenn die Ampelphase entsprechend kurz ausfällt, stehen die Autos auch mit der jetzigen Regelung manchmal bis in Höhe Gernsstraße“, sagt Hubert.

von Tanja Piepho

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  • wer ist hierfür Verantwortlich? hannoveraner – 20.09.09
    bin gerne bereit neue Ideen anzunehmen aber hier wurde stümperhaft gearbeitet nach der Kreuzung Schierholz-Osterfelddamm die zweite "Verschlimmbesserung" gibt es eigentlich die Möglichkeit den Verantwortlichen für eine Umschulung vorzuschlagen? Das zeigt aber das die Bürger nicht daran Interessiert sind wo und wie Ihr Geld verschwendet wird einfach vollendete Tatsachen schaffen.Schlechter kann man seine arbeit nicht leisten.
  • Seltsame Spiele der Verkehrsplaner tw – 17.09.09
    Die Verkehrsplaner, die für Buchholz und Bothfeld zuständig sind, scheinen ja in letzten Zeit viel Humor zu haben: Erst änderten diese an dem einem Ende der Pasteurallee die Verkehrsführung von Osterfeldamm in die Pasteuralle und die Schierholzstraße, indem sie eine Rechtsabbiege Spur einrichteten, wo eigentlich kein Platz ist.Wer an diesen Ende vom Osterfelddamm parkt, sollte lieber gleich seinen Außenspiegel abmontieren. Andernfalls wird dieser von den Rechtsabbiegern entfernt. Wenn dann auch noch ein Bus an der Haltestelle Pasteuralle steht, geht dort gar nichts mehr, die Kreuzung ist dann einfach dicht.

    Der nächste Streich war dann eine Parkbucht mitten auf der Silberstraße, in Höhe des dortigen Restaurants. Wird diese Parkbucht genutzt, muss sich der fließende Verkehr sehr anstrengen, um noch vor der Verkehrsinsel mit Ampel wieder auf der richtigen Spur zu sein. Zum Glück ignorieren die meisten Parker die Bucht und stehen weiterhin auf dem Bürgersteig.

    Und jetzt dieser neue Streich am anderen Ende der Pasteuralle. Erschwerend kommt ja noch hinzu, das nach dem Ende des Ausbaus der Stadtbahn Linie 3/9 auch noch die Anzahl an Stadtbahnen deutlich zunehmen wird, die diesen Knotenpunkt unter Vorrang passieren werden.

    Aber daran können sich die Bürger ja ab nächste Woche langsamm gewöhnen, wenn der Verkehr, der ja normalerweise den Messeschnellweg nutzen würde, dank der Vollsperung Alternative Wege suchen wird, um zur Arbeit zu kommen.
  • Richtungpfeile auf der Fahrbahn Autofahrer – 17.09.09
    Ich hätte nie gedacht, das es in Hannover so viele Autofahrer gibt, die es nicht mal auf die Reihe bekommen so einen blöden Richtungspfeil zu deuten. Ich fahre jeden Tag über diese Kreuzung und kann nur staunen wie unfähig viele sind.
    Vielleicht sollte man im Fernsehen so die ein oder ander Talkshow weg lassen und dafür eine Sendung einführen wie "Tips und Tricks im Strassenverkehr! Folge1: Wie schaffe ich es mit mein Auto über eine Kreuzung zu gelangen".
  • Verkehrsführung w54 – 17.09.09
    diese Verkehrsführung führt "in Zusammenarbeit" mit der Vorrangschaltung dazu, dass noch weniger Fahrzeuge die Podbi passieren können als das vorher schon der Fall war. Die gleiche unsinnige Verkehrsführung gibt es übrigens auch an der Kreuzung Osterfelddamm / Schierholzstraße. Auch hier hat es schon Unfälle deshalb gegeben.
  • ... Ex-Bothfelder – 17.09.09
    Aber Hauptsache, man hat einmal zwanghaft etwas geändert und versucht jetzt ebenso zwanghaft es als gut zu verkaufen.

    Habe die Strecke jahrelang als Radfahrer befahren und denke auch, dass es eher an dem Straßenbahnvorrecht liegt. Des weiteren kann ich mich nicht erinnern auf der Rechtsabbiegerspur nur bis zu 3 Autos gesehen zu haben...
  • Verkehrsführung paulchen – 16.09.09
    Ein weiterer Effekt dieser sehr eigenwilligen Verkehrsführung ist, dass der Rückstau jetzt in der Pasteurallee entsteht, da 1 - 2 Autos weniger nach links abbiegen können, eine der Hauptrichtungen aus der Pasteurallee.
  • Wirklich ein Witz Bothfelder – 16.09.09
    Ja, sowas hab ich auch noch nicht gesehen. Die Geradeausspur im Heidkampe befindet sich sogar leicht nach links versetzt im Verhältnis zur Linsabbiegerspur der Pasteurallee. Das heißt, man macht da eine recht heftige Rechts-Links-Kombination. Das muss man wirklich mal "erfahren" haben. Ich hab' ja im Studium einiges an Straßenentwurf gemacht, aber sowas hat man uns nicht beigebracht.

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