Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Ost Kiezkultur: Neuer Kulturtreff in Kleefeld eröffnet
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Kiezkultur: Neuer Kulturtreff in Kleefeld eröffnet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 03.09.2018
Das neue Domizil des Bürgervereins in der Hölderlinstraße 1: Das ehemalige Gemeindehaus der St. Petri-Kirchengemeinde, in dem zuletzt die Jugendwerkstatt Süd beheimatet war. Quelle: Daniel Reinhardt
Kleefeld

Manchmal sind es kleine Dinge, die sichtbar machen, dass man erfolgreich war. Zum Beispiel Bestellzettel: Im Juli haben Rainer Voltmer und Jelina Gayk 142 Stühle, 36 leichte Klapptische, ein paar Dutzend Garderobenständer und Stehtische geordert. Nicht zu vergessen das Geschirr in schlichtem Weiß. Am kommenden Sonnabend wird es erstmals zum Einsatz kommen, wenn Nachbarn, Politiker und Freunde im ehemaligen Gemeindehaus der St.-Petri-Kirche in der Hölderlinstraße vorbeischauen. Es wird ein großer Tag für den Bürgerverein, seinen Vorsitzenden Rainer Voltmer und die neue Stadtteilkulturmanagerin Jelina Gayk. Nach zehnjährigem Einsatz geht ein Herzenswunsch des Vereins in Erfüllung: Kleefeld hat endlich eine feste Adresse für Veranstaltungen, Kino und Konzerte. Der Name: Hölderlin Eins.

Der Ort ist Stammkunden des Bürgervereins nicht unbekannt. Bereits seit einigen Jahren wird das Haus mit dem großen Garten im Schatten der Bahnlinie für ausgewählte Veranstaltungen genutzt. Dass man nun Hausherr statt geduldeter Besucher ist, hat der Bürgerverein nicht nur dem Auszug des kirchlichen Ausbildungsprojekts Werkstatt Süd zu verdanken. Die Stadt hat ihre Unterstützung zugesagt. 130 000 Euro hat der Rat für dieses Jahr bewilligt. Der Bezirksrat hat zusätzlich 56 000 Euro aus seinem Fördertopf für den neuen Stadtteilkulturtreff zurückgelegt. Die Stadt ist Mieter des Kirchengebäudes, der Verein ist Untermieter und Träger der Einrichtung und damit nicht frei von einer überschaubaren finanziellen Verantwortung. „Wir müssen Eigenmittel erwirtschaften, die unsere Kosten decken“, sagt Voltmer. Ein halbes Jahr lang wurde das denkmalgeschützte Haus umgebaut und mit einem Fahrstuhl ausgestattet, um es auch behinderten Menschen zugänglich zu machen.

Rainer Voltmer, der Vorsitzende des Bürgervereins, und Stadtteilkulturmanagerin Jelina Gayk freuen sich auf die Eröffnung des neuen Kulturtreffs. Quelle: Hans Peter Wiechers

Und was erwartet die Kleefelder nun? Noch wird am Programm gebastelt. Zu den vorläufigen Höhepunkten wird ein Tango-Abend im November gehören. Das Kursangebot wächst. Seit Juni hat Jelina Gayk, die sich zuvor im Ricklinger Stadtteilzentrum um Kinderkulturprojekte kümmerte, viele Vereine und Einrichtungen im Stadtteil besucht, um eine Wunschliste zusammenzustellen. Zusätzlich wurden die Kleefelder in einer Onlineumfrage um Anregungen gebeten. Das Ergebnis: Viele wünschen sich mehr Blues- und Jazz-Konzerte, mehr Gesprächsrunden, Vorträge und Stadtteilausflüge. Beratung wird dagegen als überflüssig angesehen. Stammbesucher der vom Bürgerverein organisierten Kleefelder Lichtspiele betonten zudem, dass sie künftig gut und gerne auf das Drei-Gänge-Menü beim Dinner-Kino verzichten könnten – was den Initiatoren entgegenkommt, da die frühere Großküche der Werkstatt Süd auf Normalmaß geschrumpft ist.

Erste Buchungen stehen schon

Grundsätzlich gilt, dass die drei frisch renovierten Gruppenräume und der große Saal im ersten Stock allen Kleefelder Vereinen offenstehen. Es gibt vier Übungsräume für Musiker, die bereits stundenweise an die H&S-Musikschule vermietet sind. Auch die Kleefelder Chorgemeinschaft hat sich schon angemeldet. Und auch Privatpersonen können gegen einen geringen Betrag Räume mieten – zum Beispiel für den 60. Geburtstag. Eine erste Buchung gibt es bereits.

Das neue Kulturzentrum Hölderlin Eins in der Hölderlinstraße 1 wird am Sonnabend, 1. September, eröffnet. Ab 11 Uhr präsentieren sich Vereine wie die Chorgemeinschaft, die Modellbahn-AG oder der Näh-Häkel-Strick-Treff. Außerdem wird das Kurs- und Projektangebot vorgestellt. Zwischen 14 und 15.30 Uhr gibt es Aktionen für Kinder im Hof sowie Lesungen im Saal. Von 16 bis 18 Uhr wird Musik gemacht: Der Kinderchor und das Cello-Quartett treten auf. Zudem sind Tango-Vorführungen geplant. Schluss ist um 22 Uhr.

Von Gabi Stief

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Für das Flüchtlingsheim am Annateich zahlt die Stadt momentan Kosten für 45 Flüchtlinge. Das macht die CDU im Bezirksrat Buchholz-Kleefeld stutzig – denn in der Unterkunft leben nur 26 Flüchtlinge.

02.09.2018

Mit dem Köritzhof steht das älteste Bauernhaus im Stadtgebiet seit 30 Jahren leer. Der Heimatverein ist empört – doch der Stadt sind die Hände gebunden.

27.08.2018

Seit Jahren umfahren die Rasenmäher der Stadt einen Grünstreifen am Yachthafen in der List. Dort stehen die Gebüsche inzwischen meterhoch – und stören die Anwohner.

12.08.2018