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Kleine Malermeister pinseln ihre Kita bunt

Bothfeld Kleine Malermeister pinseln ihre Kita bunt

Mitten in einer malerischen Woche stecken 35 Kinder der AWO-Kita in Bothfeld. Mit Schwarz und Weiß haben die kleinen Malermeister gestartet. Täglich kam dann eine weitere Farbe hinzu.

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Malprojekt an der AWO-Kita im Kapellenbrink in Bothfeld.

Quelle: Insa Catherine Hagemann

Bothfeld. Die Farbe Weiß steht für Unschuld und Reinheit. Am Montagmorgen ist der große Raum in der AWO-Kita im Kapellenbrink 12 in Bothfeld weiß. Für ein Malprojekt wurde der sonst in zwei Aufenthaltsräume unterteilte Raum, erst leer geräumt und dann mit riesigen, weißen Papierbögen überklebt. Jetzt sind die Wände weiß, der Boden weiß, und die verbliebenen Schränke sind auch weiß und in Papier gehüllt. In der Kita soll gemalt werden – fünf Tage lang und auf allem, was am Montagmorgen noch weiß und unschuldig ist.

Die Idee dazu hatte Leiterin Valerica Bialoskorski. Ihr Kindergarten hatte sich 2007 für ein Projekt von Künstlern beworben, die zusammen mit den Kindern eine Woche lang einen Raum in einer Kita bemalen sollten. „Aber wir haben den Zuschlag nicht bekommen“, sagt Bialoskorski, die dann die Idee hatte, das Ganze ohne Künstler zu machen. „Wir haben genug eigenes Künstlerpotenzial.“ 2008 fand daher im Kappellenbrink schon einmal eine Malwoche statt. „Das hat alle so begeistert und so lange nachgewirkt, dass wir das jetzt wiederholen“, sagt die Kita-Leiterin. Ein großes Organisationsaufwand sei das, der nur mit der Hilfe der Mitarbeiterinnen und vieler Eltern zu schaffen ist. Denn weil während der Malerei zwei Räume fehlen, muss umorganisiert werden.

Nach großem Vorbereiten und einem kurzen Hinweis an die ersten 35 kleinen Malermeister, nur dort zu malen, „wo auch Papier ist“, wurde endlich Farbe verteilt. Am Montag nur Weiß und Schwarz. Während einigen Mädchen präventiv noch schnell ein Zopf gemacht wird, sind andere schon am Pinseln. Mit „Giraffen-Pinseln“, die dreimal so lang sind wie die Kinder selbst, kleinen Pinseln, breiten, runden und eckigen Pinseln, Farbrollen und Bürsten. „Das geht noch ganz schön gesittet zu“, sagt Kita-Leiterin Bialoskorski nach der ersten Stunde.

Der Fünfjährige und die 34 anderen Hobbykünstler der AWO-Kita im Kapellenbrink in Hannover stecken mitten in einer malerischen Woche. Seit Montag dürfen sie zwei Räume ihrer Kita bemalen – Wände, Mobiliar und Fußboden wurden vorher sorgfältig abgeklebt. Gestartet wurde mit den Farben Schwarz und Weiß, und täglich kam eine weitere hinzu. Am Donnerstag dürfen sich die Eltern Teile aus dem Gesamtkunstwerk herausschneiden – und danach wird saubergemacht.

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Aber das Zwischenfazit gilt nur für die Anfangszeit. Denn dann wird ordentlich Farbe aufgetragen. Vor allem der Fußboden ist schnell schwarz. Die fünfjährige Sophia hat den Schaumstoff von der Farbrolle abgemacht, tief in den Pott mit schwarzer Farbe eingetaucht und knetet ihn wie einen Kuchenteig bevor sie damit auf dem Boden herumrollt. Die vierjährigen Anne und Chiara halten mit weißer Farbe dagegen. In zwei Gruppen mit 35 Kindern malen die Kita-Kids. Am Nachmittag sind die Hort-Kinder dran, die ebenfalls zunächst mit schwarz und weiß malen dürfen. Bis zum Donnerstag kommen dann Tag für Tag die Farben Gelb, Blau und Rot dazu.

Am Montagabend ist der Raum nach der Schwarzmalerei aber erst einmal ziemlich dunkel. Am Dienstag wird er mit Gelb wieder aufgehellt und außerdem versucht, die Namen, die die Hortkinder tasgzuvor an die Wand gemalt haben zu übermalen. So verschwindet das eine oder andere Kunstwerk wieder unter einer neuen Farbschicht, was manche Kinder ein bisschen traurig macht. „Aber es ist eben ein Gesamtkunstwerk“, sagt die stellvertretende Leiterin Martina Lakowski.

Abwaschen der Farbe ist eine Herausforderung

Eine echte Herausforderung ist auch das Abwaschen der Farbe. Denn nicht nur die Räume wurden im Laufe der Tage farblich und künstlerisch aufgewertet, auch die Kinder sind zu lebenden Gemälden geworden. „Die haben mit Händen und Füßen gemalt und am Ende Farbe am ganzen Körper“, sagt Lakowski. „Aber das ist eben eine körpereigene Erfahrung, die sie genießen.“ Mit lauwarmem Wasser und Seife sind Erzieherinnen und helfende Eltern nach den Malstunden dann dabei, ihre Kinder wieder farbfrei zu bekommen, was meist gelingt.

„Aber alle Spritzer bekommt man in dieser Woche nicht ab“, sagt Lakowski. Das gehöre eben zum Projekt. Am Freitag um 18 Uhr können sich Eltern und Kleinkunstinteressierte von den Räumen ein eigenes Bild machen – und sich von den Werken der kleinen Maler etwas mit nach Hause nehmen. Dann dürfen sich Eltern und Kita-Besucher mit Scheren ein Stück Kunst herausschneiden. So wird der Raum nach und nach wieder in seinen vorherigen Zustand zurückverwandelt. Und nächste Woche ist von der Malerei bis auf ein paar übrig gebliebener Farbspritzer nichts mehr zu sehen.

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