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Ost Spatenstich für den „Herzkamp“ in Bothfeld
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Spatenstich für den „Herzkamp“ in Bothfeld
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00:16 02.10.2018
Der erste Spatenstich (v. li.): Stadtbaurat Uwe Bodemann, Bezirksbürgermeister Harry Grunenberg, Gundlach-Chef Lorenz Hansen und Elisabeth Czorny vom städtischen Klimaschutz. Quelle: Moritz Frankenberg
Bothfeld

Dieses Bauprojekt soll Maßstäbe setzen, nicht nur in Hannover. In Bothfeld hat das Unternehmen Gundlach mit dem Bau der ersten Siedlung in Hannover begonnen, die von Anbeginn an für den Klimawandel gerüstet sein soll. Im „Herzkamp“ westlich der Burgwedeler Straße entstehen in den nächsten Jahren mehr als 300 Reihenhäuser und Wohnungen für verschiedene Einkommensklassen. Das Bundesumweltministerium fördert das Vorhaben als Teil der Klimastrategie, mit der Erkenntnisse für den Klimawandel gesammelt werden sollen.

Die ersten Straßen sind im Neubauareal zu erkennen, von einem Baucontainer aus hat man tagsüber guten Ausblick. Impressionen vom ersten Spatenstich.

„Für uns ist das ein ganz besonderes Projekt“, sagte Geschäftsführer Lorenz Hansen beim symbolischen Spatenstich. Mit 100 Millionen Euro Investitionskosten ist es das teuerste und größte Bauprojekt des Unternehmens in der jüngeren Geschichte. Gundlach hat in einer langen Bürgerbeteiligung mit Interessierten diskutiert, es gab Sorgen vor allem wegen zunehmenden Verkehrs, aber auch um den Schutz des nahen Waldes. Die Beiträge seien spannend gewesen, sagt Hansen, „einiges tat weh, aber alles war hilfreich“.

Kaltluftschneise zieht sich durchs Neubaugebiet

Besonderheit des Neubaugebiets wird aber vor allem das Klimakonzept sein. Vom nahen Waldrand her zieht sich eine Kaltluftschneise durch das künftige Wohngebiet. Auf Anregung der Klimaschutzleitstelle der Stadt ist das Neubauvorhaben in das bundesweite Programm zum klimaangepassten Planen aufgenommen worden, um zu beobachten, wie sich Neubauten auf die Klimaentwicklung auswirken. Gundlach hat mehrere Häuserriegel umgeplant, zudem wird das Areal seit zwei Jahren von einer fünf Meter hohen Messstelle aus klimatisch begutachtet, die Datensammlung soll auch nach dem Bezug der Häuser weitergehen.

„Wir haben an diesem Sommer ein Gefühl dafür bekommen, wie die Sommer in 20 bis 30 Jahren sein könnten“, sagt Hansen. Deshalb habe man sich gerne der Aufgabe gestellt. In der ökologisch sensiblen Lage am Waldrand sei das ein „kommunales Leuchtturmprojekt in der bundesweiten Klimastrategie“, von dem man für weitere Baugebiete lernen wolle, lobte Elisabeth Czorny vom Klimabüro der Stadt. „Es ist ein Gundlach-typisches Projekt“, hob Stadtbaurat Uwe Bodemann beim Spatenstich hervor. Das Unternehmen erkenne die Zeichen der Zeit und stelle sich der Verantwortung.

Erste Wohnungen ab Frühjahr 2020 bezugsfertig

Die Baustraßen sind fertig angelegt, die ersten drei Kräne drehen sich bereits auf dem 9200 Quadratmeter großen Baugelände. „Es werden bald mehr sein“, sagt Hansen. Ab Frühjahr 2020 sollten die ersten Wohnungen bezugsfertig sein, möglich 2021 das gesamte Baugebiet abgeschlossen. 213 Mietwohnungen sollen auf dem Areal entstehen, dank öffentlicher Förderung teils zu Quadratmeterpreisen ab 6,50 Euro. Die 72 Eigentumswohnungen und 30 Reihenhäuser sollen bereits im November in den Verkauf gehen, die Quadratmeterpreise würden ab 4500 Euro liegen.

Gundlach errichtet eine vierzügige Kita und einen Bolzplatz im Baugebiet und einen Stadtteilplatz mit Brunnen. Schon im Frühsommer wurden 3500 neue Bäume am Waldrand gesetzt. Bezirksbürgermeister Harry Grunenberg nannte beim Spatenstich den „Herzkamp“ das „bedeutendste Wohnbauprojekt seit vielen Jahren in Bothfeld“, das den Stadtteil noch attraktiver für Familien mache. Dank der benachbarten Stadtbahnhaltestelle und dem Edeka-Markt sei die Infrastruktur gut, und immerhin seien drei große Sportvereine in der unmittelbaren Umgebung ansässig. Der Bezirksrat habe das Projekt kritisch begleitet, aber jetzt sei alles auf gutem Wege: „Ich würde hier auch wohnen wollen“, sagte Grunenberg.

Von Conrad von Meding

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