Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Liliencronplatz in Hannover wird zum Stadtteilfest eröffnet

List Liliencronplatz in Hannover wird zum Stadtteilfest eröffnet

Ein Stiefkind wird zum Schmuckstück: Der umgestaltete Liliencronplatz in der List wird am Sonnabend, 25. Juni, nach sieben Monaten Bauzeit pünktlich zum Stadtteilfest von Oberbürgermeister Stephan Weil offiziell eröffnet.

Voriger Artikel
Vereinsheim in Hannover gerät in Brand
Nächster Artikel
Schwimmbad in Hannover schließt im Sommer wegen Renovierung

Am rostigen Material der Pflanzen-Rondelle scheiden sich die Geister - aber die Platzgestaltung kommt gut an.

Quelle: Becker

Ein Stiefkind wird zum Schmuckstück: Der umgestaltete Liliencronplatz in der List wird am Sonnabend, 25. Juni, nach sieben Monaten Bauzeit pünktlich zum Stadtteilfest von Oberbürgermeister Stephan Weil offiziell eröffnet. Während auf dem Spielplatzbereich noch an Flächen und Begrünung gearbeitet wird, konnten am vergangenen Freitag auf dem Bereich davor zum ersten Mal wieder Händler ihre Marktstände aufbauen.

Ende November 2010 hatte Stadtbaurat Uwe Bodemann gemeinsam mit der Lister Bezirksbürgermeisterin Edit Bastian den ersten Spatenstich gesetzt. Das 5500 Quadratmeter große Areal, das die einzige größere öffentliche Grünfläche zwischen Eilenriede und Mittellandkanal ist, war heruntergekommen und 20 Jahre lang nicht erneuert worden. Vor der Umgestaltung des Platzes konnten auch die Anwohner bei zwei Bürgerbeteiligungen sowie einer Kinder- und Jugendaktion ihre Wünsche einbringen. Die meisten wurden berücksichtigt, und so gab es auf dem Wochenmarkt am Freitag schon vor der Fertigstellung des gesamten Platzes viel Lob.

„Das ist schon alles sehr schön geworden“, sagt Anwohnerin Martina Jochens, deren Mann das Angebot der Bürgerbeteiligung wahrgenommen hatte. Sie sei froh, dass die Bauarbeiten nun zu Ende gingen: „Verkehrsmäßig war das die letzten Monate schlimm.“ Auch die Händler auf dem Markt sind zufrieden. „So stellt man sich einen Wochenmarkt vor“, lobt Jens Christian Kurtze vom Käsestand Tiroler Bauernstadl. „Das ist ein Platz für Jung und Alt, der schön breit geworden ist. Und die Farbgestaltung des Pflasters ist viel schöner als die Betonfläche vorher.“ Auch Irmgard Schmitz, die mit ihrem Frischgeflügel-Stand seit 40 Jahren dabei ist und den Platz gut kennt, lobt „die tolle Bepflanzung und das gesamte Erscheinungsbild: „Wir hatten als Markthändler die Befürchtung, dass wir nach der Umgestaltung nicht alle auf den neuen Platz passen würden, aber fast jeder hat wieder seinen gleichen Standort.“

Bei den Lokalpolitikern hat man sich ebenfalls schon ein Bild vom neuen Liliencronplatz gemacht. „Was geplant wurde, wurde umgesetzt“, resümiert Ralf Borchers von der SPD-Ratsfraktion. Auch Lars Pohl aus der CDU-Bezirksratsfraktion findet lobende Worte: „So haben wir uns das vorgestellt.“ Und Grünen-Fraktionschef Eberhard Mecklenburg findet, „dass die ganze Fläche jetzt viel besser genutzt werden kann“. Es gibt aber auch kritische Stimmen. Ein Stadtteilbewohner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, spricht von „rausgeschmissenem Geld“. Es sei doch alles in Ordnung gewesen. „Wenn die Stadt kein Geld hat, kann sie sich so etwas nicht leisten.“ Mit dieser Ansicht steht er jedoch weitgehend allein da. Anwohner, Markthändler und Politiker kritisieren höchstens die Rondelle für Bäume und Schmuckbeete. „Diese Metallringe wirken wie verrostet“, sagte etwa Edeltraut Prochnow, die den ersten Markttag zum Einkaufen nutzte. Auch Irmgard Schmitz vom Geflügelstand kann sich mit der Farbe nicht anfreunden und hat Bedenken hinsichtlich von Verkehrssicherheit und Verletzungsgefahr. „Außerdem werden die Rondelle bestimmt als Müllablage genutzt. Das habe ich auf anderen Märkten beobachtet.“

Bezirksratsherr Eberhard Mecklenburg findet wie viele Anwohner Bepflanzung und Rondelle an sich sehr schön. „Aber was ist das nur für ein Material?“, fragt der Politiker. Das Ganze sehe so rostig aus. „Das kann so nicht bleiben“, meint auch CDU-Mann Lars Pohl und hofft, „dass da noch etwas vorgebaut wird.“

„Die Rondelle bleiben farblich so wie sie sind. Die sind fertig gestaltet“, sagt dagegen Stadtsprecher Dennis Dix. Der Stahl sei hochwertiger Cortenstahl und das markante Rost-Rot auch so beabsichtigt. „Wir haben zudem Erfahrungen mit dem Material. Am Kronsberg gibt es solche Stahlkonstruktionen ebenfalls, und dort stört das keinen“, versichert Dix. Er könne aber verstehen, dass der Anblick anfänglich ungewohnt sei.

Während an den Pflanzen-Rondellen nicht mehr gearbeitet wird, ist bis zum 25. Juni noch einiges zu tun: Es fehlt noch ein Stromverteilerkasten für die Markthändler – am Freitag lagen die Kabel kreuz und quer – und an Hebbel- und Klopstockstraße werden noch Fahrradbügel installiert. Vor allem der Spielplatz gleicht noch einer Baustelle. Dort werde noch an Wegen und der Bepflanzung gearbeitet, sagt Stadtsprecher Dix. Auch der Bolzplatz, wo die Tore derzeit auf einem Sandhügel liegen, werde noch mit neuem Pflaster und neuen Netzen versehen. Auf die Fertigstellung des Spielplatzes warten viele Kinder schon gespannt. „Wir haben uns am letzten Tag vom alten Areal verabschiedet und freuen uns jetzt auf die Neueröffnung“, sagt Tagesmutter Astrid Quaß, die am Freitag mit ein paar Kindern Markt und Baustelle besichtigte.

Einen neuen Vorschlag für mehr Verkehrssicherheit am Platz haben die Grünen gemacht, die den Wunsch nach einer „Spielstraße“ in dem neu gestalteten Bereich zwischen Häusern und Spielplatz äußerten. „Auf dem Platz toben viele Kinder, da ist eine Spielstraße die logische Konsequenz“, sagt Mecklenburg. Viele Anwohner begrüßen diese Idee. Doch für die CDU macht das „auf diesem kleinen Abschnitt keinen Sinn“, wie Lars Pohl sagt. Und auch Ralf Borchers ist der Meinung, „dass die Autos dort langsam genug fahren. Da muss man nicht noch einen draufsetzen.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ost
Region Hannover