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Ost So groß ist der tote Winkel eines LKW
Hannover Aus den Stadtteilen Ost So groß ist der tote Winkel eines LKW
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00:19 17.06.2018
Die großen gelben Planen markieren den Bereich, den der LKW-Fahrer nicht einsehen kann. Quelle: Johanna Steele
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Es ist erst knapp einen Monat her, da wurde ein elfjähriger Junge an der Vahrenwalder Straße von einem Lastwagen überrollt. Er stand mit seinem Fahrrad im toten Winkel des Fahrzeugs, weshalb der Lkw-Fahrer ihn beim Abbiegen an einer Kreuzung übersah.

Etwa genauso alt wie der verunglückte Junge sind die Schüler der Grundschule Mengendamm, die in der vergangenen Woche bei der Aktion „Toter Winkel“ diese Gefahr im Straßenverkehr genauer kennengelernt haben. Gemeinsam mit dem Polizeibeamten Detlef Martin von der Polizeidirektion Hannover List hat die Lkw-Spedition Dachser die Aktion ins Leben gerufen und auf dem Schulhof der Grundschule einen großen Lkw platziert. Klassenweise bekamen die vier vierten Klassen zuerst eine theoretische Einführung in den toten Winkel – also den Teil neben dem Fahrzeug, den ein Verkehrsteilnehmer nicht sieht, wenn er in den Seitenspiegel schaut.

Planen markieren tote Winkel

Anschließend durften die Schüler das Phänomen selbst kennenlernen. An allen Seiten des Lkws hatte das Dachser-Team große Planen platziert, die den Bereich markierten, den der Fahrer nicht einsehen kann, wenn er in den Spiegel schaut. Auf einer Plane stand ein Fahrrad. Abwechselnd kletterten die Schüler in die Fahrzeugkabine, um sich die Situation aus der Fahrerperspektive anzuschauen. „Ich wusste vorher gar nicht, dass der Fahrer nicht alles sehen kann und was ein toter Winkel überhaupt ist“, sagte die 9-jährige Vera erstaunt.

Die meisten der Schüler waren sich einig, dass sie bei abbiegenden Fahrzeugen nun besonders vorsichtig sein wollen. Dem Schulleiter Andreas Kathmann sind solche Verkehrserziehungsaktionen an seiner Schule wichtig. Trotzdem hält er andere Mittel für noch effektiver. „Wir können den Schülern alles erklären, aber im Endeffekt ist das Training entscheidend“, sagte Kathmann. „Kinder lernen nur, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen, wenn sie es täglich tun und nicht jeden Tag von den Eltern mit dem Auto bis vor das Schultor gefahren werden.“

Besonders eindrucksvoll fanden die Schüler der Grundschule Mengendamm den Praxis-Teil der Aktion „Toter Winkel“, bei dem sie selbst in die Fahrerkabine des LKW klettern durften.

Die Speditionsfirma Dachser führt die Aktion schon seit einigen Jahren durch. Nach dem Vorfall an der Vahrenwalder Straße möchte die Firma die Präventionsarbeit aber noch intensivieren. „Wir möchten für das Thema sensibilisieren, schließlich haben wir Mitarbeiter auch kleine Kinder“, sagte Jenna Lubig von Dachser. Selbst bei Erwachsenen seien solche Aktionen denkbar. „Viele sind überrascht, zu sehen, wie groß der tote Winkel bei einem Lkw ist“, bemerkte Fuhrpark-Manager Jan Liebscher. „Wir als Spedition sind einfach in der Pflicht, darüber aufzuklären.“ In den kommenden Jahren sei es das Ziel der Firma, nach und nach alle Fahrzeuge mit Assistenzsystemen und Rückfahrkameras auszustatten.

Von Johanna Steele

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