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Ost Thema Müll: Leibnizschule zeigt Theaterstück „Träshman“
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Thema Müll: Leibnizschule zeigt Theaterstück „Träshman“
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02:16 01.06.2018
Theaterstück Träshman in der Leibnizschule Quelle: Sonja Steiner
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Ein bewunderndes Seufzen steigt aus den Kehlen der adretten jungen Damen auf der Bühne der Leibniz-Schule. Vor ihnen steht Träshman, Hauptfigur im gleichnamigen Stück von Lehrerin Iris Sörgel. Mit schwingenden Petticoats und weißen Blusen verkörpern die jungen Schauspielerinnen die gediegenen Vorstadt-Bewohnerinnen, die sich über den Helden freuen, der endlich ihren Müll wegräumt. Denn um Müll geht es in „Träshman“ und Müll befindet sich in Form von leeren Verpackungen auch unter und neben den Besucherstühlen und in den Gängen der Aula. Während die Bühne mit künstlichem Rasen, mit (Plastik-)Blümchen und weiß gestrichenen Gartenzäunen sehr aufgeräumt wirkt. „Wir wollten etwas zum Thema Müll machen, ohne erhobenen Zeigefinger, sondern mit Spaß“, erläutert Theaterleiterin Iris Sörgel vor dem Stück der Kleinen Theater AG. „Mein Anspruch ist es, zu unterhalten – und viele der Darstellerinnen sind auch zum ersten Mal dabei.“

Die Bürgerinnen auf der Bühne regen sich über den Müll auf, was sie nicht daran hindert, ständig selbst welchen zu produzieren. Als die Bürgermeisterin auf die Idee kommt, eine freiwillige Müllpolizei ins Leben zu rufen, bei der man sich sogar eine goldene Schärpe verdienen kann, sind zunächst alle begeistert. Die Euphorie legt sich schnell, als sie feststellen, dass es mühsam ist, die Bürger ständig zu ermahnen – hier wird das Publikum geschickt mit einbezogen, sehr zur Erheiterung der Zuschauer.

Der Superheld der Hausfrauen

Doch dann tritt Träshman auf den Plan, der als Superheld den Müll immer sofort beseitigt. So wird er zum Star der Hausfrauen – bis ihm ein dunkler Gegenpart den Platz streitig machen will: Träshi­nator, der es nicht einsieht, dass nur der andere so angehimmelt wird. Das Stück gewinnt an Tempo, am Schluss gibt es eine große Müllschlacht mit den nun gar nicht mehr so adretten Damen. Der Clou ist, dass am Ende der wahre Held auftritt, der die ganze Zeit die Mülltonnen schweigend geleert hat – der Müllwerker von der Hannoverschen Abfallwirtschaft.

„Wir haben mit Aha eng zusammengearbeitet und sie haben uns die Mülltonnen und die Arbeitskleidung gestellt“, erzählt Iris Sörgel.

Doch genauso wichtig wie das eigentliche Thema ist das Spielen selbst – das findet jedenfalls Ella Steinwede, die die Bürgermeisterin verkörpert. „Ich muss immer ernst bleiben, das ist nicht so einfach, wenn alle anderen so übertrieben sind. Aber das Übertriebene ist ja auch das Lustige an dem Stück“, meint sie im Vorgespräch. Und Marian Bach, der den Träshman verkörpert, ergänzt: „Das Timing und die Koordination sind gar nicht so einfach umzusetzen.“ Das Beste an dem Stück sei, „dass es nicht realistisch ist, aber trotzdem ein ernstes Thema“. Ein Thema, das die 17 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen elf und 13 Jahren mit großer Spielfreude und Elan auf die Bühne bringen. Und ein Thema, das wirklich ihr Stück ist, weil „sie es mitgestaltet haben und auch am Text mitgearbeitet haben“, betont Iris Sörgel. Da ist alles selbst gemacht: Von der Beleuchtung über die Kostüme, die die Eltern genäht haben, bis hin zum Bühnenbild. Schade für alle Beteiligten, dass es schon nach nur zwei Aufführungen heißt: Müll aus der Aula wegräumen!

Von Sonja Steiner

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