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Misburger Bad in der Kritik

Misburg Misburger Bad in der Kritik

Einwohner und Lokalpolitiker üben heftige Kritik am Zustand des Hallen- und Freibades in Misburg. Der Badbetreiber Optisport hat die Stadt um finanzielle Hilfe gebeten.

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Gestank und Schmutz im Misburger Bad verärgern die Besucher.

Quelle: Jagielski

Misburg. Im Sanitärbereich riecht es nach Urin, es regnet durch das Dach, und monatelang war der Aufzug defekt: Zahlreiche Bürger und die Mitglieder des Bezirksrats Misburg-Anderten nahmen in der jüngsten Sitzung kein Blatt vor den Mund, den niederländischen Betreibern der Firma Optisport ihren Unmut über die lange Liste der Mängel und Versäumnisse vorzuhalten. Drei Vertreter des Unternehmens, darunter auch der Geschäftsführer für Deutschland, Robert Nieland, waren gekommen, um Rede und Antwort zu stehen.

Der Badbetreiber Optisport steckt, wie berichtet, in finanziellen Schwierigkeiten. Deshalb hat er die Stadt als Eigentümerin um finanzielle Hilfe gebeten. Der jährliche Zuschussbedarf liege bei 1,5 Millionen Euro, anderenfalls müsse das Bad geschlossen werden, gab das Unternehmen an. Jetzt erhöht die Stadt ihren jährlichen Betriebskostenzuschuss von 100000 Euro um weitere 340000 Euro bis zum Jahr 2014.

Im Gegenzug verpflichtet sich der Betreiber, mittels diverser Aktionen - vom Diskoschwimmen über Warmbadetage bis zum Sonntagsbrunch - die Zahl der Besucher zu erhöhen. Sie liegt bei zurzeit etwa 70000 zahlenden Besuchern, 24000 Teilnehmern einer Schwimmschule sowie Schülern, die dort schwimmen lernen. Prognostiziert worden waren aber 150000 zahlende Besucher. Auch das Restaurant soll wiederbelebt werden. Parallel dazu lässt die Stadt von der Deutschen Gesellschaft für das Bäderwesen ein langfristiges Gesamtkonzept erstellen - wie auch für alle anderen Bäder im Stadtgebiet. Es soll im März 2013 vorliegen.

Die Schwimmsparte der Sportgemeinschaft Misburg nutzt das Bad regelmäßig. Hans-Joachim Schinke vom Vereinsvorstand bemängelte, die Betreiber würden Hauptnutzer wie Vereine überhaupt nicht in Gespräche einbeziehen. „Schade, dass die Stadt jetzt noch einmal so viel Geld in die Hand nehmen muss, um den Fortbestand zu sichern“, sagte Schinke. Kerstin Seitz (CDU) kritisierte, dass Besucher an kühlen Sommertagen vorher anrufen und fragen müssten, ob an diesem Tag das Freibad oder das Hallenbad geöffnet habe. „Solche Informationen müssten Besuchern schon frühmorgens im Internet zur Verfügung stehen.“

WfH-Bezirksratsherr Jürgen Quardt riet gleich, die Betriebsführung des Bades auszuwechseln. „Ich bin im Sommer hier oft vorbeigefahren. Auf dem Parkplatz herrschte gähnende Leere, der Aufzug des Bades, das behindertengerecht geplant wurde, war Ewigkeiten defekt, und im Kinderplanschbecken liegt Sand“, führte er aus. „Es ist immer einfach, nach finanzieller Hilfe zu rufen.“ Als Manko bezeichneten Politiker aller Fraktionen den Umstand, dass das Misburger Bad nicht mit im Verbund der Dauerkartenbetriebe sei. Der Nachteil liege darin, dass Nutzer nicht wie Inhaber städtischer Dauerkarten die Möglichkeit hätten, bei schlechten Wetter etwa ins Hallenbad nach Anderten auszuweichen oder sich mit Freunden im Annabad oder Nordostbad zu treffen.

Robert Nieland von Optisport kündigte unterschiedliche Aktionen zur Attraktivitätssteigerung an. Außerdem würden zusätzliche 400-Euro-Kräfte und Praktikanten beschäftigt, ein Reinigungsplan sei aufgestellt worden. „Das Geld, das Sie beim Personal einsparen, nutzt nichts, wenn die Besucher ausbleiben, weil das Bad stinkt und schmutzig ist“, hakte Antje Niewisch-Lennartz (Grüne) noch einmal nach. „Sie sollten auch die Anregungen der Besucher aufgreifen anstatt sie in den Papierkorb zu werfen.“

Frank Herbert vom städtischen Fachbereich Sport und Eventmanagement, versprach, die weiteren Entwicklungen genau im Auge zu behalten. Die Alternative, dass die Stadt das Bad wieder in Eigenregie betreibe, sei unrealistisch, weil die Personalkosten dadurch deutlich höher würden. „Dann müsste der Betriebskostenzuschuss bei etwa einer Millionen Euro im Jahr liegen, weil nicht nur die direkt Beschäftigten, sondern auch die Mitarbeiter in der Verwaltung bei der Kostenermittlung herangezogen würden.“

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