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Ost Neonazi aus Hannover muss Strafe zahlen
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Neonazi aus Hannover muss Strafe zahlen
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08:37 22.07.2011
Von Tobias Morchner
Weil er sein Hakenkreuz-Tattoo gezeigt hatte, wurde ein Neonazi zu einer Geldstrafe verurteilt. Quelle: dpa
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Hannover

Der Neonazi Patrick H. aus Kleefeld ist am Donnerstag vom Landgericht Hannover zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen von je 10 Euro verurteilt worden. Der 25-Jährige hatte sich im März 2009 während einer öffentlichen Party in Wunstorf mit nackten Oberkörper gezeigt und so den quer über seinem Rücken tätowierten Reichsadler samt Hakenkreuz zur Schau gestellt.

Das Gericht verurteilte ihn wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. In erster Instanz hatte ihn das Amtsgericht Neustadt zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten auf Bewährung verurteilt. In der Revisionsverhandlung vom Donnerstag, in die Patrick H. ohne juristischen Beistand gegangen war, weil sein Rechtsanwalt kurzfristig aus ungeklärten Gründen sein Mandat niedergelegt hatte, stritt er die Tat erneut ab. Wegen seiner Uneinsichtigkeit hatte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft einen doppelt so hohen Tagessatz für den 25-Jährigen gefordert. Doch der Vorsitzende Richter Harald Zimbehl hielt einen Tagessatz von lediglich 10 Euro aufgrund der geringen Einkünfte, der zu leistenden Unterhaltszahlungen und der Schulden des Angeklagten für ausreichend.

Der Prozess fand unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen statt. Die Zuschauer mussten sich vor Eintritt in den Saal ausweisen und ihre Taschen kontrollieren lassen. Denn Patrick H. ist in der rechten Szene kein Unbekannter. Er nimmt im gesamten Bundesgebiet an Neonazi-Aufmärschen teil, ist mehrmals wegen Gewalttaten verurteilt worden und soll an dem Neonaziübergriff auf eine Mahnwache in Kleefeld und an der gewaltsamen Attacke auf einen Schüler in der Silvesternacht 2009/2010 am Kröpcke beteiligt gewesen sein.

Das Revisionsverfahren vor dem Landgericht war ursprünglich auf zwei Tage ausgelegt. Geplant war, sämtliche Zeugen, die damals das Hakenkreuz-Tattoo gesehen hatten, erneut zu hören. Doch nachdem Richter Harald Zimbehl angedeutet hatte, er sei bereit, die Bewährungsstrafe in eine Geldstrafe umzuwandeln, wenn der Angeklagte auf weitere Revisionsansprüche verzichte, willigte H. schließlich ein – obwohl er zum Auftakt der Verhandlung noch einen Freispruch für sich gefordert hatte.

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