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Ost Misburg hat wieder Bahnanschluss
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Misburg hat wieder Bahnanschluss
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00:15 17.12.2014
Von Saskia Döhner
Jungfernfahrt: Die erste offizielle Bahn fährt in die neue Endhaltestelle Misburg ein. Quelle: Treblin
Hannover

Rund 20 Millionen Euro hat der Bau des 1,5 Kilometer Abschnitts zwischen der Schierholzstraße und dem Zentrum Misburgs gekostet. Die Hälfte der Kosten trug der Bund, 2,5 Millionen Euro kamen vom Land und 7,5 Millionen Euro von der Region.

„Das ist alles Ihr Steuergeld“, rief Regionspräsident Hauke Jagau (SPD) den mehr als 1500 Zuschauern zu. In 22 Minuten könne man jetzt zum Kröpcke in die City fahren, „ohne Stau und Parkplatzsuche“. Bezirksbürgermeister Klaus Dickneite (SPD) warb auch für den umgekehrten Weg: „Jetzt können auch mehr Besucher von außen unsere kulturellen, sportlichen, lukullischen und andere Angebote kennenlernen.“ In den 1950er Jahren habe man noch gedacht, dass die Zukunft dem Auto gehöre, und nicht dem öffentlichen Nahverkehr, sagte Jagau. Jetzt wisse man es besser. „Früher galt Bahnfahren als etwas für arme Leute“, sagte Üstra-Vorstandschef André Neiß.

Misburg hat allen Grund zum Feiern: Pünktlich zum Fahrplanwechsel wird Misburg-Mitte an das Stadtbahnnetz angeschlossen. Endpunkt der Linie 7 ist dann nicht mehr die Station Schierholzstraße, sondern das Zentrum des Stadtteils. 

Die Linie 7 ist die erste Linie der Üstra, die komplett barrierefrei ist, alle Haltestellen sind über Hochbahnsteige auch für Menschen mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen bequem zu erreichen. Bürgermeister Thomas Hermann sprach von einem „guten Tag für Hannover und für Misburg“. An allen Haltestellen gebe es auch Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, für Pendler wurde ein Park-and-Ride-Platz mit 54 Stellplätzen errichtet, der laut Stefan Harcke von der für den Bau verantwortlichen Infrasturkturgesellschaft nicht von Anwohnern dauerhaft zweckentfremdet werden dürfe: „Da werden wir ein Auge darauf haben.“

Boris Rogosin jedenfalls freut sich, dass er jetzt schnell mit der Bahn in die Stadt zur Arbeit fahren kann: „Wir wohnen nur 80 Meter von der Haltestelle entfernt.“ Und auch für seine Kinder entfällt künftig das lästige Umsteigen in den Bus. „Endlich kein langes Warten mehr“, sagt die elfjährige Tochter Nele.

Bahn in Zahlen

20 Millionen Euro kostet der Ausbau der 1,5 Kilometer langen Strecke bis Meyers Garten, der gesamte Ausbau der Linie 7 sogar 80 Millionen.
Drei Haltestellen gibt es auf der Neubaustrecke.
5000 Anwohner in Misburg, im weiteren Umfeld sogar 13 5000 Menschen sollen die Bahn in dem Abschnitt nützen.
1955 fuhr die letzte Stadtbahn der Linie 13, danach übernahmen Busse den Verkehr.
Ende der 1970er Jahre begannen die Planungen für eine neue Stadtbahn.

Anwohnerin Margret Jöhrens befürchtet, dass die Misburger Geschäfte unter dem schnellen Weg in die Innenstadt leiden könnten.  Jens Zimmermann, stellvertretender Vorsitzender der Uniformierten Schützengesellschaft, hält es eher mit Bezirksbürgermeister Dickneite: „Die Bahnanbindung ist auch für die Geschäfte hier eine Chance.“

Gestern konnte man zwischen Kröpcke und Meyers Garten umsonst fahren. Ab April 2015 sollen auf der Strecke dann auch die neuen Stadtbahnwagen TW 3000 eingesetzt werden. Zur Inbetriebnahme der neuen Endstation  – wie ursprünglich geplant – hatte dies nicht geklappt, weil der Hersteller Wagen mit mangelhaften Schweißnähten geliefert hatte.

 

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