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Ost Neue Gesamtschule ist umstritten
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Neue Gesamtschule ist umstritten
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15:27 12.03.2012
Von Margret Jans-Lottmann
Das Schulzentrum Bothfeld ist als Standort für eine Gesamtschule im Gespräch. Quelle: Ulrich zur Nieden
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Stadtbezirk Ost

Bothfeld soll eine Integrierte Gesamtschule (IGS) erhalten, die die Schüler bis zum Abitur führt. Das zumindest fordert die SPD-Fraktion im Bezirksrat Bothfeld-Vahrenheide. In der jüngsten Sitzung des Gremiums beantragten die Sozialdemokraten, die Stadt solle zum 1. August 2013 eine IGS im Schulzentrum Bothfeld einrichten - und lösten damit eine hitzige Debatte mit der CDU aus.

Große Bedenken äußerten zudem Vertreter der IGS Vahrenheide/Sahlkamp. Die Gründung einer IGS in Bothfeld könnte im schlimmsten Fall die Existenz der IGS Vahrenheide/Sahlkamp bedrohen, weil sie leistungsstarke Schüler abziehe, sagte Christoph Nippert, Mitglied der erweiterten Schulleitung. "Damit wird der Kampf um das gute Drittel Schüler eröffnet."

Eine Entscheidung zur Einrichtung einer IGS Bothfeld vertagte der Bezirksrat allerdings auf die nächste Sitzung Ende März. Die CDU hatte weiteren Beratungsbedarf angemeldet und den Antrag deshalb in die Fraktion gezogen. Auch die Grünen-Fraktion sah nach den Worten ihrer Vorsitzenden Imke Knoll keine Veranlassung, sofort über den SPD-Antrag zu entscheiden. SPD-Fraktionschef Florian Spiegelhauer hatte auf eine schnelle Entscheidung gedrungen, damit die Stadt gegebenenfalls noch vor der Sommerpause die Einrichtung einer IGS in Bothfeld beim Land beantragen kann.

Die Stadt prüft zurzeit zwei Standorte für die Gründung einer fünfzügigen IGS: Das Schulzentrum Bothfeld und die Berta-von-Suttner-Schule in der Südstadt. Wann die Prüfungen abgeschlossen sein werden, lasse sich momentan noch nicht sagen, teilte Stadtsprecherin Susanne Stroppe auf Nachfrage des Stadt-Anzeigers mit. Die Stadt strebe aber ein Ergebnis vor den Sommerferien an.

Spiegelhauer betonte, es sei wichtig, dass der Bezirksrat der Stadt rechtzeitig zeige, wo dieser hin wolle. Nach dem Wunsch der SPD soll die IGS Bothfeld ab dem fünften Jahrgang als Ganztagsschule geführt werden. Für die Oberstufe, die Schüler ab dem elften Jahrgang besuchen, soll eine Zusammenarbeit mit der IGS Vahrenheide/Sahlkamp angestrebt werden. "Davon werden beide Schulen profitieren", betonte Spiegelhauer.

Die Ada-Lessing-Hauptschule und die Lotte-Kestner-Realschule, die zurzeit im Schulzentrum Bothfeld angesiedelt sind, würden im Fall einer IGS-Gründung aufgelöst. "Die Eltern in Bothfeld haben sich eindeutig für die Schulform IGS ausgesprochen", betonte Spiegelhauer. Er bezog sich dabei auf eine Untersuchung, für die die Stadt Eltern aller drei Grundschulen in Bothfeld nach ihrem Interesse an einer IGS befragt hatte. Das Ergebnis ist eindeutig: Insgesamt 59,8 Prozent wünschen sich eine solche Schule für ihren Stadtteil.

CDU-Fraktionschef Felix Blaschzyk indes kritisierte die Umfrage der Stadt. Sie sei nicht objektiv, da sie nicht auch das Interesse an einer Oberschule abgefragt habe - jener Schulform, der das CDU-geführte niedersächsische Kultusministerium den Vorrang gibt. Blaschzyk betonte: "Wir lehnen eine IGS nicht ab und verteufeln sie auch nicht." Nachvollziehbar nannte er aber die Bedenken der IGS Vahrenheide/Sahlkamp. "Die sollte man nicht mir nichts, dir nichts wegwischen."

Vertreter der IGS Vahrenheide/Sahlkamp hatten dem Bezirksrat zuvor eindringlich die schon bestehende Konkurrenzsituation mit dem benachbarten Gymnasium Herschelschule und der vor zwei Jahren gegründeten IGS Büssingweg geschildert. Eine IGS in Bothfeld werde weitere Schülerströme von der IGS Vahrenheide/Sahlkamp abziehen, sagte Nippert. "Wir bangen jedes Jahr von Neuem."

Nippert verwies zudem auf die schlechteren Bedingungen, unter denen die neue IGS starten würde. An der vor 17 Jahren gegründeten IGS Vahrenheide/Sahlkamp sei der Ganztagsunterricht für Schüler verpflichtend. Neue Gesamtschulen genehmige das Land aber nur noch als offene Ganztagsschule. Dort gibt es nur ein Nachmittagsangebot, an dem Schüler freiwillig teilnehmen können und das häufig auch nicht von Lehrern betreut wird.

Vorstellen könne das Kollegium sich aber eine Gesamtschule mit einer gemeinsamen Oberstufe und unter einem Namen, die einen Standort in Vahrenheide/Sahlkamp und einen in Bothfeld habe, sagte Nippert dem Stadt-Anzeiger. Voraussetzung dafür sei aber ein gut durchdachtes Konzept.

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