Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Ost Kampfkunstverein feiert 90-jähriges Bestehen
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Kampfkunstverein feiert 90-jähriges Bestehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:23 12.06.2018
Beim Judo-Jiu-Jitsu dreht sich alles um die Selbstverteidigung. Quelle: Philipp von Ditfurth
Oststadt

Es knallt bei jedem Wurf, und das ist gut so. Die Judoka in der Turnhalle der Werner-von-Siemens-Schule am Welfenplatz klatschen ihren Fall auf der Matte ab – je lauter der Knall, desto sanfter der Fall. Nebenan gehen Frauen in weißen Anzügen mit Stöcken aufeinander los, verdrehen einander die Arme und gleiten zu Boden. Jiu-Jitsu, das ist Selbstverteidigung mit und ohne Waffen. „Alles eine Frage der Technik“, sagt Jonas Stühmann, Pressewart der Judo-Jiu-Jitsu-Vereinigung von 1928 (JVH).

Seit 90 Jahren rollen Mitglieder der JVH über den Boden, üben Würfe und Haltegriffe. Damit gehört die Vereinigung zu den ältesten Kampfsportvereinen Hannovers. Am Freitag und Sonnabend, 8. und 9. Juni, feiern die Mitglieder ihr Jubiläum – vereinsintern, weil in der Turnhalle der Werner-von-Siemens-Schule nicht viel Platz ist. Knapp 200 Mitglieder zählt die JVH. Das war nicht immer so.

Schwierige Zeiten nach dem Krieg

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg war der Verein auf fünf Mitglieder geschrumpft. Die Judoka wollten ihrem Sport nachgehen, doch das war nicht so einfach. Die Alliierten hatten etwas dagegen, dass sich Deutsche in Kampfkünsten übten. „Aber beim Frühschoppen gelang es, den Standortkommandanten umzustimmen“, sagt der erste Vorsitzende Max Klußmann. So habe es das älteste, inzwischen verstorbene Vereinsmitglied berichtet, das in diesem Jahr 90 Jahre alt geworden wäre. Die Judoka durften also trainieren, aber wo?

In der Oststadt feiert die Vereinigung ihr 90-jähriges Bestehen. Quelle: Philipp von Ditfurth

Anfangs mussten sich die Kampfsportfans mit einer Reithalle begnügen. Auf dem Sandboden wurde eine Plane ausgebreitet, fertig war der Untergrund. „Die Halle muss sehr kalt gewesen sein, immer wieder waren die Sportler gezwungen, Extrarunden zu laufen“, berichtet Klußmann. Der Trainer trug einen Gelbgurt, den niedrigsten Schülergrad. Aber von allen Teilnehmern hatte er die meiste Erfahrung. Später zogen die Judoka in eine Turnhalle in der Rumannstraße um. Dort diente eine vier mal vier Meter große Schaumstoffmatte als Untergrund. Da es noch keinen Judoverband gab, wurde die Vereinigung dem Ringerverband zugeordnet.

In den Sechzigerjahren wechselten die Kampfsportler erneut den Trainingsort und zogen in die Sporthalle der Bonifatiusschule. „Dort gab es das erste Mal Duschen, allerdings mit Münzeinwurf“, erzählt Klußmann. In den Siebzigerjahren verlegte die JVH ihren Standort dann schließlich zum Welfenplatz. Die darauf folgende Dekade haben ältere Vereinsmitglieder als Hochzeit des Kampfsports in Erinnerung. Die Mitgliederzahlen schnellten nach oben, Karatefilme waren beliebt, der hannoversche Judoka Frank Wieneke errang Olympiagold. „Da war eine super Zeit“, sagt Klußmann. Danach legte sich die Kampfsport-Euphorie, aber die Judo-Jiu-Jitsu-Vereinigung gibt es noch immer.

Von Andreas Schinkel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das ehemalige Oststadtkrankenhaus wird abgerissen. Anwohner sind wegen des Staubes in Sorge – doch die Eigentümerin Hanova gibt Entwarnung.

12.06.2018

Am 17. Juni schließt das Vahrenwalder Video-Eck – die letzte Familienvideothek der Stadt. Zuvor hatten Dutzende Mitbewerber aufgegeben. Bis zum 17. Juni gibt es einen großen Ausverkauf in dem Laden.

11.06.2018

Seit 25 Jahren gibt es die Kita der Titusgemeinde schon. Mit einem großen Sommerfest haben Mitarbeiter, Kinder, Freunde und Familien dieses Ereignis nun gefeiert.

07.06.2018