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Ost Verstöße im grünen Bereich
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Verstöße im grünen Bereich
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15:51 24.10.2013
Die zweijährige Sennenhündin Jodie ist nie ohne ihre Leine unterwegs. Quelle: Sabine Gurol
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Hannover

Der Ton auf Hannovers Grünflächen wird rauer. Die Stadt beklagt, dass auf den Einsatz der Parkranger verstärkt aggressiv reagiert wird. Außerdem verzeichnen die Ordnungskräfte in den östlichen Stadtteilen deutlich mehr Konflikte mit Falschparkern und Hundehaltern. Auch der Konsum von Alkohol und Drogen auf Spielplätzen muss von den Parkrangern immer häufiger unterbunden werden. Insgesamt zählten die zehn städtischen Parkranger im vergangenen Jahr 9.220 Kontakte mit Bürgern wegen Missnutzung der öffentlichen Grünflächen. Besonders häufig war dabei Hannovers Osten betroffen. In den Stadtbezirken Mitte, Vahrenwald-List, Bothfeld-Vahrenheide, Buchholz-Kleefeld und Misburg-Anderten zählten die Parkranger 5.691 Verstöße.

Die Aufgabe der Parkranger ist es, die Probleme auf den städtischen Grünflächen im persönlichen Gespräch mit den Bürgern zu lösen. Bei wiederholten oder schwerwiegenden Verstößen sowie bei Parkvergehen erstatten die Parkranger aber auch Ordnungswidrigkeitsanzeigen. Die stadtweit 2.320 Anzeigen im Jahr 2012 richteten sich in der Regel gegen Falschparker. Rund 80 wurden gegen Hundehalter ausgestellt, weitere 40 wegen anderer Ordnungswidrigkeiten - etwa Urinierens in der Öffentlichkeit.

Zahl der Einsätze steigt

Im Vergleich zu 2011 stieg die Zahl der Kontakte zwischen Parkrangern und Missnutzern um 1.418 Einsätze. Der deutliche Zuwachs erklärt sich zum großen Teil durch den Personalzuwachs. Die Stelle „Teamleitung Parkranger“ etwa wurde im April 2012 neu geschaffen. Außerdem hat die Stadt die vakante Stelle in Bothfeld-Vahrenheide wieder besetzt. Seit Anfang 2013 beschäftigt der städtische Fachbereich Umwelt und Stadtgrün nun insgesamt zehn Parkranger. Sieben Mitarbeiter sind jeweils einem der Pflegebezirke des Fachbereichs zugeordnet. Der Teamleiter koordiniert und organisiert die Einsätze, zwei Parkranger werden als Urlaubs- oder Krankheitsvertretung eingesetzt. Außerdem verstärken sie bei Bedarf die sieben Revierkräfte. Die gehen zwar in der Regel allein auf Streifen, benötigen allerdings manchmal auch Unterstützung.

Die Verstärkung wird etwa nach Einbruch der Dunkelheit oder bei Sondereinsätzen benötigt. Seit Anfang dieses Jahres fährt eine Doppelstreife am Wochenende mit einem Dienstfahrzeug die Schwerpunktflächen im gesamten Stadtgebiet ab. „So kann die Präsenz erhöht und das Sicherheitsgefühl für alle Bürgerinnen gesteigert werden“, sagt die Stadt. Allerdings verweist die Verwaltung auch darauf, dass die Einsätze der Parkranger immer gefährlicher werden. „Negativ auffällig in den letzten Jahren ist eine allgemeine Tendenz zu aggressiverem Verhalten bei den durch die Parkranger angesprochenen Missnutzern“, erklärt die Stadt.

Spielplätze im Fokus

Die Verwaltung beobachtet auch die Tendenz auf den Spielplätzen mit Sorge. 665 Mal mussten die Parkranger in 2012 einschreiten, weil auf oder direkt neben einem Spielplatz Alkohol, Zigaretten oder Drogen konsumiert wurden. Das sind 200 derartige Einsätze mehr als noch 2011. Für den deutlichen Anstieg ist vor allem der Stadtbezirk Bothfeld-Vahrenheide verantwortlich, in dem 2012 ganze 144 Einsätze mehr als im Vorjahr gezählt wurden. Der explosionsartige Anstieg erklärt sich zwar vor allem dadurch, dass der Stadtbezirk 2011 keinen eigenen Parkranger hatte und nur aushilfsweise betreut wurde. Dennoch nimmt Bothfeld-Vahrenheide (173 Einsätze in 2012) in der stadtweiten Statistik noch vor den Stadtbezirken Mitte (166) und Vahrenwald-List (112) einen traurigen Spitzenplatz ein. Als lokale Schwerpunkte des Alkohol- und Drogenkonsums im Stadtbezirk nennt die Verwaltung die Spielplätze Gebrüder-Hartmann-Straße in Bothfeld und Odenwaldstraße im Sahlkamp. Auf Letzterem sei der „gelegentliche Drogenkonsum“ durch die regelmäßigen Kontrollen allerdings reduziert worden, berichtet die Stadt.

Verstöße bei Tierfreunden

Auch die Tierfreunde benehmen sich in Bothfeld-Vahrenheide auffällig häufig daneben. 578 Gespräche führten die Parkranger im Stadtbezirk, weil Hunde nicht angeleint, Hundekot nicht aufgehoben oder unerlaubt Tiere im Park gefüttert wurden. Selbst im Stadtbezirk Mitte (444 Einsätze), in dem der größte Teil des Stadtwalds Eilenriede liegt, zählten die Ordnungskräfte nicht so viele Vergehen von Hundehaltern. Am häufigsten ignorieren jedoch die Hundebesitzer an Leine und Ihme in Linden-Limmer (746 Einsätze) den Leinenzwang.

Das unerlaubte Parken auf Grünflächen ist dagegen vor allem in der Eilenriede ein Problem. Gerade bei Großveranstaltungen stellen viele Autohalter ihre Fahrzeuge auf Rasenflächen oder auf Baumscheiben ab. 1.895 derartige Verstöße zählten die Parkranger allein im Stadtbezirk Mitte - 375 Parkvergehen mehr als im Vorjahr. Die Parkvergehen in Mitte sind der mit Abstand größte Posten in der Statistik der Parkranger, gleichzeitig spülen die geahndeten Falschparker auch viel Geld in die städtische Kasse.

Eine von der Stadt angestrebte Aufstockung der Parkranger bleibt dennoch eine Kostenfrage. Der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün hätte gerne jeweils zwei feste Kräfte für jeden der sieben Pflegebezirke. „Das ist mittlerweile notwendig, um sich gegenseitig zu unterstützen und die Sicherheit zu erhöhen“, begründet die Behörde. Mehrere Stadtbezirksräte haben sich ebenfalls schon für einen zusätzlichen Parkranger für ihren Bezirk ausgesprochen. Bisher verwies die Verwaltung jedoch auf fehlende Haushaltsmittel. In der Ratsversammlung, die zusätzliche Mittel bereitstellen könnte, waren zusätzliche Stellen für Parkranger in jüngerer Vergangenheit allerdings kein Thema.

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