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Ost Pinocchio für den jungen Bücherwurm Liam aus Misburg
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Pinocchio für den jungen Bücherwurm Liam aus Misburg
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12:33 04.08.2011
Aus dem Buch, das Kai Debski Liam schenkt, hat ihm schon seine Großmutter vorgelesen. Quelle: Schmidt
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Misburg

Der Moment ist schon ein bisschen feierlich. Kai Debski fasst in einen grünlichen Samtsack und holt eine bunte Holzfigur mit langer Nase hervor. „Die Nase kann man abschrauben und durch eine längere Nase ersetzen, wenn Pinocchio wieder lügt“, erklärt der 43-jährige Innenausstatter den drei kleinen Schwestern Linette, Lorin und Lilya – doch vor allem ihrem großen Bruder Liam. Denn wegen des siebenjährigen Liam stattet Debski der Familie Aldemir in Misburg einen Besuch ab. Debski hatte aus dem Stadt-Anzeiger vor zwei Wochen erfahren, dass Liam schon fast 300 Bücher gelesen hat und sich besonders für die Geschichte von Pinocchio interessiert. Da fiel dem Mann aus der List ein altes Buch ein, aus dem ihm schon seine Großmutter vorgelesen hatte. Und eben dieser Holz-Pinocchio, den er bei einem Toskana-Urlaub in der Nähe von Viareggio in einer kleinen Werkstatt gekauft hat. Ganz in der Nähe von dem Ort, an dem Pinocchios Geschichte begann.

Vorsichtig nimmt Liam die Holzfigur in Empfang. Dann aber entscheidet er sich dafür, das fast 50 Jahre alte Buch aufzuschlagen, das Debski ihm ebenfalls mitgebracht hat. Die Seiten sind ein bisschen vergilbt. Liam schnüffelt daran. „Es riecht ein bisschen alt“, erklärt Debski, während Liam bereits anfängt, mit leiser Stimme vorzulesen. „Es ist genau die Geschichte wie in dem anderen Buch“, erzählt er stolz seinen Eltern Esmihan und Sükrü, denn Liam hat bereits ein Exemplar der Pinocchio-Abenteuer vom italienischen Autor Carlo Collodi. Fast fließend liest er aus dem ersten Kapitel vor, bleibt nur beim Wort „Schreiner“ kurz hängen.

Vater Sükrü erzählt, dass Liam bereits mit zwei Jahren angefangen hat, nach Buchstaben zu fragen und in wenigen Wochen das Alphabet gelernt hat. Der begabte Siebenjährige, der nach den Sommerferien in die zweite Klasse der Grundschule Mühlenweg kommt, hat längst seine Eltern dabei abgelöst, den kleinen Schwestern vorzulesen. „Am liebsten Dinogeschichten“, sagt er. Seinem Vater hat Liam zum Geburtstag gerade eine kleine Detektivgeschichte über einen unbekannten Zeitungsdieb geschrieben.

Kai Debski, der selbst ein großer Bücherfan ist, findet es toll, dass Liam viel liest und freut sich, dass Buch und Figur in gute Hände kommen. Liam verspricht, zum Abschied, auch seine Schwestern mit der Figur spielen zu lassen. Die sitzen zwar brav am Tisch, betrachten die Figur jedoch begehrlich. „Gleich, wenn Sie weg sind, geht es los“, prophezeit Mama Esmihan.

Karin Vera Schmidt

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