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Seniorinnen stricken für die Indians

Kleefeld Seniorinnen stricken für die Indians

Der hannoversche Eishockeyverein hat auch in der Nähe von Alfeld Fans. Dort stricken alte Damen Maskottchen für den Klub, die bei den Heimspielen der Indians verkauft werden.

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Kuschelige Kerlchen: Für die Indians wird fleißig gestrickt.

Hannover. Ein kleiner Indianer ist ab sofort jedes Mal dabei, wenn die kleinen Indians übers Eis flitzen. Der Nachwuchs des Eishockeyklubs vom Pferdeturm hat jetzt sein eigenes Maskottchen, das die „Bambini“, wie sich die Fünf- bis Neunjährigen des Vereins nennen, bei ihren Spielen begleiten soll. Doch kein Sponsor oder Marketingmensch hat den Indianer ersonnen. Vielmehr handelt es sich um ein Unikat, das im wahren Wortsinn eine ganz eigene Masche bei den Indians verkörpert: Die gut 80 Zentimeter messende Indianerpuppe ist aus Wolle und das Werk eines Strickkreises rühriger Seniorinnen, die mit dem neuen Maskottchen einmal mehr beweisen, dass die Zuneigung zu dem hannoverschen Eishockeyverein bis ins Alfelder Umfeld reicht.

Die Initiative „Senioren stricken mit Herz“ aus Grünenplan, einem Ortsteil des Fleckens Delligsen in der Nähe von Alfeld, lässt bereits seit einem gutem Jahr die Stricknadeln für den Eishockeyverein klappern. Die von den Strickerinnen zunächst gefertigten Indianerhandpuppen entwickelten sich schnell zum Kult am Pferdeturm. Und so wurde der Wollfaden auch anderweitig wieder aufgenommen. Zum Beispiel bekamen die Ordner des ECH zu Weihnachten 30 Paar handgestrickte Socken von der Initiative geschenkt.

Auch an die Jüngsten im Verein hat man mittlerweile in Grünenplan gedacht: Die „Bambini“ bekamen jetzt beim Training ihr gestricktes Maskottchen ebenso überreicht wie 35 „Trösterchen“, wollene kleine Kerle mit Mütze in den Vereinsfarben, die den Kindern nach einem verlorenenen Spiel die Laune wieder aufhellen sollen. Rund 50 Arbeitsstunden hätten die Seniorinnen für das Maskottchen aufgewendet, sagt Sabine Baraniak, Leiterin der bestrickenden Initiative und selbst großer Eishockeyfan. Noch einmal 70 Stunden seien für die „Trösterchen“ hinzugekommen. Ziel des Strickprojektes ist es, den Teilnehmern eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, Lebensfreude und Kontakte in der Gruppe zu ermöglichen. Werden Erlöse aus den Handarbeiten erzielt, werden sie für soziale Zwecke gespendet.

Sabine Baraniak war mit ihrem Mann Rolf und dem befreundeten Ehepaar Gisela und Waldemar Utta aus Garbsen, das die Initiative unterstützt, ins Stadion am Pferdeturm gekommen, um die Handarbeiten zu übergeben. Neben den Kindern freuten sich auch die Trainer Julia Graunke und Heiko Rust über den Besuch. Rust und sie hätten Gemeinsamkeiten ihrer ehrenamtlichen Arbeit entdeckt, meinte die Leiterin des Strickkreises im Anschluss: „Was für ihn die strahlenden Kinderaugen sind, sind für mich die strahlenden Augen der Senioren.“

Die Indianerhandpuppe wird bei den ECH-Heimspielen für 5 Euro verkauft. Der Erlös fließt in die Jugendarbeit des Vereins.

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