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Zoo

Sophienschule findet keine Lehrer


Eine Wochenstunde weniger Mathematikunterricht als vorgesehen haben seit Beginn dieses Schuljahres die Schüler der Klassenstufen fünf bis neun in der Sophienschule im Zooviertel.
Vor allem in Mathe und Physik fehlen dem Gymnasium die Lehrer.

Vor allem in Mathe und Physik fehlen dem Gymnasium die Lehrer.

© Rainer Surrey (Archiv)

 

Lediglich in der Klassenstufe zehn und der Kollegstufe wird Unterricht in vollem Umfang nach Plan erteilt. Auch die Fächer Sport und Kunst mussten in einzelnen Jahrgängen gekürzt werden. Den Grund teilte Schulleiterin Brigitte Helm in den Müttern und Vätern an Elternabenden persönlich mit und informierte zusätzlich über einen Elternbrief: Die Mangelfächer Mathematik und Physik hätte man trotz intensiver Bemühungen nicht besetzen können. Am Ende des vergangenen Schuljahres waren acht Lehrkräfte in Pension gegangen oder vorübergehend beurlaubt worden. Trotz etlicher neuer Lehrer konnte man die entstehenden Lücken nicht vollständig schließen.

Viele Eltern sind über diese Entwicklung beunruhigt. „Einerseits sollen die Kinder in zwölf Jahren Abitur machen, andererseits erhalten sie die erforderlichen Stunden nicht“, beklagt sich eine Mutter, die lieber nicht genannt werden möchte, stellvertretend für viele andere. Die Schulleitung bemühe sich derzeit darum, einen sogenannten Quereinsteiger einzustellen, gibt Susanne Straetz, Sprecherin der Landesschulbehörde auf Nachfrage des Stadt-Anzeigers an – einen Wissenschaftler, der zwar ein Mathematikstudium, nicht aber eine pädagogische Ausbildung absolviert hat. Das sei alles nicht dramatisch, beruhigt die Sprecherin: „Es scheint ja zu laufen“.

Ganz so reibungslos läuft es aber offenbar doch nicht: Zwar habe die Landesschulbehörde inzwischen aus einem Sonderfonds für besondere Missstände Geld für eine Zwischenlösung zur Verfügung gestellt. Doch die vier Wissenschaftler, die sich am Gymnasium in der Seelhorststraße zwischenzeitlich vorgestellt hätten, seien alle nicht akzeptabel gewesen, sagt Schulleiterin Helm. Nun hofft sie, nach den Herbstferien eine junge Frau einstellen zu können, die bislang immerhin das Erste Staatsexamen im Fach Mathematik bestanden hat, das Zweite Staatsexamen jedoch noch nicht abgelegt hat. Die Lehrerin in spe soll dann übergangsweise vier Klassen übernehmen. „Und zum 1. Februar werden wir die Stelle wieder ausschreiben“, erklärt Helm.

von Sigrid Krings

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  • Quereinsteiger Troll – 18.09.09
    Die sogenannten "Quereinsteiger" müssen nicht unbedingt schlechte Lehrer sein. Was man vor der zweiten Staatsprüfung an den Seminaren lernt, hat mit der schulischen Praxis häufig gar nichts zu tun. Die Ausbilder dort sind zuvor nicht selten von den eigenen Schulen weggelobt worden, damit sie die betriebliche Atmosphäre dort nicht weiter beeinträchtigen. An den Seminaren reiten sie dann ihr firlefanz-pädagogisches Steckenpferd und zwingen den Nachwuchs von der Uni über Notendruck auf Anpassungskurs. Im Grunde zeichnet sich ein guter Lehrer durch zwei wesentliche Eigenschaften aus, die er im Rahmen einer pädagogischen (und das heißt leider überwiegend theoretischen) Ausbildung ohnehin nicht erwerben kann: fachliche Kompetenz und persönliche Integrität.
  • Nicht nur die Sophienschule WillmaNord – 16.09.09
    Die Einstellung sog. Quereinsteiger ist die Bankrotterklärung der Personalplanung an den Schulen. Da werden einerseits die angeblichen pädagogischen Mängel bei den erfahrenen (und ausgebildeten) Lehrern bemängelt und andererseits mit den 'Wissenschaftlern' unerfahrene Kräfte auf die Kinder losgelassen, die zum Teil bereits erwachsene Studenten aus Übungen und Seminaren an der Uni vergrault haben. Die Entwicklung lässt Schlimmes erahnen.

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