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Stadt muss baufälligen Schultrakt schließen

Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium Stadt muss baufälligen Schultrakt schließen

Im Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium beginnt der erste Schultag nach den Sommerferien mit erheblichen Turbulenzen. Die Stadt Hannover musste einen Gebäudetrakt absperren, weil Putz von der Decke rieselte. Zwei Jahrgänge werden ausgelagert.

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Schultrakt des KWRG muss aus Sicherheitsgründen gesperrt werden.

Quelle: Archiv

Hannover. Für die Schüler des Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasiums (KWRG) im Zooviertel beginnt der erste Schultag nach den Sommerferien mit reichlich Ärger. Denn die Stadt hat einen baufälligen Gebäudetrakt aus Sicherheitsgründen abgesperrt, sodass zwei Jahrgänge, rund 180 Schüler, ausgelagert werden. Man will sie in einem leer stehenden Schulgebäude in der Birkenstraße unterbringen. In einem Schreiben der Schulleitung an die Eltern, das der HAZ vorliegt, heißt es, dass die Schüler bis zu den Weihnachtsferien in der Birkenstraße unterrichtet werden. Danach stellt die Stadt Klassen-Container auf dem KWRG-Gelände auf. Die Abiturienten wollen den Auszug nicht widerstandslos hinnehmen. „Durch das ewige Pendeln zwischen den Gebäuden habe ich gar keine Pause mehr“, sagt Philipp Hierner, Mitglied der Schülervertretung. Zudem sei die Birkenstraße in der Südstadt weit entfernt. „Wir müssen mit der Schulleitung sprechen“, kündigt er an.

Im Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium beginnt der erste Schultag nach den Sommerferien mit erheblichen Turbulenzen. Die Stadt Hannover musste einen Gebäudetrakt absperren, weil Putz von der Decke rieselte. Zwei Jahrgänge werden ausgelagert.

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Während der Ferien rieselte in dem maroden Schultrakt Putz von der Decke und eine Tür klemmte. Ein Statiker wurde beauftragt und entdeckte mehrere Risse in der Decke. „Um jegliches Risiko auszuschließen, werden vorsorglich keine Schüler mehr in das Gebäude gelassen“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix. Er betont aber, dass keine Einsturzgefahr bestehe. Ohnehin sei geplant, den Trakt abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Baustart soll im Sommer 2015 sein, Fertigstellung in 2017. „Wir bedauern die Unannehmlichkeiten, die diese Situation mit sich bringt“, sagt Dix.

Doch damit sind die Gemüter keineswegs beruhigt. Elternvertreter Thomas von Hodenberg spricht von einem Skandal. „Denn immer wieder haben wir darum gebeten, dass der Schultrakt endlich saniert wird“, sagt er. Aber die Stadt habe die Reparatur verschoben. „Jetzt wird die Schulverwaltung von der Realität eingeholt, und die Schüler haben das Nachsehen“, ärgert sich von Hodenberg. Viele Eltern sorgten sich um den Zustand des restlichen Gebäudes. In ihrem Brief an die Elternschaft betont die Schulleitung, dass alle anderen Teile des KWRG-Hauses sicher seien.

Der Streit um den maroden Schultrakt hat auch eine politische Dimension. Die CDU hatte stets gemutmaßt, dass die Stadt die Sanierung des KWRG hinten anstellt, weil das humanistische Gymnasium quer zur rot-grünen Schulpolitik liegt. Gesamtschulen seien der Schulverwaltung wichtiger als ein Traditionsgymnasium, so der Vorwurf. CDU-Ratsherr Maximilian Oppelt jedenfalls hält den ganzen Vorgang für „skandalös“. Er kündigt eine scharfe Debatte im Schulausschuss an.     

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