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Stadtrundfahrt im Schildkrötenmodus

Segways Stadtrundfahrt im Schildkrötenmodus

Sie sind leise, wendig und umweltschonend – und sie liegen im Trend: Segways. Auch in den östlichen Stadtteilen sieht man die amerikanischen Elektroroller immer häufiger, spätestens seit es am Lister Kirchweg die Firma eco4drive und in Döhren den Segway Express gibt.

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So geht‘s rund: Detlef Eichler erklärt, wie man einen Segway über über eine Wippe fährt.

Hannover. Gegründet wurde Segway Express im Juli 2010 vom Gerüstbauer Frank Samiez. Auf seinem Gelände in der Zeißstraße 63 begann er zunächst mit 20 Segways, mit denen seine Kunden durch einen Hütchenparcours kurven. Inzwischen hat Samiez seinen Fuhrpark auf 40 Stück verdoppelt, und bietet weit mehr.

Neben dem Parcoursfahren sind es vor allem die Stadtrundfahrten, die Geld in die Kasse spülen. Fünf verschiedene Touren – vom „Roten Faden“ bis zu „Hannover am Wasser“ – bietet Segway Express an. Gebucht werden sie nicht bloß von Touristen, sondern durchaus auch von Einheimischen. Weil viele von ihnen zum ersten Mal auf einem Segway stehen, darf niemand ohne ein Fahrsicherheitstraining den Hof verlassen. „Bei uns gilt ,Safety first’“, sagt Detlef Eichler, der die Unterfirma für Samiez leitet.

Jede Gruppe wird mit Kaffee begrüßt, bekommt eine Einweisung, unterschreibt einen Haftungsausschluss und probiert die Segways auf einer Anfängerstrecke aus. Die ersten Meter sind die schwierigsten, denn zuerst muss gelernt werden, das Elektrofahrzeug per Gleichgewicht zu steuern: Beugt man sich vor, geht es vorwärts, lehnt man sich zurück, hält der Elektro-Roller an oder fährt rückwärts. Zunächst rollt der Segway im Schildkrötenmodus, also maximal sechs Stundenkilometer schnell, im offenen Modus kann er 20 Stundenkilometer erreichen.

Ist die Anfängerrunde bestanden, schickt Eichler seine Gruppen in den 3000 Quadratmeter großen Sicherheitsparcours mit ein paar Gefahrenquellen und Hindernissen. „Wir haben den ganzen Parcours mit Bordsteinen eingerahmt, wie im echten Leben“, sagt Eichler. Außerdem müssen Sand, Schotter und Kies sowie eine Brücke, Wippe und ein Hügel überquert werden. Erst danach werden die Segway-Anfänger „auf die Menschheit losgelassen“, wie Eichler es nennt, und dürfen das Firmengelände verlassen.

Die Stadtrundfahrten werden von Eichler oder einem seiner sechs Mitarbeiter geführt, mit durchschnittlich zehn Personen sind sie unterwegs und fahren auf Wunsch auch individuelle Routen. „Wir machen es so, wie der Kunde möchte“, sagt Eichler und zitiert sein Motto: „Unmögliches erledigen wir sofort, Wunder dauern etwas länger.“ Einzige Voraussetzung sei: Gestartet wird immer in Döhren.

Immer häufiger sieht Eichler auch größere Gruppen, etwa bei Betriebsausflügen oder Geburtstagsfeiern. Um dem Event-Charakter des Segwayfahrens gerecht zu werden, hat die Firma im November 2010 zusätzlich einen Partykeller eröffnet: Hier gibt es einen kleinen Elektroroller-Parcours, damit auch bei Schnee und Eis das Geschäft laufen kann, und einen großen Raum mit Bar, Billardtisch, Kicker, Beamer und Fernseher.

Mehr als tausend Kunden hat Eichler seit Start des Unternehmens gezählt. „Und es gibt erstaunlich viele Wiederholungstäter“, sagt der Geschäftsleiter. Schwarze Zahlen schreibt die kleine Firma aber noch nicht. Die Runde auf dem Elektroroller ist jedoch nicht gerade billig: Eine Stunde Parcoursfahren kostet 39 Euro, die zweieinhalbstündige Stadtführung 59 Euro und ein sogenannter Segway-Führerschein 49 Euro. Ein ähnliches Angebot hat das Segway-Unternehmen eco4drive im Lister Kirchweg, erzählt Eichler.

Auf den Segway steigen darf in Döhren jeder von acht bis 80 Jahren, der mehr als 45 Kilo wiegt, also im Prinzip auch schwerere Kinder. Seit Juli 2009 ist die amerikanische Erfindung im deutschen Straßenverkehr zugelassen; um dort Segway zu fahren, braucht man allerdings einen Mofaführerschein. Als Privatfahrzeug hat sich der Segway jedoch noch nicht durchgesetzt. Vermutlich liegt das an seinem Preis, schließlich kostet er 8500 Euro.

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