Die Anwohner fühlen sich von der Stadtverwaltung seit Jahren vertröstet. Jetzt heißt es erneut, dass die Straße erst fertiggestellt werden soll, wenn das letzte Grundstück bebaut ist. „Wir glauben allmählich nicht mehr daran, dass es hier jemals weitergeht“, sagt Jens-Michael Emmelmann. Der Unternehmer ist doppelt betroffen: Als Anlieger hat er längst seinen Teil zum Ausbau dazubezahlt, und als hannoverscher Ratsherr wird er von anderen Anliegern häufig auf den Missstand angesprochen. „Für diese unfertige Baustelle hat in Bothfeld keiner mehr Verständnis“, sagt Emmelmann.
Eigentlich ist es ein normaler Vorgang: Wie in jedem Baugebiet lässt die Stadt den „Endausbau der Verkehrsflächen“, also die Straßendecke, Bordsteinkanten Gehwegbeläge, erst dann erledigen, wenn die schweren Baufahrzeuge abgerückt sind und das letzte Grundstück bebaut ist. Ziel ist, dass nicht immer wieder Schwerlastverkehr die gerade fertiggestellten Flächen zerstört. Doch in dem Bothfelder Areal zwischen Sutelstraße und Im Heidkampe haben die Anlieger allmählich die Nase voll vom langen Warten.
1998 habe man sich mit der Stadtverwaltung und diversen Beteiligten zusammengesetzt und beraten, wie das Areal aufgewertet werden könnte, berichtet Emmelmann. Unter anderem hat die BauWo Grundstücks AG dort das langgestreckte, vor allem von der Tui genutzte Gebäude gebaut, die Hohenzollerndamm Immobilien-GmbH hat zahlreiche Wohnimmobilien errichtet, und nicht zuletzt hat Emmelmann den Einkaufspark Klein-Buchholz immer weiter ausgebaut. Nur ein Grundstück ist seit Jahren unbebaut – mitsamt den vorgelagerten Straßenflächen.
Sowohl bei der Stadt als auch beim Grundstückseigentümer, der sich derzeit öffentlich nicht äußern will, heißt es, die Bebauung des Grundstücks stehe kurz bevor. Aktuell liefen abschließende Gespräche für die Baugenehmigung, teilen beide Seiten nur mit. Bei der Stadt ist Sprecher Andreas Möser daher zuversichtlich, dass auch der Straßenbau bald abgeschlossen werden kann. „Es ist doch sinnvoll, zu warten, bis das letzte Grundstück bebaut ist.“
Anlieger Emmelmann allerdings hat kaum noch Vertrauen in solche Versprechen. „Ich höre seit zwei Jahren, dass es in Kürze losgehen soll auf der Fläche“, sagt er. „Jetzt heißt es wieder, dass ein Baubeginn kurz bevorsteht – wie lange soll sich das denn noch hinziehen?“
Sein Vorschlag: Die Stadt lässt Straße und Gehweg ausbauen, und wenn dann tatsächlich durch Arbeiten auf dem Grundstück Teile der Anlagen beschädigt werden, müsse das Bauunternehmen eben haften: „So läuft das doch überall in der Stadt.“ Immerhin hätten die Anlieger vor etwa zehn Jahren rund 600.000 Euro für den Ausbau von Straßen und Nebenanlagen bezahlt. „Die Privaten sind in Vorleistung getreten, aber die Stadt erbringt die Gegenleistung nicht“, sagt Emmelmann: „Inzwischen müsste unser Geld eigentlich verzinst werden.“ Bei der Stadt will man sich auf solche Rechnungen nicht einlassen. „Wir sind zuversichtlich, dass es in Kürze losgeht“, sagt Sprecher Andreas Möser.