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Ost Pläne für die Schulentwicklung im Stadtbezirk
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Pläne für die Schulentwicklung im Stadtbezirk
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10:00 08.09.2018
Der erste Bauabschnitt an der Leibnizschule wird eingeweiht. Quelle: Nancy Heusel
Vahrenwald-List

Der Stadtbezirk Vahrenwald-List ist mit 13 Einrichtungen der Bezirk mit der höchsten Schuldichte in Hannover. Deshalb ist der Sachstandbericht der Verwaltung zu Entwicklung und baulichen Situation der Lehranstalten in der jüngsten Bezirksratssitzung auch besonders umfangreich ausgefallen. Dabei geht es um bauliche aber auch strukturelle Maßnahmen wie Schuleinzugsgebiete bei Grundschulen, Ausbau für G 9 oder den Ganztagsbetrieb.

Mit der Fortschreibung des Kommunalen Schulentwicklungsplans hat der Schulträger zudem die Ergebnisse eines verbesserten Prognoseverfahrens für den Zeitraum 2018/19 bis 2022/23 vorgestellt. Grundlage der Prognosen bilden die Daten aus der amtlichen Schülerstatistik zum Schuljahr 2017/18 – Stand 17. August 2017. Die bisher in der Schulplanung verwendeten Modelle zur Berechnung künftiger Schülerzahlen wurden überarbeitet und durch ein differenziertes Prognoseverfahren ersetzt.

Danach deutet alles darauf hin, dass die Schülerzahlen steigen. Im Bezirk Vahrenwald-List ist davon allerdings in der Praxis nicht viel zu spüren. Die Leiter mehrerer Grundschulen aus der List beklagten auf der Sitzung der Stadtteilpolitiker, dass die Schülerzahlen deutlich unter der prognostizierten Zahl zurückliegen, mitunter muss eine Klasse weniger aufgemacht werden als vorgesehen. „Die Schülerzahl-Prognosen decken sich nicht mit den Schülerzahlen, sie weichen bis zu 20 Prozent nach unten ab“, betonte Andreas Kathmann, Leiter der GS Mengendamm. Die Grundschule am Welfenplatz ist dreizügig, bekommt aber nur eine Klasse aus dem Schulbezirk zustande. Und auch die prognostizierten Schülerzahlen an der Comenisschule sind nach dem Schrumpfen des Einzugsbezirks auf die Hälfte unrealistisch. „Wir werden die Statistiken noch einmal genau überprüfen“, verspricht Schulplaner Stefan Rauhaus, der gemeinsam mit seinem Kollegen Stefan Bär die Pläne für die Schulen im Stadtgebiet vorgestellt hat.

GS Alemannstraße: Die Grundschule ist vierzügig und wird seit dem Schuljahr 2010/11 als offene Ganztagschule geführt. Im Schuljahr 2017/18 gibt es insgesamt zwölf Klassen, daher verfügt die Grundschule über freie Kapazitäten. Zum Schuljahr 2017/18 wurden die Schulbezirksgrenzen der Grundschulen im Stadtbezirk Vahrenwald-List geändert. Die Prognose geht in den kommenden Jahren von einer steigenden Schülerzahl aus vor allem durch das Neubaugebiet Vahrenwalder Anger und Ompteda­straße. Die Schule ist saniert und wurde für den Ganztagsbetrieb ausgebaut, im Schulgebäude befindet sich ein Hort.

GS Brüder-Grimm-Schule: Die Schule ist vierzügig mit insgesamt 16 Klassen und seit dem Schuljahr 2016/17 offene Ganztagsschule. Das Gebäude ist saniert und für den Ganztags ausgebaut. Zum Schuljahr 2017/18 wurde der Schuleinzugsbereich in Richtung der GS Mengendamm verändert. In den kommenden Schuljahren ist mit einem Anstieg der Schülerzahlen zu rechnen. Grund dafür sind die Entwicklung der Baugebiete Constantinstraße, Am Listholze und Günther-Wagner-Allee. Für die zu erwartende Anzahl der Klassen sind räumliche Kapazitäten nur begrenzt vorhanden. Die Verwaltung wird die Möglichkeiten der räumlichen Unterbringung der zu erwartenden Klassen durch innerschulische organisatorische Maßnahmen oder die Möglichkeiten zur Aufstellung von mobilen Raumeinheiten prüfen.

GS Comeniusschule: Im Schuljahr 2017/18 werden an der vierzügigen Schule insgesamt elf Klassen unterrichtet. Im Schulgebäude befindet sich ein Hort. Für die Comeniusschule liegt keine Interessenbekundung für den Ganztagsbetrieb vor. Zum vergangenen Schuljahr wurde das Schuleinzugsgebiet nach Norden erweitert. Für die kommenden Jahre ist daher mit steigenden Schülerzahlen zu rechnen.

GS Glücksburger Weg: Die Schule ist zweieinhalbzügig ausgelegt und hat derzeit zehn Klassen. Sie ist saniert, barrierefrei und für den Ganztag ausgebaut und seit dem Schuljahr 2016/17 als offene Ganztagsschule geführt. Für die kommenden Jahre ist mit schwankenden Schülerzahlen zu rechnen. Die langfristige Entwicklung der Schülerzahlen wird beobachtet.

GS Rosa-Parks: Die vierzügige Grundschule wurde zum Schuljahr 2013/14 als offene Ganztagsschule neu gegründet. Die Schule nutzt das ehemalige Gebäude der ausgelaufenen Rosa-Parks-Hauptschule. Die Räumlichkeiten werden schrittweise im Bestand den Bedürfnissen einer Ganztagsgrundschule angepasst. Die derzeitige Prognose geht davon aus, dass die Vierzügigkeit in den kommenden Jahren nicht überschritten wird, sodass keine Raumprobleme zu erwarten sind.

GS Mengendamm: Die vierzügige Grundschule Mengendamm führt im Schuljahr 2017/18 insgesamt 16 Klassen. Der Unterricht in Jahrgang eins und zwei wird in jahrgangsübergreifenden Lerngruppen organisiert. Die Lerngruppen bestehen je zur Hälfte aus Erst- und Zweitklässlern. Die Schülerhöchstzahl liegt bei 24 Kindern je Lerngruppe. Im Schulgebäude befindet sich ein Hort. Eine Nachmittagsbetreuung wird seit dem Schuljahr 2017/18 angeboten. Die Aufnahme des Ganztagsbetriebs soll nach Abschluss der geplanten Sanierungs- und Ausbaumaßnahmen begonnen werden. Die Prognose der Entwicklung der Schülerzahl basiert auf dem Schuleinzugsbereich ab dem Schuljahr 2017/18 und deutet auf eine konstante Vierzügigkeit hin.

GS Am Welfenplatz: Die Schule wurde 2014/15 als dreizügige offene Ganztagsgrundschule neu gegründet. Aufgrund der nicht optimalen Gebäudesubstanz der Schule setzt die Verwaltung den Neubau einer barrierefreien Ganztagsgrundschule mit einer Einfeld-Sporthalle um. Fertigstellung ist für Spätherbst 2018 vorgesehen. Auf dem Grundstück entsteht neben dem Schulgebäude auch eine Kindertagesstätte für fünf Gruppen. Zum Schuljahr 2017/18 wurde der Schuleinzugsbereich der Grundschule verkleinert. Die zu erwartenden Schüler aus dem Baugebiet Bredero-Hochhaus sind in der Prognose mit eingerechnet, die derzeit auf eine konstante Dreizügigkeit hinweist.

GS Bonifatiusschule: Die dreizügige Bonifatiusschule ist eine von vier konfessionellen Grundschulen in städtischer Trägerschaft. Der Schulbezirk umfasst das gesamt Stadtgebiet. Daher wird für diese Schule lediglich die Schülerzahlenentwicklung bis zum Schuljahr 2017/18 dargestellt. Die Bonifatiusschule möchte ab dem Schuljahr 2020/21 mit dem Ganztag beginnen.

Realschule Werner-von-Siemens-Schule: Die dreizügige Realschule bietet je Jahrgang ein Platzangebot für 90 Schüler. Sie hat konstante Schülerzahlen und weist in einzelnen Jahrgängen noch geringe Kapazitäten auf. Zur räumlichen Entlastung der Realschule, insbesondere in Hinblick auf Büroräume für zusätzliches pädagogisches Personal aber auch für Differenzierungsräume, soll die frei werdende Hausmeister-Dienstwohnung zur schulischen Nutzung umgestaltet werden. Für die Realschule Werner-von-Siemens liegt eine Interessenbekundung für den Ganztagsbetrieb vor. Eine Umsetzung ist voraussichtlich zum Schuljahr 2020/21 möglich.

IGS Büssingweg: Die IGS Büssingweg, gegründet als fünfzügige IGS, wird seit dem Schuljahr 2014/15 vierzügig geführt. Sie ist durchgehend ausgelastet. Zum Schuljahr 2016/17 wurde an diesem Standort mit dem Aufbau einer fünfzügigen Sekundarstufe II in Kooperation mit der IGS List und der IGS Vahrenheide-Sahlkamp begonnen. Es wurden zum Schuljahr 2017/18 fünf elfte Klassen mit insgesamt 137 Schülerinnen und Schülern gebildet und damit die vorgesehene Zügigkeit für die Einführungsphase der gemeinsamen Oberstufe erreicht. Die entsprechenden baulichen Erweiterungsarbeiten laufen derzeit.

IGS List: Die IGS List ist eine vierzügige Schule im Sek-I-Bereich und bietet ein Platzangebot für 120 Schüler je Jahrgang. Sie weist in allen Jahrgängen konstante Schülerzahlen auf, sodass eine durchgehende Auslastung besteht. Die IGS List bietet seit dem Schuljahr 2016/17 eine Oberstufenkooperation mit der IGS Büssingweg und damit einen direkten Übergang zur Oberstufe an.

Gymnasium Leibnizschule: Das vierzügige Gymnasium Leibnizschule bietet in der Sekundarstufe I ein Platzangebot für 120 Schüler und ist durchgehend bis an die Kapazitätsgrenze belegt. In den vergangenen Jahren hat das Gymnasium Leibnizschule im fünften Jahrgang 31 sowie im aktuellen Schuljahr 32 Kinder pro Klasse aufgenommen, um die hohen Anmeldezahlen für die Schulform Gymnasium aufzufangen. Dem zusätzlichen Platzbedarf für G 9 soll mit Ausbau und Aufstockung der sanierten Gebäude begegnet werden.

Gymnasium Ricarda-Huch-Schule: Das vierzügige Gymnasium verfügt über eine Außenstelle und bietet pro Jahrgang 120 Plätze. Beide Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Im Jahrgang fünf ist die Schule voll ausgelastet; in den Jahrgängen sieben bis zehn sind geringe freie Platzkapazitäten erkennbar. Die Umsetzung von G 9 wird durch schulorganisatorische Maßnahmen sowie kleinere bauliche Veränderungen vorgenommen.

Kommentar: Rechenexempel Schülerzahlen geht nicht auf

Die Schulen im Stadtbezirk sind auf einem guten Weg – sowohl was den baulichen Zustand als auch die Inhalte betrifft. Die meisten Einrichtungen sind bereits zeitgemäß saniert, können G 9 und Schüler mit Einschränkungen aufnehmen sowie den Ganztagsbetrieb anbieten. Allein die Prognose der Schülerzahl bleibt trotz eifriger Recherche offenbar ein Rätsel. Bei den weiterführenden Schulen kann ohnehin nur schwer gerechnet werden, da sich Schüler aus dem gesamten Stadtgebiet anmelden können. Bei den Grundschulen indes, wo mit Schuleinzugsgebieten gearbeitet wird, sollte eine Schätzung der Schülerzahlen leichter fallen. Das jüngste Hin- und Herschieben der Einzugsgrenzen jedoch hat die erwartete Zahl der Schüler offenbar schwer kalkulierbar gemacht. Denn obwohl die Stadt seit Kurzem mit neuen Statistiken und ausgefeilten Prognosen arbeitet, klaffen Theorie und Praxis weit auseinander. Manche Grundschulen bekommen sogar eine Klasse weniger gefüllt als vorausgesagt. Die neue städtische Rechnung scheint daher nicht zwingend aufzugehen. Da sollte nachgebessert werden, damit die Schulen sich besser auf das vorbereiten können, was sie tatsächlich erwartet.

Von Susanna Bauch

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