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Willi Eckert ist Profi-Ehrenamtlicher

Zu Hause In der List Willi Eckert ist Profi-Ehrenamtlicher

Willi Eckert sieht aus als hätte er unbegrenzt Zeit. Aber das sieht nur so aus. Zwar ist der 74-jährige Bankkaufmann nach 40 Jahren Dienst längst im Ruhestand, doch ist er viel unterwegs in anderen Missionen. Schon seit seinem 19. Lebensjahr betätigt sich der Hannoveraner ehrenamtlich und hat jetzt für diese Arbeit das Bundesverdienstkreuz erhalten.

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Die Ämter, die Willi Eckert schon ehrenamtlich bekleidet, kann er kaum noch zählen. Jetzt hat er für seine freiwillige Arbeit das Bundesverdienstkreuz bekommen.

Obwohl Eckert die meisten seiner Ehrenämter für den Rugbysport verrichtet hat, schneien auch häufig neue Aufgaben in anderen Bereichen in sein Leben hinein. Jüngst hat er es übernommen, neue Patienten im DRK-Krankenhaus Clementinenhaus in der List zu empfangen und auf die Stationen zu begleiten. „Ich weiß nicht, wie ich das geschafft habe“, erinnert er sich rückblickend an die Jahre, in denen er – neben den Ehrenämtern – häufig mehr als 40 Stunden wöchentlich noch im Dienst war. Eckert hat sich der ehrenamtlichen Tätigkeit gewidmet, wie andere Menschen Fußball spielen, Briefmarken sammeln, musizieren oder in der Freizeit anderen Tätigkeiten nachgehen.

„Ehrenamt ist mein Hobby“, sagt er fröhlich. Parallel dazu hat der dreifache Vater und sechsfache Großvater ein intensives Familienleben. Ein Großteil davon spielt sich in der geräumigen Wohnung an der Christuskirche ab, die er mit seiner Frau Margret – und früher den Kindern – schon seit 36 Jahren bewohnt. Angefangen hat die Sache mit Eckerts Hobby zunächst ganz gwöhnlich. Während einer Versammlung des VfV Hainholz, wo er seit 1946 Mitglied war, wurde ein Schriftführer gesucht. „Das könnte ich ja vielleicht mal machen, habe ich mir mit 19 gedacht“, erzählt er. Wenig später war er auch noch Spartenleiter Rugby. Und ein paar Jahrzehnte später dann 1. Vorsitzender im Nordstädter Turnverein, wo er selbst bis zu seinem 38. Lebensjahr Rugby spielte.

Parallel dazu war Eckert auch 1. Vorsitzender im Deutschen Rugby-Verband (DRV), wo er seit 1991 auch als Ehrenpräsidiumsmitglied geführt wird. Seine langjährige Arbeit als Bankkaufmann hat dem Nordstädter viele Aufgaben im Bereich Finanzen eingebracht. Er war Kassenwart und Kassenrevisor in mehreren Vereinen, ist Mitglied im Finanzausschuss des DRV und führt die Kassengeschäfte der Erich-Kraft-Stiftung des DRV seit dem Jahr 2000.

Abgesehen davon ist Willi Eckert aber auch eine Art Gründervater geworden. Die Arbeitsgemeinschaft Hainhölzer Vereine hat er mitgegründet, den Ende 2008 wieder aufgelösten Verein zur Förderung des Spitzensports und auch den Kirchbauverein der Christuskirche in der Nordstädter Kirchengemeinde, wo er als Schatzmeister mal wieder die Finanzen verwaltet. Überhaupt hat der rührige Rentner eine besondere Beziehung zu der großen Kirche nebenan. Hier wurden er und seine Frau getraut, die Kinder konfirmiert, und hier steht nicht selten Willi Eckert in Konzertpausen da und schenkt Sekt aus. Natürlich ehrenamtlich.

Einer seiner großen Wünsche in Bezug auf die Christuskirche scheint jetzt zudem in Erfüllung zu gehen: Nachdem die Außenrenovierung fertig ist, steht nun die Innenrenovierung an. Die Entscheidung, dem Mädchenchor Hannover in der Kirche eine neue Bleibe zu schaffen, trägt dazu bei, dass nun nicht allein der Kirchbauverein das Geld für die Sanierung einsammeln muss. In all diesen Zusammenhängen kann Willi Eckert von Glück sagen, dass Weihnachten 2011 noch eine Weile hin ist. Dann nämlich steht wieder der große Auftritt für sein einziges Hobby ins Haus, das nichts mit Ehrenamt zu tun hat. „Weihnachten ist hier alles voll mit Schnee- und Weihnachtsmännern und Pinguinen“, erzählt er. Allesamt hat er mit der Laubsäge am Esstisch ausgesägt, geschliffen und liebevoll angemalt. Ein paar mehr davon können es dieses Jahr ruhig noch werden. Dafür wird sich Eckert in den Verschnaufpausen vom Ehrenamt Zeit nehmen – wenn es denn welche gibt. Karin Vera Schmidt

Karin Vera Schmidt

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