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„Wir wollen die hohen Mauern einreißen“

Isernhagen-Süd „Wir wollen die hohen Mauern einreißen“

Das Nachbarschaftsgefühl im nördlichsten Stadtteil Hannovers soll besser werden. Dazu soll es künftig mehr Feste im Stadtteil geben, bei denen die Bürger miteinander ins Gespräch kommen können. 

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Der neue Vorstand des Bürgervereins Isernhagen-Süd (von links): Reinhold Hufnagl, Andrea Sixdorf, Heidi Roggemann und Karsten Höhns.

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Isernhagen-Süd. „Viele Stadtteilbewohner kennen sich nur vom Grüßen, wir möchten sie mehr zusammenführen“, sagt Karsten Höhns, der neue Vorsitzende des Bürgervereins Isernhagen-Süd. Außerdem will sich der frisch gewählte Vorstand um die Dauerprobleme im Stadtteil wie etwa Verkehrsbelastung, Lärm und die Verbesserung der Infrastruktur kümmern.

Bei der Vorstandswahl im März war die frühere Vereinsspitze um Werner Mollnau nach 14 Jahren nicht mehr zur Wiederwahl angetreten. Die neue Führung will frischen Wind in den Traditionsverein bringen. Dem Vorsitzenden stehen dazu Heidi Roggemann und Andrea Sixdorf zur Seite, die bereits viele Jahre ehrenamtlich im Stadtteil tätig sind. „Wir wollten den Vorstand schon lange Zeit verjüngen und endlich auch Damen aufnehmen - das ist uns jetzt glücklicherweise gelungen“, sagt Schriftführer Reinhold Hufnagl. Nach 30 Jahren Vorstandsarbeit hätte er sein Amt auch abgegeben, will aber der neuen Führung aber noch als „Bindeglied“ zur Seite stehen.

Der Bürgerverein hat rund 260 Mitglieder und gilt als eine der wichtigsten Institutionen im 1600-Seelen-Ort. „Etwa ein Drittel der Haushalte ist bei uns Mitglied“, sagt Hufnagl. Dadurch spiele der Verein auch als Hinweisgeber für die Politik ein gewichtige Rolle. „Die Zusammenarbeit mit dem Bezirksrat, der Stadt, der Polizei in Lahe und den Bothfelder Kaufleuten ist sehr gut“, sagt Höhns.

Direkt nach der Neuwahl befragte der neue Vorstand seine Mitglieder nach den drängendsten Themen in Isernhagen-Süd. „Die Verkehrsberuhigung ist der größte Dauerbrenner“, berichtet Höhns. Um den vielbefahrenen Prüßentrift zu meiden, würden viele Autofahrer auf Schleichwege vor allem über die Große Heide ausweichen und sich dort oftmals nicht an das Tempo halten.

Trotz hoher Grundstückspreise wird in Isernhagen-Süd auch viel gebaut, wodurch viele Neubürger in den Stadtteil ziehen. „Der Stadtteil wird zunehmend jünger“, sagt Roggemann. Allerdings gebe es nur einen Spielplatz und nur eine Kita im Ort, zudem müssten die Fußwege am Prüßentrift sicherer werden. „Uns fehlt eine bessere Infrastruktur“, bemängelt sie.

Teilweise konnte der Bürgerverein die strukturellen Probleme des Stadtteils schon vermindern. So finanzierte der Verein aus eigenen Mitteln einen elektronischen Geschwindigkeitsanzeiger in der Großen Heide. Außerdem holte der Bürgerverein „Uli, der Oldenburger“ in den Stadtteil. Der fahrende Händler bringt regelmäßig frische Lebensmittel nach Isernhagen-Süd, nachdem es im Ort keinen Supermarkt mehr gibt. „Die Nahversorger machen hier einfach kein Geschäft“, sagt Hufnagl. Das sei leider nicht zu ändern.

Das Zusammengehörigkeitsgefühl im Stadtteil sei dagegen verbesserungsfähig. „In Isernhagen-Süd sind die Mauern hoch - die wollen wir ein bisschen einreißen“, sagt Höhns. Spätestens im kommenden Jahr will der Bürgerverein deswegen ein erstes kleines Stadtteilfest organisieren. Das könne etwa als Straßenfest oder auf dem TSC-Gelände gefeiert werden, wo auch das jährliche Osterfeuer abgefackelt wird. „Ein Sommerfest schaffen wir leider nicht mehr, das braucht viel Vorbereitung“, erklärt der Vorsitzende.

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