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Ost Neue Unterkunft für Flüchtlingsfamilien eröffnet
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Neue Unterkunft für Flüchtlingsfamilien eröffnet
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12:00 22.07.2018
Die Häuser am Nikolaas-Tinbergen-Weg verfügen über 22 Wohneinheiten mit insgesamt 65 Betten. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Buchholz-Kleefeld

In dieser Woche wird das neue Flüchtlingswohnprojekt im Nikolaas-Tinbergen-Weg 8 offiziell in Betrieb genommen. Eigentlich sollten Flüchtlinge auch gleich in das Nachbarhaus mit der Nummer 6 einziehen, ein Wasserschaden an dem Gebäude zögert die Nutzung allerdings noch bis Ende September hinaus. In den Häusern mit je elf Wohnungen sollen Flüchtlingsfamilien untergebracht werden, die derzeit in Wohnheimen leben.

Die Stadt hat in der vergangenen Woche Nachbarn und Interessierte eingeladen, um sich die Unterkunft anzuschauen und ihre Fragen loszuwerden. Rund drei Dutzend Bürger sind gekommen, um einen Blick auf das Zuhause ihrer neuen Nachbarn zu werfen. Ein Mann ist sogar extra aus Braunschweig angereist. „Wenn man sich nicht informiert, kann man nicht mitreden“, meint der Senior. Ihm gefällt, was er sieht, „schöne helle Räume und für die Kinder ein Garten zum Spielen.“

Einrichtung und ein Blick ins Grüne

Sämtliche Wohnungen sind einheitlich mit Betten, Schränken, Tischen, Stühlen sowie Badezimmer mit Waschmaschine und Trockner und einer kleinen Einbauküche eingerichtet. Überall wird den künftigen Bewohnern der Blick ins Grüne gewährt, die Einheiten verfügen über Balkon oder Terrasse.

Viele Interessierte wollen von den Mitarbeitern des städtischen Bereichs Unterbringung wissen, woher die Flüchtlinge kommen, die die fünfte Unterkunft im Stadtbezirk Buchholz-Kleefeld beziehen. Koordinatorin Anja Stein kann diese Frage nicht beantworten. „Die Menschen leben alle bereits in hannoverschen Wohnheimen.“ Aus welchem Land sie geflüchtet sind, bleibt zunächst offen.

Grundsätzlich dürfen die Familien bleiben, bis ihr Asylverfahren positiv beschieden ist oder ihnen Duldung gewährt wird. „Dann ist eigentlich vorgesehen, sie in Wohnungen unterzubringen“, so Stein. Die Lage auf dem Wohnungsmarkt allerdings lasse da wenig Spielraum. Einige Bürger sind in die neue Einrichtung gekommen, um dem DRK-Leitungsteam um Yulyia Schulze ihre Hilfe anzubieten. Vertreter eines Unterstützerkreises wollen Sportkurse geben, andere erkundigen sich nach Unterstützungsmöglichkeiten in Amtsangelegenheiten oder bei der Kinderbetreuung.

Die Wohnungen sind bereits mit dem Nätigsten eingerichtet. Quelle: Tim Schaarschmidt

Es gibt allerdings auch skeptische Stimmen. „Wir haben wirklich schon so viele Unterkünfte im Stadtteil. Solange die Menschen keine Arbeitserlaubnis haben, kann es zu Problemen kommen“, fürchtet eine Nachbarin. Und es gibt auch welche, die das Gefühl haben, selbst schlechter zu wohnen als die Flüchtlinge. „Einen Trockner konnte ich mir ein Leben lang nicht leisten“, meint eine Seniorin. Dennoch will sie die neuen Bewohner willkommen heißen – und hofft vor allem für die Kinder, dass sie sich in der Nachbarschaft schnell heimisch fühlen.

Von Susanna Bauch

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