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Wohnungsbau im Idyll ist vorerst vom Tisch

Isernhagen-Süd Wohnungsbau im Idyll ist vorerst vom Tisch

Aus dem wichtigen Landschaftsschutzgebiet Obere Wietze soll zumindest in den nächsten zehn Jahren keine Flächen für Wohnungsbau herausgelöst werden. Die Region Hannover überarbeitet aktuell die Verordnung für das Landschaftsschutzgebiet, die aus dem Jahr 1969 stammt. Dabei sind einige Veränderungen vorgesehen

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Das Landschaftsschutzgebiet Obere Wietze.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Aus dem wichtigen Landschaftsschutzgebiet Obere Wietze soll zumindest in den nächsten zehn Jahren keine Flächen für Wohnungsbau herausgelöst werden. Das versicherte Claus Clausnitzer, Sachgebietsleiter im städtischen Fachbereich Stadtentwicklung, kürzlich gegenüber dem Bezirksrat Bothfeld-Vahrenheide. „Es gab die Befürchtung, dass Neubauflächen ausgewiesen werden. Dagegen hätten wir uns ausgesprochen“, betont CDU-Fraktionschef Felix Blaschzyk. Klaus Hedrich (SPD) liegt auf gleicher Linie: „Wir wollen diese Bebauung an der Prüßentrift nicht, zumal die Bothfelder bereits jetzt unter dem Verkehr aus dieser Richtung leiden.“

Die Region Hannover überarbeitet aktuell die Verordnung für das Landschaftsschutzgebiet, die aus dem Jahr 1969 stammt. Dabei sind einige Veränderungen vorgesehen. In diesem Zusammenhang bot ein älteres Gutachten der Stadtverwaltung Anlass zur Sorge. Dieses sieht eine Möglichkeit für Wohnungsbau östlich der Straße Prüßentrift. Das Gelände gilt als landschaftlich nicht ganz so wertvoll wie das übrige Schutzgebiet, deshalb ist dort der sogenannte Grünlandumbruch nicht kategorisch ausgeschlossen. Und es böte Platz für mehrere hundert Wohnungen. Das vom Rat beschlossene Wohnkonzept 2025 schließe dort aber bindend Wohnbauflächen aus, beruhigt Clausnitzer. Innerhalb der Verwaltung gibt es allerdings langfristige Überlegungen, die in diese Richtung zielen. „Nach dem Jahr 2025 werden solche Flächen vielleicht wieder zur Diskussion stehen“, sagt Clausnitzer.

Das Landschaftsschutzgebiet Obere Wietze nördlich der A2 umfasst rund 1500 Hektar zwischen Bothfeld, Isernhagen-Süd sowie Isernhagen. 260 Hektar, und damit nur ein Bruchteil, liegen in Hannover. Die Niederungslandschaft mit Eichen-Hainbuchenwäldern und dem Staatsforst Fuhrberg wird überwiegend landwirtschaftlich genutzt.

„Wir sind natürlich dafür, dass dieses wichtige Naherholungsgebiet weiterhin unter Schutz steht“, betont der Chef der städtischen Flächennutzungsplanung, Clausnitzer. Allerdings seien einige Bereiche noch nicht gut für die Anwohner erschlossen. Die Stadtverwaltung schlägt der Region deshalb vor, den Wegebau zur Naherholung künftig ohne formelles Genehmigungsverfahren zu erlauben. Für landwirtschaftlich genutzte Wege gilt das bereits. „Wir freuen uns, wenn das Gebiet für die Naherholung weiter entwickelt wird. Viele Bürger wollen die Natur auch genießen“, sagt Hedrich (SPD).

Die Fraktion der Grünen hat allerdings Bedenken. Der Ausbau von Wegen sei sinnvoll. Aber die Grünen möchten, dass politische Gremien wie der Bezirksrat dabei weiterhin mitentscheiden.

Eine weitere Änderung betrifft die städtische Baumschule. Sie soll südlich der Autobahn nun aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgenommen werden, nördlich davon Bestandsschutz erhalten. Im Großteil des Landschaftsschutzgebiets ist der Umbruch des Grünlands verboten. Ausnahmen gibt es bisher nur für den Befall des Weidelands mit einem speziellen Schädling. Die Stadt schlägt nun vor, nach Prüfung im Einzelfall auch beim Jakobskreuzkraut das Unterpflügen zuzulassen. Die für Pferde schädliche Giftpflanze breitet sich massiv aus. Außerdem regt die Stadtverwaltung an, in der neuen Verordnung für die Obere Wietze das Einsetzen von Fischen und Krebsen in alle Gewässern zu verbieten, die bisher nicht zur Fischzucht genutzt werden.

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