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Zooviertel fürchtet um Spielplätze

Anlage geschlossen Zooviertel fürchtet um Spielplätze

Im Zooviertel ist ein Spielplatz gesperrt. Eltern sind entrüstet und wollen die Anlage retten. Sie fürchten, dass an der Stelle ein Parkplatz entstehen soll – und ihre Kinder den Autos weichen müssen.

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Der Spielplatz an der Schackstraße bleibt in diesem Jahr geschlossen.

Quelle: Ralf Decker

Zoo. Der Spielplatz an der Ecke Dickens- und Schackstraße ist beileibe nicht mehr der schönste. Aber die Kinder des Viertels spielen gerne dort. Und immerhin gehört er zum Quartier südlich der Stadthalle, seit die Häuser in der Nachkriegszeit – zunächst für britische Familien – gebaut wurden. Jetzt aber sehen Nachbarn seine Zukunft bedroht. Eltern haben am Montagabend den Bezirksrat Mitte informiert, dass dort ein Parkplatz entstehen soll. „Müssen Kinder Autos weichen?“, fragte Anwohner Dietmar Drangmeister.

Ganz so schlimm soll es nicht kommen, beteuert der Eigentümer, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). „Es gibt keine Pläne für einen Parkplatz“, sagt Fachgebietsleiter Michael Hartl. Doch in diesem Jahr werde der mit Bauzäunen abgesperrte Spielplatz definitiv nicht mehr geöffnet. Die Spielgeräte seien nicht mehr verkehrssicher, der gesamte Spielplatz müsse überarbeitet werden. Das aber geschehe frühestens 2012. „Wir haben mit der energetischen Sanierung unserer Häuser begonnen und nutzen das Gelände unter anderem als Materiallager“, sagt Hartl.

Die Spielgeräte sind zum Teil jahrzehntealt

Offenbar hat die Bima schon versucht, den Spielplatz an die Stadt abzugeben, denn der Sanierungsbedarf scheint tatsächlich hoch. Die Geräte sind teilweise jahrzehntealt. Eine Schaukelanlage ist vor Jahren bereits vom Bezirksrat spendiert worden, nachdem die Bima mit dem Abriss der Geräte begonnen hatte. „Die haben einfach angefangen, die Schaukeln abzuflexen“, berichtete ein Anwohner im Bezirksrat. Der Bezirksrat gab damals umgerechnet 1500 Euro Steuergeld für eine neue Schaukel.

Auch diesmal können die Nachbarn sich vorstellen, sich am Neukauf von Geräten zu beteiligen, deutet Drangmeister gemeinsam mit Bima-Mieterin Sibylle Berkefeld an. Denn die Stadtverwaltung hat nach Angaben der Bima eine Übernahme der sanierungsbedürftigen Anlage abgelehnt. Sie sei aber wichtig für die Kinder und die Kommunikation im Viertel, sagt Drangmeister: „Hier treffen sich Menschen verschiedener Generationen und tauschen sich aus.“ Sogar die Schröder-Köpf-Kinder seien früher oft aus der Plathnerstraße vorbeigekommen. Bima-Fachbereichsleiter Hartl allerdings betont, dass der Spielplatz eigentlich nur für Bima-Mieter gedacht ist.

Weiterer Spielplatz gefährdet

Am Bunker in der nahen Lönsstraße könnte in Kürze ein weiterer Spielplatz geschlossen werden. Die Bima verkauft den Bunker mitsamt angrenzender Fläche an einen neuen Eigentümer, die Verträge sollen fast fertig sein. Dort hat die Stadt einen Mietvertrag für den Spielplatz, den der neue Eigentümer aber kündigen kann.

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