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Zugeständnis bei Sanierung am De-Haën-Platz in Hannover

Altlasten Zugeständnis bei Sanierung am De-Haën-Platz in Hannover

Die Besitzer von Grundstücken am Lister De-Haën-Platz, die dem Sanierungsvertrag mit der Region Hannover zustimmen, werden nicht für die Sanierung von möglichen, späteren Grundwasserschäden zahlen müssen.

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Wegen radioaktiver und chemischer Altlasten müssen die Grundstücke saniert werden.

Quelle: Uwe Dillenberg

Eine entsprechende Klausel wird in die Sanierungsverträge aufgenommen, die zwischen der Region und den Eigentümern geschlossen werden sollen. Das hat am Dienstag die Regionsversammlung beschlossen.

Wegen radioaktiver und chemischer Altlasten müssen die Grundstücke saniert werden. „Den Grundstückseigentümern bieten wir damit die Sicherheit, dass sie zu keinen weiteren Sanierungsmaßnahmen herangezogen werden, die über den vertraglich geregelten Bodenaustausch auf den belasteten Flächen hinausgehen“, sagte Regionspräsident Hauke Jagau. Er rechnet jetzt mit einem baldigem Abschluss der Verträge und dem Beginn der Sanierungsarbeiten. Forderungen einzelner Politiker, die Zusicherung auch auf die Bürger auszudehnen, die sich nicht an den Verträgen mit der Region beteiligen, wurden am Dienstag zurückgewiesen. „Es kann nicht sein, dass jemand die Verpflichtungen eines Vertrages nicht in Anspruch nimmt, aber die Vorteile genießen will“, sagte der Umweltexperte der SPD, Wolfgang Schiemann.

Unterdessen haben die ersten Anwohner rund um den De-Haën-Platz die lange erwarteten Kostenkalkulationen für die Sanierung ihrer Grundstücke bekommen – und wundern sich. Vor wenigen Wochen hatten die Umweltdezernenten von Region und Stadt, Axel Priebs (SPD) und Hans Mönninghoff (Grüne) in Aussicht gestellt, die Kosten für jedes einzelne Grundstück würden gegenüber vorherigen Kalkulationen sinken, wovon jeder einzelne Anwohner profitieren würde. Auf einer Sitzung der Bürgerinitiative (BI) „Gegen Altlasten in der List“ stellten mehrere Anwohner nun fest, dass die nun konkreten Zahlen keineswegs unter denen lägen, die ihnen im vergangenen Sommer mitgeteilt worden waren. „Lediglich die sogenannte Sicherheitsreserve ist von 20 auf 15 Prozent heruntergesetzt“, sagt Jan-Peter Wöbking von der BI. Das aber habe mit einer günstigeren Kalkulation nichts zu tun. Zudem fühlt sich die BI von der Region nicht mehr informiert, was ihr sauer aufstößt.

Nach wie vor lässt sich die BI von verschiedenen Rechtsanwaltskanzleien dahingehend beraten, ob ein Rechtsstreit gegen die Region oder die Stadt Erfolgsaussichten hätte. Die BI sieht bei beiden in der Vergangenheit massive Versäumnisse. Gleichzeitig kann die Bürgerinitiative nicht nachvollziehen, warum eine Regelung zur günstigen Ratenzahlung nur Einzeleigentümern, nicht aber Wohneigentumsgemeinschaften angeboten wird. „Gerade die sind doch in der Hauptsache betroffen“, sagt Wöbking. Er fühlt sich weiterhin „erpresst“.

Mathias Klein und Felix Harbart

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