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Edelmut eröffnet am Weißekreuzplatz

Die wohltätige Boutique Edelmut eröffnet am Weißekreuzplatz

Mischung aus Modeboutique, Edel-Trödelgeschäft und Café: Der neue Laden Edelmut in der List mutet schick an und will es auch sein. Zugleich aber geht es darum, Geld zu erwirtschaften, das für soziale Zwecke gespendet wird.

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Mischung aus Modeboutique, Edel-Trödelgeschäft und Café: Der neue Laden Edelmut in der List mutet schick an und will es auch sein. Zugleich aber geht es darum, Geld zu erwirtschaften, das für soziale Zwecke gespendet wird.

Quelle: Moers

Hannover. Auf den ersten Blick wirkt der Laden wie eine elegante Trend-Boutique. Die Einrichtung in den Räumen der ehemaligen Zweitausendeins-Buchhandlung am Weißekreuzplatz ist minimalistisch gehalten. Auf den Kleiderständern finden sich ausgefallene Stücke namhafter Designer, an den Wänden ist Kunst ausgestellt, und um das moderne Einkaufserlebnis abzurunden, wird dem Kunden auf Wunsch ein Fairtrade-Kaffee serviert. Der erste Eindruck lässt nicht erkennen, dass sich hinter dem kleinen Laden Edelmut am Anfang der Lister Meile ein wegweisendes Hilfsprojekt verbirgt. Mit Edelmut eröffnet das Diakonische Werk seinen ersten sogenannten Charity-Secondhandladen in Hannover. Das innovative Konzept soll bereits im ersten Jahr bis zu 80 000 Euro Spenden für wohltätige Einrichtungen generieren.

Mischung aus Modeboutique, Edel-Trödelgeschäft und Café: Der neue Laden Edelmut in der List mutet schick an und will es auch sein. Zugleich aber geht es darum, Geld zu erwirtschaften, das für soziale Zwecke gespendet wird.

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"Edelmut ist anders"

„Edelmut ist modisch, Edelmut ist anders, Edelmut ist neu“: Die Begeisterung, mit der die Mitarbeiter und die Vertreter des Diakonischen Werks seit einem Jahr auf die Eröffnung des Ladens hingearbeitet haben, ist Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes in seinem Grußwort deutlich anzuhören. Fast 100 Unterstützer, Ehrenamtliche, Vertreter der benachbarten Kirchengemeinden, der Klosterkammer und der Diakonie füllen den kleinen Verkaufsraum. An einer Wand steht das Selbstverständnis des Ladens in großen Lettern als dekoratives Element aufgeschrieben. „Der Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit macht uns nicht blind für die schönen Dinge des Lebens, aber aufmerksamer für bleibende Werte. Besser Genießen. Gutes Gefühl. Gutes Tun“, steht dort. Auf der Lister Meile verspricht sich die Diakonie eine Kundschaft, die diese Werte teilt. „Wir haben uns für den Standort entschieden, weil wir denken, dass hier Kunden leben, die Wert auf Nachhaltigkeit und hochwertige Ware legen“, erklärt Geschäftsführer Stefan Heinze.

Ehrenamtliches Engagement

Dem Prinzip nach funktioniert Edelmut wie das Sozialkaufhaus Fairkauf. Täglich können Kunden gebrauchte Kleidung, Wohnaccessoires, Schmuck, Kunst oder andere Dinge als Spenden abgeben. 65 Frauen und ein Mann, viele aus den umliegenden evangelischen Kirchengemeinden, übernehmen ehrenamtlich die Verkaufsschichten und alles andere, was an Arbeit anfällt. Anders als in Sozialkaufhäusern wie Fairkauf setzt Edelmut allerdings auf hochwertige, mitunter sogar exklusive Ware. „Das Konzept hier ist nicht, ich kaufe mir ein günstiges Kleidungsstück, weil ich mir nicht mehr leisten kann. Es geht darum etwas Besonderes zu kaufen, das eine Geschichte erzählt“, erklärt Mitarbeiterin Anke Priesemann. Bevor die gespendeten Stücke in die Regale wandern, wird vorsortiert. Was nicht dem Ladenprofil entspricht, wird an die Kleiderkammer der Diakonie weitergereicht. Von dort geht es an Fairkauf oder in den Schredder. Der gesamte Gewinn aus dem Verkauf wird am Ende eines Jahres einer lokalen Hilfseinrichtung der Diakonie gespendet. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter entscheiden selbst darüber, wem die Spenden zugutekommen.

Mix aus Boutique, Café und Edel-Trödelladen

Die Idee zu dem innovativen Mix aus Boutique, Café und Edel-Trödelladen ist ein Import aus Großburgwedel. Dort betreiben ehrenamtliche Helfer einer Kirchengemeinde seit drei Jahren einen Edelmut-Laden. Über 100 000 Euro Umsatz werden inzwischen erwirtschaftet. Gemeinden aus ganz Niedersachsen besichtigen regelmäßig das Vorzeigeprojekt, mit dessen Kopie die Diakonie nun auch in Hannover neue Wege zur Akquirierung von Spenden beschreiten will. „Das Segment der Charity-Läden ist in Deutschland im internationalen Vergleich noch unterentwickelt“, sagt Geschäftsführer Heinze. Sollte sich Edelmut in der Oststadt bewähren, kann sich die Diakonie vorstellen, weitere Filialen zu eröffnen.

„Edelmut - Sinnvoller Genuss“, Friesenstraße 57, ist wochentags von 10 bis 19 Uhr und am Sonnabend von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Zu diesen Zeiten werden auch Spenden angenommen.

Von Mario Moers

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