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Kanalrodung: Stadt nimmt WSV in Schutz

Radikaler Gehölzschnitt Kanalrodung: Stadt nimmt WSV in Schutz

Das Grünflächenamt kann nach dem radikalem Gehölzschnitt durch die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung am Mittellandkanal keinen Verstoß gegen Baumschutzsatzung erkennen. Es wird zunächst kein juristisches Nachspiel geben.

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Am Mittellandkanal hat das Wasser- und Schifffahrtsamt Ende 2015 Bäume und Hecken radikal zurückschneiden lassen.

Quelle: Christian Link

Hannover. Bei ihrem radikalen Gehölzschnitt am Mittellandkanal hat die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) laut hannoverscher Stadtverwaltung nicht gegen die Baumschutzsatzung verstoßen. Damit hat die Affäre um den Kahlschlag zunächst kein rechtliches Nachspiel für die Bundesbehörde, der ansonsten ein Bußgeld und Ausgleichsmaßnahmen gedroht hätten. Ob die WSV womöglich gegen das Bundesnaturschutzgesetz verstoßen hat, wird allerdings noch von der Region Hannover geprüft.

Mehrere Anwohner und Naturschützer hatten schwere Vorwürfe gegen die Bundesbehörde erhoben. Diese hatte im vergangenen Winter zur Sicherung ihrer Betriebswege den Uferbereich von Neo-phyten, also nicht heimischen Pflanzen, sowie von vielen heimischen Pflanzen befreit. „In dem 3,4 Kilometer langen Abschnitt zwischen Lister Bad und Podbielskistraße wurden lediglich vier Sträucher stehen gelassen“, beklagte daraufhin der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). 99,5 Prozent des Bewuchses sind nach der Schadensbilanz der Naturschützer zerstört worden.

"Verstöße konnten nicht festgestellt werden"

Die Anschuldigungen des BUND wurden laut Stadtverwaltung bereits bei einer Bestandsaufnahme im März geprüft. Bei dem Ortstermin waren Vertreter von Stadt, Region sowie Wasser- und Schiffahrtsverwaltung anwesend. Die Beschwerdeführer - Privatleute und Naturschützer - waren bei dem Treffen jedoch nicht dabei.

Das Fazit des Grünflächenamtes lautet nun: „Verstöße gegen die Baumschutzsatzung konnten auf dieser Grundlage nicht festgestellt werden.“ Die Baumschutzsatzung soll das ungerechtfertigte Fällen von Sträuchern und Bäumen ab einer gewissen Höhe und ab einem gewissen Umfang verhindern. Mithilfe von Fotos hatten Anwohner versucht, einen vermeintlichen Verstoß gegen die Baumschutzsatzung zu beweisen. Auf diese Fotos geht die Stadtverwaltung in ihrer Stellungnahme jedoch nicht ein. Das Grünflächenamt bestätigt immerhin, dass schützenswerte Sträucher entfernt wurden. Diese kann die WSV aber ohne Zeitdruck ersetzen.

Ersatzpflanzungen im Herbst

Die Ersatzpflanzungen habe die WSV für den Herbst angekündigt, heißt es. Ein genauer Termin für diese Maßnahme wurde allerdings noch nicht genannt. „Gegebenenfalls soll vor der Ersatzpflanzung ein Bodenaustausch vorgenommen werden, um ein weiteres Ausbreiten der Brombeere zu verhindern“, teilte die Stadtverwaltung dem Bezirksrat Bothfeld-Vahrenheide mit. Unerwünschte Brombeersträucher waren laut WSV ein Grund für die umfangreiche Kanalrodung.

Während der Bezirksrat von einem „ Kahlschlag durch unsachgemäße pflegerische Maßnahmen“ spricht, nimmt die Stadt die WSV in Schutz. „Die bisherige Praxis der gemeinsamen Baum- und Gehölzschau hat sich bewährt und wird beibehalten“, schreibt die Verwaltung. Sie gibt sich damit zufrieden, dass die Bundesbehörde eine engere Zusammenarbeit mit Stadt und Region versprochen hat. „Die Kommunikation zwischen den Behörden soll optimiert werden, indem regelmäßige Begehungen und engere Abstimmungen über die durchzuführenden Maßnahmen vorgesehen werden“, beschreibt das Grünflächenamt die Pläne der Bundesbehörde.

Von Christian Link

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