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Oststadt Wie kann es hinterm Bahnhof schöner werden?
Hannover Aus den Stadtteilen Oststadt Wie kann es hinterm Bahnhof schöner werden?
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00:15 07.05.2016
Die SPD-Ratsfraktion sucht nach Ideen, den Raschplatz zu verschönern. Eine davon kommt von der Parkourgruppe: Graffiti sollen den Platz am Bahnhof aufwerten. Quelle: Michael Thomas (Archiv)
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Oststadt/Mitte

Der Raschplatz wird immer mehr zum Tummelplatz der hannoverschen Trinkerszene. Die Kultur-AG der SPD-Ratsfraktion will sich der zunehmenden Verwahrlosung entgegenstellen und sucht nach Ideen zur Aufwertung. Bei einem künstlerischen Rundgang mit dem Titel „auf und ab - Kultur rund um den Raschplatz“ haben sich die Sozialdemokraten nun gemeinsam mit Künstlern hinter dem Hauptbahnhof umgeschaut. Dabei haben die Politiker zwar viel Entwicklungspotenzial entdeckt. Doch angesichts der Eigentumsverhältnisse und der begrenzten finanziellen Mittel der Stadt sind Verbesserungen nicht leicht umsetzbar.

Ein dauerhaftes Projekt zur Platzaufwertung plant die Gruppe „Parkour Hannover“. Der Zusammenschluss der hannoverschen Parkour-Szene will den Platz „Damen von Messina“ auf der Zwischenebene vor dem Andreas-Hermes-Platz mit Graffiti verschönern. Die Wandbilder unter dem Motto „Urban Jungle“ sollen die Schmuddelecke zum urbanen Schmuckstück machen. Die Bilder soll Graffiti-Künstler Patrick Wolters entwerfen, der unter anderem den GBH-Bauzaun am Klagesmarkt gestaltet hat. „Das Geld für die Graffiti ist zusammen, wir suchen aber noch Förderer“, sagt Sozialpädagoge Jan Biskup vom Jugendsportzentrum.

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Der Raschplatz in Hannovers Innenstadt ist als Treffpunkt für Alkoholkonsum bekannt. Das hinterlässt dort seine Spuren. Ein Besuch.

Etwa 30 bis 80 junge Sportler treffen sich regelmäßig auf dem Platz. „Parkour ist die effiziente Fortbewegungsart in der urbanen Landschaft. Springen, Laufen, Klettern - das ist das, was wir machen“, erklärt Teilnehmer Tim den Ratspolitikern ganz eloquent. Die Jugendlichen und ihre Betreuer wünschen sich ebenfalls einen sauberen Raschplatz. „Hier muss dringend was passieren“, sagt Biskup.

Die SPD-Ratsfraktion nimmt vor allem die Unterführung unter der Berliner Allee in den Fokus. Hier erstrahlt der unterirdische Durchgang vom Raschplatz zum Andreas-Hermes-Platz zwar stets in strahlend hellem Weiß, doch die Sauberkeit wird teuer erkauft. „Die Wände hier müssen wöchentlich neu gestrichen werden, damit es so schön bleibt“, sagt SPD-Kulturexpertin Belgin Zaman während des Rundgangs. Statt frisch gestrichener Ziegelwände wünscht sich die Vorsitzende des Kulturausschusses der Ratsversammlung an dieser Stelle lieber Kreativräume oder Künstlerateliers. Denn hinter den Mauern sind zahlreiche Geschäftsräume im Besitz der Hannover Region Grundstücksgesellschaft (HRG) versteckt, die zur Belebung des hinteren Raschplatzes genutzt werden könnten.

„Man muss nur alle an einen Tisch bekommen, um das hier zu beleben und eine neue Aufenthaltsqualität für den Raschplatz zu entwickeln“, sagt Zaman bei dem Ortstermin mit Künstlern und SPD-Politikern. Auch die SPD-Fraktionsvorsitzende Christine Kastning sieht die Eigentumsverhältnisse als größte Hürde für die Aufwertung der Unterführung.

Kulturdezernent Harald Härke sorgt sich dagegen eher um die finanziellen Mittel. „Wir sind ja mit der HRG verbandelt“, sagt Härke. Das Unternehmen gehört jeweils zur Hälfte der Sparkasse und der Region Hannover. „Aus dem Raschplatz kann man mehr machen, es muss nur angepackt werden“, sagt er. Am Widerstand der Stadtverwaltung werde eine Aufwertung des Areals nicht scheitern, allerdings könne das Rathaus die Projekte auch nicht finanzieren. „Wir werden kein eigenes Geld dafür ausgeben“, stellt Härke klar.

Dass Projekte aber auch mit viel Eigenleistung und privaten Sponsoren umgesetzt werden können, wird während des Rundgangs deutlich. Etwa in der alten Polizeistation am Raschplatz, wo die Kulturschaffenden Katrin Hamann und Franz Betz die Ausstellung „Kunst im Polizeirevier“ ins Leben gerufen haben. Zehn Künstler stellen am 14. und 15. Mai im Rohbau ihre Werke aus. „Es gibt hier ganz viele Sachen, die wir in unsere Kunst einbinden können“, sagt Hamann. Die HRG stellt die ehemalige Wache für diesen Zweck kostenlos zur Verfügung.

Von Christian Link

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