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Oststadt Sind geplante Schutzstreifen für Radler zu gefährlich?
Hannover Aus den Stadtteilen Oststadt Sind geplante Schutzstreifen für Radler zu gefährlich?
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02:15 03.07.2017
Von Susanna Bauch
Bei schmalen Radschutzstreifen kommt es immer wieder zu brenzligen Situationen. Die Wedekindstraße soll dennoch umgebaut werden – mit Parkplätzen auf beiden Straßenseiten. Quelle: Susanna Bauch
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Hannover

Die rund 1,5 Millionen Euro teure Neugestaltung der Wedekindstraße zwischen Bödekerstraße und Lister Meile stößt auf Widerstand. In der vergangenen Woche wurden die städtischen Pläne in den Bezirksräten Mitte sowie Vahrenwald-List vorgestellt. Danach soll künftig zwischen Wedekindplatz und Bödekerstraße beidseitig geparkt werden, die Fahrbahn verengt sich auf fünf Meter, und an den Seiten sollen sogenannte Schutzstreifen für Radfahrer entstehen. Genau diese sorgen für Unmut bei Anliegern, Bezirksratspolitikern, ADFC sowie Vertretern der Bürgerinitiative Umweltschutz (BIU).

Schutzstreifen wird überfahren

Eberhard Röhrig vom ADFC begrüßt grundsätzlich die Sanierung der Wedekindstraße. Aber: „Neu gebaute Radverkehrsanlagen müssen sicher und komfortabel sein, dem entspricht die aktuelle Planung nicht.“ Eine eigene, vom Autoverkehr getrennte Radverkehrsführung sei für alle Radfahrer die bessere und sicherere Lösung. „Bei der schmalen Fahrbahn werden vor allem Busse und Lastwagen regelmäßig die Schutzstreifen mitbenutzen müssen“, sagt Gisela Witte von den Grünen im Bezirksrat Vahrenwald-List. Ihre Partei plädiert daher für einseitiges Parken wie bisher zugunsten einer breiteren Fahrbahn. Karsten Baensch vom städtischen Fachbereich Tiefbau verteidigte die Pläne. „Wir haben uns bewusst entschlossen, die Fahrspuren zugunsten eines breiteren Schutzstreifens zu verkleinern.“

Rund 15 000 Fahrzeuge passieren täglich die Wedekindstraße, darunter 5 Prozent Schwerlastverkehr und Linienbusse. „Diese müssen aber bei der geplanten Fahrbahn die Radstreifen mitnutzen. Zwei Busse kommen dann trotzdem nicht aneinander vorbei“, kritisiert Anwohner Hans Christian Edelmann. Auch ein Tempolimit sei zu erwägen. Und Rolf Strobach von der BIU hält die Verwaltungsvorlage ebenfalls für gefährlich – vor allem für Radfahrer. „Wir plädieren daher dafür, auf das beidseitige Parken zu verzichten, die Fahrbahn zu verbreitern und somit mehr Platz für Radfahrer zu schaffen“, betont Strobach. Zudem seien Parkplätze, die rechts eines Radstreifens angeordnet seien, grundsätzlich ein Risiko.

Kein Verzicht auf Parkplätze

„Ein asymmetrischer Querschnitt ist nicht geplant, weil wir weder auf Parkplätze noch auf Bäume verzichten wollen“, sagt Baensch. Und Tempo 30 komme auf der Hauptverkehrsstraße ebenfalls nicht infrage.

Nach den Plänen der Verwaltung wird es zwischen Wedekindplatz und Bödekerstraße künftig 42 statt 34 Parkplätze geben, zudem werden Fußwege verbreitert, neue Bäume gepflanzt sowie die Einfahrt zur Rambergstraße aufgepflastert. Von der Bödekerstraße können Autofahrer künftig nicht mehr auf einer gesonderten Rechtsabbiegerspur in die Wedekindstraße einfahren, hier gilt künftig die Ampelschaltung.

Nach den Sommerferien wird in den Gremien entschieden, ob die Pläne der Verwaltung wie vorgesehen 2018 umgesetzt werden sollen. Die geplante Umgestaltung des Wedekindplatzes liegt bereits auf Eis – mangels Bürgerbeteiligung liefen Anlieger Sturm gegen den Entwurf. „Sollte der Wedekindplatz zu einem späteren Zeitpunkt neu gestaltet werden, kann er jederzeit an die neue Bordanlage angeschlossen werden,“, betont Baensch.

Sanierung birgt Tücken für Radler

Die Wedekindstraße hat eine Sanierung bitter nötig. Als eine Hauptverkehrsstraße ist sie stark belastet. Mehr Bäume und Parkflächen an beiden Seiten der künftig verengten Fahrbahn sollen Ruhe in die Straße bringen. Allerdings sorgen Teile der Pläne eher für Unruhe. Schmale Schutzstreifen für Radfahrer, die zwischen Fahrbahn und parkenden Autos entlangführen, bergen zahlreiche Risiken. Unachtsam geöffnete Autotüren können Radler zu Fall bringen, zudem müssen vor allem breitere Fahrzeuge immer wieder den Schutzstreifen überfahren. Auch der Lieferverkehr nutzt regelmäßig die Radspur zum Ein- und Ausladen. An der Königstraße, am Kötnerholzweg und auch auf der Podbi zeigen sich seit Jahren die Tücken für Radfahrer bei dieser Verkehrsführung.

Die Wedekindstraße sei weder Unfall- noch Verkehrsschwerpunkt, heißt es seitens der Stadt. 15 000 tägliche Fahrzeuge lassen anderes vermuten – und zum Unfallschwerpunkt soll die Straße ja auch nicht werden.

Ein Kommentar von Susanna Bauch

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