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Oststadt Yorckstraße: Umbau spaltet Anlieger
Hannover Aus den Stadtteilen Oststadt Yorckstraße: Umbau spaltet Anlieger
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02:15 18.06.2016
Von Conrad von Meding
„Deutliche Aufwertung“? Das Kopfsteinpflaster der Yorckstraße. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Obwohl der Straßenbau hoch umstritten ist, hat die Stadt den Stadtwerken, der Stadtentwässerung und anderen Leitungsbaufirmen schon vor dem zustimmenden Beschluss der Kommunalpolitiker grünes Licht für vorbereitende Grabearbeiten gegeben. „Sehr ungewöhnlich“ sei das, merkte Bezirksbürgermeister Michael Sandow kritisch an. In der entscheidenden Sitzung des Gremiums machten zahlreiche Anlieger ihrer Empörung Luft. Am Ende entschied der Bezirksrat trotzdem gegen Oppositionsstimmen für den Umbau.

Der 180 Meter lange Abschnitt der Yorckstraße zwischen Bödeker- und Hohenzollernstraße beschäftigt Verwaltung und Politik seit Jahren. Er ist eine beliebte Radfahrerstrecke aus der Oststadt in die Eilenriede. Weil dort aber altes Kopfsteinpflaster liegt, nutzen viele Radfahrer unerlaubt die Fußwege. Dabei ist es nach Angaben von Anwohnern immer wieder zu gefährlichen Situationen gekommen, weil Radfahrer sich aggressiv verhalten haben sollen. Die Stadt lässt die Straße jetzt in der Mitte modernisieren, indem sie dort „gesägte und geflammte Basaltsteine“ einbauen lässt. Die sind für Radfahrer besser nutzbar.

Es gibt verschiedene Ungereimtheiten

Denkmalschutz: Bis vor Kurzem war der Umbau der Straße verboten, weil sie ihren historischen Charakter behalten soll. Die Anwohner staunen, dass die Denkmalauflage plötzlich keine Rolle mehr spielt. Stadt-Mitarbeiterin Britta Fenske sagte in der Sitzung, die Genehmigung läge jetzt vor.

Kostenbeteiligung: Die Straße ist nach Angaben der Stadt nicht so kaputt, dass sie grundsaniert werden muss - Anlass ist ausschließlich der radfahrerfreundliche Umbau. Trotzdem will die Stadt die Anlieger voraussichtlich an den Umbaukosten beteiligen und die Straßenausbaubeitragssatzung anwenden.

Innerörtlicher Verkehr: Allerdings sollen die Kosten nicht in der üblichen Höhe für Anwohnerstraßen umgelegt werden. „Als wenn die Stadt ein schlechtes Gewissen hätte, stuft die Verwaltung die Yorckstraße nicht als Anwohnerstraße ein, sondern als innerörtliche“, wundert sich CDU-Politiker Dieter Prokisch. Grundstückseigentümer müssen so nur etwa 40 statt 75 Prozent der Umbaukosten zahlen. Die Stadt rechtfertigt das damit, dass die Straße eine Durchgangsstraße für Radverkehr sei.

Vorarbeiten schon erledigt: Ungewöhnlich ist auch, dass Vorarbeiten freigegeben sind, bevor der politische Beschluss gefällt ist. Die Stadt teilt jetzt mit: Hätten die Gremien nicht zugestimmt, „würde die Straße wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt werden. Für die Anlieger entstünden keine Kosten.“

Bei der rot-grünen Mehrheit im Bezirksrat gab es „Unbehagen“, wie Grünen-Fraktionschef Martin Nebendahl sagte: „Wir stimmen zu in dem Bewusstsein, dass das nicht überall auf Zustimmung trifft.“ Immerhin sei der Umbau mit etwa 250 000 Euro nicht einmal halb so teuer wie eine Komplettsanierung, die 620 000 Euro gekostet hätte. Bezirksbürgermeister Sandow merkte angesichts der Anliegerkritik an: „Immer wird nach Straßensanierung gerufen - bis die eigene Straße dran ist.“ Auch er stimmte am Ende zu: „Hier geht es nicht nur um die Verhinderung einer Missnutzung, sondern um eine deutliche Aufwertung.“

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