Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Turm der Apostelkirche nach Sanierung 75 Zentimeter höher

Oststadt Turm der Apostelkirche nach Sanierung 75 Zentimeter höher

Nach einjähriger Bauzeit ist die Turmsanierung an der Apostelkirche fast abgeschlossen. Durch die Erneuurung der Kirchturmspitze ist die Kirche nun 75 Zentimeter größer als zuvor. Zum Abschluss der Arbeiten wurden zwei alte sowie eine neue Zeitkapsel im Turm verstaut.

Voriger Artikel
Ingo Siegner liest bei Bilderbuch-Sonntag im Pavillon
Nächster Artikel
Brand zerstört Backstube in der City


Die Handwerker Sebastian Wetzel (von links), Steffen Moritz und Andreas Fehse verstauen zum Abschluss der Arbeiten eine neue und zwei historische Zeitkapseln in der Kirchturmspitze.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. 75 Zentimeter höher blickt der frisch vergoldete Hahn der Apostelkirche nun über die List. Nach einjährigen Sanierungsarbeiten am Kirchturm wurde der Gockel in der vergangenen Woche zurück an seinen angestammten Platz gebracht. Die Erneuerung der mit Kupferplatten belegten Kirchturmspitze führte zu dem spontanen Wachstum der etwa 50 Meter hohen Kirche. Wie bei entsprechenden Arbeiten üblich, verstauten die Bauarbeiter zum Abschluss der Arbeiten eine neue und zwei historische Zeitkapseln in der Kirchturmspitze.

„Haben die Schüler keinen Respekt mehr?“ Auf diese Schlagzeile der HAZ werden künftige Generationen stoßen, wenn der Turm der Apostelkirche das nächste Mal eine Grunderneuerung nötig hat. Neben der aktuellen Tageszeitung befinden sich Münzen und eine Liste mit den Namen der Kirchenvorstandsmitglieder in der neuesten Kupferschatulle. Bei den Bauarbeiten waren Handwerker zuvor auf zwei historische Kapseln gestoßen. Der Inhalt der ersten Kapsel aus der Bauphase im Jahr 1882 liefert einen Einblick in die Entstehungsgeschichte der Kirche. Darin enthalten sind unter anderem Fotografien und Zeichnungen von Mitgliedern des damaligen Königshauses von Hannover. Enthalten sind ferner Schreiben Georgs und seiner Ehefrau Marie, die deren Verbundenheit mit der Heimat ausdrückten. „Die große Bedeutung, die der Erinnerung an die Welfen beigemessen wurde, erklärt sich aus Bindung des Bauherren an das hannoversche Königshaus“, erklärt Pastorin Christine Schröder. Die Apostelkirche entstand als Neubau der Christuskirchengemeinde. Deren Patronat hat bis heute das Fürstenhaus der Welfen inne. Eine zweite Zeitkapsel stammt aus dem Jahr 1986. Damals wurden Reparaturarbeiten kurz nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl beendet. Die Hannover-Ausgabe der „Bild“-Zeitung titelte am 13. Mai „Verseuchte Vögel fielen vom Himmel“.

„Wir sind gespannt, welche Generation als Nächstes die Schatullen öffnet“, kommentierte Pastorin Schröder zufrieden mit dem Ergebnis. 800 000 Euro hat die Erneuerung des Mauerwerks, der Fugen und eben der Kupferspitze die evangelische Landeskirche gekostet. Rund ein Jahr lang war die Kirche eingerüstet. „Vor allem Brautpaare wollten wissen, wann endlich das Gerüst wegkommt“, berichtet Schröder augenzwinkernd. In den kommenden Wochen werden noch letzte Ausbesserungsarbeiten abgeschlossen, dann ist der Blick auf die Kirche wieder frei. Wenn auch das Wachstum kaum sichtbar sein dürfte, wird die Apostelkirche dennoch etwas anders aussehen als zuvor. Die Kupferspitze, ehemals grün angelaufen, wird sich aller Voraussicht nach eher eine braune Patina ansetzen. „Das liegt an der Luft, die früher andere Schadstoffe enthielt als heute“, erklärt der ausführende Architekt Wolfgang von Reitzenstein.

Von Mario Moers

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oststadt
Ein Spaziergang durch den Osten Hannovers

Im Osten Hannover gibt es viel zu entdecken: Ein Streifzug zu den schönsten Plätzen der östlichen Stadtteile.

Oststadt in Zahlen
  • Stadtbezirk : Mitte, 1. Stadtbezirk in Hannover
  • Stadtteile: Mitte, Calenberger Neustadt, Oststadt, Zoo
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 34.040 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Mitte (9.418 Einwohner), Calenberger Neustadt 6.556 (Einwohner), Oststadt (13.695 Einwohner), Zoo (4.371 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 3.167 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30159, 30161, 30167, 30169, 30175
  • Geschichte: Der westliche Teil der Oststadt in Hannover ist durch den Wohnungsbau in den 1950er Jahren geprägt, nachdem der Teil im Zweiten Weltkrieg stark zerstört wurde. In ihrem Entstehungszeitraum im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert war die Oststadt ein geschlossenes Siedlungsgebiet.