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Oststadt Turm der Apostelkirche nach Sanierung 75 Zentimeter höher
Hannover Aus den Stadtteilen Oststadt Turm der Apostelkirche nach Sanierung 75 Zentimeter höher
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00:15 24.02.2017
Die Handwerker Sebastian Wetzel (von links), Steffen Moritz und Andreas Fehse verstauen zum Abschluss der Arbeiten eine neue und zwei historische Zeitkapseln in der Kirchturmspitze. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

75 Zentimeter höher blickt der frisch vergoldete Hahn der Apostelkirche nun über die List. Nach einjährigen Sanierungsarbeiten am Kirchturm wurde der Gockel in der vergangenen Woche zurück an seinen angestammten Platz gebracht. Die Erneuerung der mit Kupferplatten belegten Kirchturmspitze führte zu dem spontanen Wachstum der etwa 50 Meter hohen Kirche. Wie bei entsprechenden Arbeiten üblich, verstauten die Bauarbeiter zum Abschluss der Arbeiten eine neue und zwei historische Zeitkapseln in der Kirchturmspitze.

„Haben die Schüler keinen Respekt mehr?“ Auf diese Schlagzeile der HAZ werden künftige Generationen stoßen, wenn der Turm der Apostelkirche das nächste Mal eine Grunderneuerung nötig hat. Neben der aktuellen Tageszeitung befinden sich Münzen und eine Liste mit den Namen der Kirchenvorstandsmitglieder in der neuesten Kupferschatulle. Bei den Bauarbeiten waren Handwerker zuvor auf zwei historische Kapseln gestoßen. Der Inhalt der ersten Kapsel aus der Bauphase im Jahr 1882 liefert einen Einblick in die Entstehungsgeschichte der Kirche. Darin enthalten sind unter anderem Fotografien und Zeichnungen von Mitgliedern des damaligen Königshauses von Hannover. Enthalten sind ferner Schreiben Georgs und seiner Ehefrau Marie, die deren Verbundenheit mit der Heimat ausdrückten. „Die große Bedeutung, die der Erinnerung an die Welfen beigemessen wurde, erklärt sich aus Bindung des Bauherren an das hannoversche Königshaus“, erklärt Pastorin Christine Schröder. Die Apostelkirche entstand als Neubau der Christuskirchengemeinde. Deren Patronat hat bis heute das Fürstenhaus der Welfen inne. Eine zweite Zeitkapsel stammt aus dem Jahr 1986. Damals wurden Reparaturarbeiten kurz nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl beendet. Die Hannover-Ausgabe der „Bild“-Zeitung titelte am 13. Mai „Verseuchte Vögel fielen vom Himmel“.

„Wir sind gespannt, welche Generation als Nächstes die Schatullen öffnet“, kommentierte Pastorin Schröder zufrieden mit dem Ergebnis. 800 000 Euro hat die Erneuerung des Mauerwerks, der Fugen und eben der Kupferspitze die evangelische Landeskirche gekostet. Rund ein Jahr lang war die Kirche eingerüstet. „Vor allem Brautpaare wollten wissen, wann endlich das Gerüst wegkommt“, berichtet Schröder augenzwinkernd. In den kommenden Wochen werden noch letzte Ausbesserungsarbeiten abgeschlossen, dann ist der Blick auf die Kirche wieder frei. Wenn auch das Wachstum kaum sichtbar sein dürfte, wird die Apostelkirche dennoch etwas anders aussehen als zuvor. Die Kupferspitze, ehemals grün angelaufen, wird sich aller Voraussicht nach eher eine braune Patina ansetzen. „Das liegt an der Luft, die früher andere Schadstoffe enthielt als heute“, erklärt der ausführende Architekt Wolfgang von Reitzenstein.

Von Mario Moers

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