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Aus den Stadtteilen Stadtbahn-Ausbau nach Hemmingen wird konkret
Hannover Aus den Stadtteilen Stadtbahn-Ausbau nach Hemmingen wird konkret
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00:15 08.01.2018
Die geplante Stadtbahn von Ricklingen nach Hemmingen.  Quelle: Grafik: Erdbrink
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Hemmingen-Westerfeld/Ricklingen

 Die B 3-Ortsumgehung, die 2019 freigegeben werden soll, wird die Verkehrsströme im Südwesten von Hannover verändern. Verlaufen sie bisher eher in Nord-Süd-Richtung, wird sich dies in die Ost-West-Richtung verlagern. „Auf der heutigen B 3 ist mit einer Halbierung der Verkehrsstärke zu rechnen“, heißt es im Entwurf des Entwurf des Verkehrsentwicklungsplans (VEP) 2030. Die Ortsdurchfahrten in Arnum und Hemmingen-Westerfeld werden somit entlastet, allerdings könnte es in einigen Gebieten dieser beiden Stadtteile sowie in Devese Schleichverkehr geben. Auf den Anschlussstellen zur neuen B 3 erwarten die Planer Mehrbelastungen. Viele Bürger werden die Stadtbahn nutzen, die von Hannover bis Hemmingen-Westerfeld verlängert und frühestens 2020 fertig sein wird. 

Die Endhaltestelle der Stadtbahn in Hemmingen-Westerfeld wird allerdings anders aussehen als bisher geplant. Der Grund dafür sind neue Vorgaben bei der Barrierefreiheit. So sollen die Hochbahnsteige von 2,85 auf vier Meter verbreitert werden.

„Die Normen der Barrierefreiheit haben sich gegenüber den ersten Planungen weiterentwickelt“, erläutert Martin Vey, Betriebsleiter der Infrastrukturgesellschaft (Infra) der Region Hannover. „Wir hätten zwar den Bahnsteig so betreiben dürfen wie bisher geplant, aber das wäre keine zeitgemäße Anlage.“ Vor allem für Rollstuhlfahrer sowie Fahrgäste mit Rollatoren und mit Kinderwagen wäre es eng geworden. „Jetzt soll es für alle Fahrgäste komfortabler werden.“ 

Werden nur die Bahnsteige verbreitert?

Nein, dies wirkt sich auf die gesamte Anlage aus. „Es ist wie bei einer Kaskade“, zieht Vey einen Vergleich zu einem Wasserfall in Form von Stufen. Durch die breiteren Bahnsteige rücken die Gleise zu nah an Bäume heran, diese müssen gefällt werden. 

Was bedeuten die geplanten Änderungen genau?

Anstatt 204 Plätze auf der Park-and-ride-Anlage soll es nur noch 171 geben, davon fünf behindertengerechte. Sollte der Platz nicht ausreichen, können später östlich der geplanten Anlage weitere 86 Stellplätze entstehen. Die Zahl der überdachten Fahrradbügel soll nun mit 104 aufs Doppelte steigen. Die Fahrradgaragen sollen in die Nähe des Eingangs zum südlichen Hochbahnsteig verlegt werden. Die Fläche für die Endhaltestelle wird insgesamt kleiner: 2,23 statt 2,55 Hektar – also so groß wie etwa drei anstatt 3,5 Fußballfelder.

Wo ist die Endhaltestelle der oberirdischen Stadtbahn geplant?

Sie soll an der B 3 südlich der Weetzener Landstraße entstehen, also gegenüber vom Gartencenter Glende.

Müssen Bäume gefällt werden?

Ja, es sind acht Bäume. Die Gleise rücken so nah an die Bäume heran, dass die Kronen der Bäume zur Gleisseite zurückzuschneiden sind. „Die Standfestigkeit solcher halben Bäume wäre nicht gegeben“, heißt es im Erläuterungsbericht. Die Bäume sollen aber ersetzt werden. Ersatzflächen befinden sich in Hemmingen-Westerfeld, Wettbergen und Ronnenberg. Um einen Grünstreifen anlegen zu können, soll es keinen dritten Fahrstreifen auf der Göttinger Landstraße mehr geben.

Was ist mit Parzellen, die für das Projekt benötigt werden?

Für sie gilt bereits eine sogenannte Veränderungssperre. Außerdem hat die Infra ein Vorkaufsrecht.

Gerät der Zeitplan für die Stadtbahnverlängerung nun ins Wanken?

Vey verneint. Die Stadtbahn der Linie 7 werde erstmals Ende 2021 fahren, sagte er. Die Linie verkehrt bis zum Kröpcke in Hannover und zurück. Für die Arbeiten auf der heutigen Bundesstraße 3 muss erst die B-3-Ortsumgehung freigegeben sein, also im Herbst 2019.

Wann soll der Bau der Endhaltestelle beginnen?

Dazu muss die Freigabe der B-3-neu nicht abgewartet werden. Vey zufolge sollen im Herbst 2018 Bäume gefällt werden.

Wird das gesamte Vorhaben durch die Änderungen teurer?

Nein, es soll Vey zufolge bei 58 Millionen Euro bleiben.

Wie bewertet die Stadt Hemmingen die Änderungen?

Die Stadtverwaltung hat keine Einwände, erläutert Axel Schedler, Fachbereichsleiter in der Stadtverwaltung. Auch im Fachausschuss des Rates wurden keine Bedenken geäußert.

Was hat es eigentlich mit der Kiss-and-ride-Anlage auf sich?

Das ist Vey zufolge ein Novum in der Region Hannover. Noch in keiner anderen Stadt sei diese Fläche in der Planung berücksichtigt worden. Hinter dem Begriff verbirgt sich eine Fläche für Kurzzeitparker. Autofahrer sollen dort kurz halten können, um einen oder mehrere Beifahrer ein- oder aussteigen zu lassen.

Wo und bis wann kann man die Pläne einsehen?

Die Pläne sind hier einsehbar.

Von Andreas Zimmer

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