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Zwei Holzhäuschen für den SC Elite

Aktion "Sommereinsatz" Zwei Holzhäuschen für den SC Elite

Den hannoverschen Fußballverein SC Elite kennen die meisten Besucher vermutlich weniger aufgrund der sportlichen Leistungen. Zu den Heimspielen von Hannover 96 nutzen Fans das Vereinslokal an der Stadionbrücke als Treffpunkt. Jetzt halfen die STIFTUNG Sparda-Bank und die HAZ mit einem "Sommereinsatz".

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HAZ-Sommereinsatz beim SC Elite: Der Fussballverein bekommt Trainer- und Mannschaftshäuschen.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Nach den Heimspielen wird bei Elite philosophiert, geschimpft, gelacht. „Dann haben wir etliche Trainer hier, die es besser könnten“, lacht SC Elite-Trainer Karsten Romaus. Im Gästebuch finden sich entsprechende lobende Einträge von ehemaligen 96-Spielern wie Lars Stindl, der eine volle Hütte wünscht. Doch den SC Elite macht mehr aus als sein Vereinslokal. Das wurde vor allem beim „Sommereinsatz“ der STIFTUNG Sparda-Bank Hannover und der HAZ am Wochenende deutlich.

Verein fehlen finanzielle Mittel

Zum ersten Heimspiel der Saison hatte sich der Verein um einen „Sommereinsatz“ vor Ort beworben. Nach drei erfolgreichen Aufstiegen von der vierten in die erste Kreisklasse fehlen dem Verein finanzielle Mittel, um mit dem sportlichen Erfolg auch die Platzverhältnisse zu verbessern. Das Team bat um Unterstützung für neue Auswechselbänke - und bekam sie. Tischlermeister Andreas Ferenz aus Laatzen leitete die Aktion an und schnitt aus eineinhalb Kubikmetern Fichtenholz immer neue Latten zurecht, die die Helfer zu kleinen Häuschen und Unterstände für Spieler und Trainer verbauten. „Wir schauen nicht auf unsere Stunden. Als wir gelesen haben, dass ein kleiner Verein unterstützt werden soll, halfen wir gern“, sagte Ferenz. Das Holz bekam der Verein vom Lieferanten Holz-Müller entsprechend günstig, die Farbe sogar kostenlos. Spieler, Trainer und Fans kümmerten sich derweil um den Rasen und sammelten Müll, pfeilten Holzabsperrungen ab und versiegelten Kunststofffenster mit Silikon.

"Finde diesen Einsatz einfach nur toll"

„Ich finde diesen Einsatz einfach nur toll, und wir haben unfassbares Glück gehabt“, sagte Trainer Romaus. „Denn wir möchten unseren Besuchern ein gepflegtes Gelände bieten.“ Für Romaus ist der „Sommereinsatz“ eine tolle Bestätigung für die Entwicklung des Vereins. „Ich wurde vor dreieinhalb Jahren gefragt, ob ich mich bei Elite engagieren möchte.“ Damals war die Herrenmannschaft in die letzte Liga abgestiegen, Spieler und Funktionäre galten als raubeinig, der Verein kämpfte ums Überleben. „Aber ich habe mir damals das Umfeld angeschaut. Von Hund Wuschel bis zu den vielen Kindern: Alles war sehr herzlich und familiär. Und bei 96-Fans ist das Lokal Kult“, erinnert sich Romaus. Also holte er neue Spieler, integrierte Flüchtlinge und warb für einen Neuanfang im Fußballbereich des Vereins, der 1921 gegründet wurde und mit Boxen und Gewichtheben noch weitere Sparten anbietet.

"Der Verein ist für viele ein Zuhause"

Mancher Spieler wie Rouven Pistol wurde bei einer 96-Heimspiel-Feier gewonnen - und unterschrieb spontan seinen Vertrag auf einem Bierdeckel. „Bei meinem ersten Spiel haben wir 1:11 verloren. Aber der SC Elite ist kein Verein, sondern ein Gefühl, also blieb ich.“ Zehn Jahre ist er seitdem dabei. Pistol wurde zweimal Torschützenkönig und Trainer der A-Jugend. Am Sonnabend half er trotz Schultergelenksprengung.

Solche Geschichten kennt Clubwirtin Anneliese De Becker etliche. „Ich habe drei leibliche Kinder, Elite ist das vierte“, sagte sie. Ein Gast nickte da eifrig: Professor Bernd Schönhofer, Leiter des Lungenkrebszentrums des benachbarten KRH Klinikum Siloah-Oststadt-Heidehaus. Am Sonnabend plante er ein Sommerfest bei Elite für die Mitarbeiter. „Der Verein ist für viele ein Zuhause“, lobte er.

Das Heimspiel gegen Kleefeld verlor der SC Elite knapp. Doch so recht bekümmert schienen Spieler und Trainer am Wochenende nicht. Am Abend feierten sie schon wieder zu Livemusik - in ihrem zweiten Zuhause.

Das ist die Aktion "Sommereinsatz"

Mit der Aktionsreihe „Sommereinsatz“ kümmern sich die HAZ und die STIFTUNG Sparda-Bank Hannover um abgeplatzte Vereinsheimwände, zugewucherte Freibäder, Schmuddel-
ecken. Insgesamt 50 000 Euro werden bei 20 Einsätzen bis Ende September für kleine handwerkliche Eingriffe bei gemeinnützigen Vereinen in Stadt und Umland eingesetzt – 30 000 Euro mehr als im vergangenen Jahr.

Die Finanzierung übernimmt die STIFTUNG Sparda-Bank Hannover, die HAZ kümmert sich um die Koordination der Handwerker und Vereine. Die nächsten Einsätze führen die Redaktion ins Kinderschutz-Zentrum Hannover, zum SV 06 Lehrte und zum Waldkindergarten Barsinghausen. Bei den Einsätzen geht es darum, Wände zu streichen, Heizkörper zu verkleiden, einen Grillplatz zu sanieren und das Dach eines Bauwagens zu erneuern. Die Vereinsmitglieder helfen mit und bereiten derzeit den „Sommereinsatz“ vor.

 möglich; bitte beachten Sie die wenigen, aber wichtigen Förderkriterien. Die Reihe endet am 30. September. Bilder und Videos von den einzelnen Aktionen gibt es auf haz.li/sommereinsatz. Auch bei Facebook und Twitter kann die Aktion unter #HAZSommereinsatz verfolgt werden.

Von Jan Sedelies und Tim Wegener

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Ricklingen in Zahlen
  • Stadtbezirk : Ricklingen, 9. Stadtbezirk von Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 43.422
  • Einwohner je Stadtteil: Bornum (1.363), Mühlenberg (6.582), Oberricklingen (10.327), Ricklingen (12.685) und Wettbergen (12.465)
  • Bevölkerungsdichte : 2.948 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30453, 30457, 30459
  • Markantes aus der Geschichte: Im alten bäuerlichen Dorfkern liegt die Edelhofkapelle aus dem 14. Jahrhundert mit Glasmalereien von Charles Crodel (1960). Im Dreißigjährigen Krieg lagerte Tilly im Wrampenhof an der Düsternstraße. Das Dorf Ricklingen wurde 1913 in die damalige Stadt Linden und mit dieser 1920 in die Stadt Hannover eingemeindet.
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