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Ein halbes Jahrhundert für den Saxonia-Sport

Leonhardt bekommt Verdienstkreuz Ein halbes Jahrhundert für den Saxonia-Sport

Gut 100 Jahre gibt es die Turn- und Spielvereinigung (TSV) Saxonia von 1912 schon - und die Hälfte dieser Zeit hat Hans-Karl Leonhardt mitgeprägt. Er kam als junger Drucker und eifriger Fußballer zu den Saxonen und ist dem Club bis heute verbunden.

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Hans-Karl Leonhardt am Sportplatz der TSV Saxonia.

Quelle: Schwarzenberger

Hannover. Das ist ein Grund für die jüngste von vielen Ehrungen, die Leonhardt in seinem Leben schon erhielt: das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens. Jüngst bekam er die Auszeichnung von Oberbürgermeister Stefan Schostok überreicht. Der Orden ist auch eine Anerkennung dafür, dass der langjährige Vorsitzende seinen Verein durch Zeiten steuerte, die für Sportclubs keine leichten waren.

Leonhardt begann als Kicker beim TSV

Beim TSV begann Leonhardt 1963 als Kicker. Zwölf Jahre später fand sich der Ricklinger auf dem Chefposten wieder. Mit seinen 30 Jahren war er damals der jüngste Vorsitzende eines hannoverschen Sportvereins. Er blieb bis 2015 im Amt. Das Vereinsgeschehen war sein Steckenpferd, er kümmerte sich um Nachwuchsarbeit, den Fußball und einen ganz neuen Trend. „Wegen Boris Becker und Steffi Graf wollten alle plötzlich Tennis spielen. Nächtelang haben wir an unseren neuen Tennisplätzen geplant“, erinnert sich Leonhardt. 1988 war das; der Tennisboom hielt sich einige Zeit. Aber dann flaute er wieder ab, und auch die Faustball- und Fußballsparten schrumpften. „Die herkömmlichen Sportarten lassen seit einiger Zeit stark nach“, findet Leonhardt.

Trendsportarten gehört die Zukunft

Über 500 Mitglieder zählten die Saxonen in früheren Tagen. Mehr Freizeitangebote, der Wunsch nach flexibler Zeitgestaltung und ein randvoll gepackter Wochenplan für Schüler - es gab viele Gründe, warum die Jüngeren öfter wegblieben. Leonhardt und sein Vorstand stellten neue Weichen. Trendsportarten gehört die Zukunft? Dann macht Saxonia eben mit. Der Bogensport ist so ein Trend. 2008 fingen zwei Sportler an, beim TSV eine bescheidene Sparte aufzubauen. Es waren traditionelle Schützen, die ohne technischen Schnickschnack wie Visiereinrichtung aufliefen. Der Zulauf war enorm, inzwischen ist die Bogensparte mit über 100 Schützen die stärkste im Club und nimmt an internationalen Wettbewerben teil. Der TSV zählt wieder 470 Mitglieder.

Integrations-Projekte für Einwanderer

Zum Vereinsleben gehören auch Projekte zur Integration von Einwanderern. Eines davon bescherte dem Verein zwei engagierte Übungsleiterinnen mit ausländischen Wurzeln. Auch Flüchtlinge, die aus den umliegenden Unterkünften den Weg zu den Saxonen fanden, konnten dort trainieren. „Auch mal ohne Gebühren“, sagt Leonhardt. Für die schmelzende Fußballsparte hat sein Club eine Lösung gefunden: die Zusammenarbeit mit den benachbarten Vereinen. Auch deshalb war Leonhardt 2011 Mitinitiator einer Kooperationsvereinbarung mit drei weiteren Ricklinger Clubs. Sein Engagement brachte Leonhardt Sportauszeichnungen, den Ricklinger Bürgerpreis und die Ernennung zum Ricklinger Deichgrafen ein. Der Bezirksrat schlug ihn dann für den Verdienstorden vor. „Den hätte eigentlich meine Frau Elke bekommen müssen.“ Sie habe ihm schließlich immer den Rücken freigehalten. Aber nun trete er ja kürzer. Obwohl, im Vereinsheim der Saxonen ist der 71-Jährige noch immer oft zu finden. So ganz ohne den Ehrenvorsitzenden geht es eben doch nicht.

Von Marcel Schwarzenberger

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Ricklingen in Zahlen
  • Stadtbezirk : Ricklingen, 9. Stadtbezirk von Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 43.422
  • Einwohner je Stadtteil: Bornum (1.363), Mühlenberg (6.582), Oberricklingen (10.327), Ricklingen (12.685) und Wettbergen (12.465)
  • Bevölkerungsdichte : 2.948 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30453, 30457, 30459
  • Markantes aus der Geschichte: Im alten bäuerlichen Dorfkern liegt die Edelhofkapelle aus dem 14. Jahrhundert mit Glasmalereien von Charles Crodel (1960). Im Dreißigjährigen Krieg lagerte Tilly im Wrampenhof an der Düsternstraße. Das Dorf Ricklingen wurde 1913 in die damalige Stadt Linden und mit dieser 1920 in die Stadt Hannover eingemeindet.
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