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Ricklingen Grundschule Stammestraße wird zur Ganztagsschule
Hannover Aus den Stadtteilen Ricklingen Grundschule Stammestraße wird zur Ganztagsschule
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15:00 27.07.2017
Von Saskia Döhner
Die Schülerzahlen an der Grundschule Stammestraße in Ricklingen steigen beständig. Quelle: Rüdiger Meise
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Hannover

Die Grundschule Stammestraße soll nach den Sommerferien als teilgebundene Ganztagsschule für die Jahrgänge drei und vier starten – mit verbindlichem Nachmittagsunterricht dienstags und donnerstags. Für die ersten und zweiten Klassen gibt es ein offenes Ganztagsangebot. Kooperationspartner ist das Stephansstift. Die Kinder werden morgens ab 7 Uhr und nachmittags bis 16 oder 17 Uhr betreut. Es gibt Arbeitsgemeinschaften sowie einen offenen Schülertreff.

Ursprünglich habe die Grundschule schon 2013 auf den Ganztagsbetrieb umstellen wollen, erläutert Schulleiter Helmut Meffert. Damals fehlten aber die baulichen Voraussetzungen. Pünktlich zum neuen Schuljahr sollen Mensa und Freizeitbereich fertig sein, dann entstehen noch vier weitere Klassenräume. Übergangsweise müssen Container aufgestellt werden.

Viele Ganztagsschulen und viele Horte

Im Westen der Stadt gibt es relativ viele Ganztagsschulen und Horte: Die Wilhelm-Busch-Schule in Oberricklingen kooperiert wie die Grundschule Stammestraße bei der Nachmittagsbetreuung mit dem Stephansstift. Etwa zwei Drittel der Schüler nutzen die Angebote, zudem gibt es drei Horte. Die Grundschule Wettbergen ist Ganztagsschule, der Caritasverband bietet die Nachmittagsbetreuung an. An der Henning-von-Tresckow-Schule ist es der Stadtsportbund, 90 Prozent der Schüler nehmen teil. Zusätzlich gibt es im Bezirk vier Horte.

Am schlechtesten ist der Versorgungsgrad mit Ganztagsangeboten in Mühlenberg: Hier sind es nur 26,7 Prozent. Die Grundschule Mühlenberg war in die Schlagzeilen geraten, weil sich Eltern über die Verhältnisse beschwert hatten. Nun soll die Umstellung auf Ganztag deutlich früher kommen als geplant. Die Familien in Linden und Limmer sind gut mit einer Ganztagsbetreuung versorgt, die Quote liegt zwischen 70 (Linden-Nord) und 144 (Linden-Süd) Prozent. Die Gebrüder-Körting-Schule und die Friedrich-Ebert-Schule in Badenstedt sowie die Grundschule In der Steinbreite sind bereits Ganztagsschulen, die in Ahlem will es irgendwann werden.

Die Eltern hätten darauf gedrängt, dass die Grundschule zur Ganztagsschule werden soll. Die vier Horte im Stadtteil seien hoffnungslos überbucht, sagt der Schullleiter. Für viele Kinder könnten auch die Bildungschancen gesteigert werden, wenn sie länger in der Schule blieben. „Viele Schüler sind nach der Schule sonst alleingelassen.“ Die Möglichkeit, zunächst mit einem teilgebundenen Schultag zu starten, lasse die Landesschulbehörde nicht mehr zu, sagt Meffert. Das wäre ihm lieber gewesen, statt gleich mit zwei Pflichttagen zu beginnen.

Schülerzahlen wachsen weiter

Die Schule verzeichnet wachsende Schülerzahlen: Mindestens vier Klassen pro Jahrgang prognostizieren die Experten. Zurzeit sind es 305 Schüler, nach den Ferien werden es bis zu 320 sein. In der Mensa können 100 Kinder essen, das Essen liefert der Caterer „Vom Feinsten“.

Schon 2008 war die Sanierung des Gebäudes aus dem 19. Jahrhundert beschlossen worden. Rund 5,5 Millionen Euro investiert die Stadt in die Grundschule Stammestraße, dies dürfte die teuerste für die Stadt werden.

Die Stadt hat die Zusammenführung von Grundschulen und Horten beschlossen. Damit will sie bis zu 10 Millionen Euro einsparen. Es ergebe keinen Sinn, dass Schulen nachmittags leer stünden und Horte erst nachmittags belegt seien, sagt Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski. Adam Wolf (Piraten), Vorsitzender des Bildungsausschusses, sieht in dem Plan „ein großes Sparprogramm“. Er plädiert dafür, die Horte zu erhalten. Viele Kinder wollten gar nicht den ganzen Tag in der Schule sein. Im Hort träfen sie zudem andere Kinder aus dem Viertel.

Mehr Kinder in der Ganztagsbetreuung

Die Verwaltung hat nun die Ganztagsversorgung der Grundschüler ermittelt. Demnach waren im Schuljahr 2015/16 insgesamt 61,1 Prozent in der Ganztagsbetreuung, davon 34,3  Prozent (gut 6000 Kinder) an Ganztagsschulen und 23  Prozent (4000) im Hort. Gut die Hälfte der Grundschulen hat mittlerweile auf Ganztagsbetrieb umgestellt, bislang sind dies zumeist offene Angebote.

Im laufenden Schuljahr unterstützt die Stadt die Horte mit 16 und die Ganztagsgrundschulen mit 9 Millionen Euro. Das Land beteiligt sich an den Kosten für eine Ganztagsschule mit 75 Prozent, die übrigen 25 Prozent übernimmt die Kommune. Bei den Horten schießt das Land 20 Prozent der Kosten für das pädagogische Gruppenpersonal zu.

„Die Stadt wird keinen Hort schließen“, sagt Rzyski. Es könne aber sein, dass Horte in Kitas oder Krippen umgewandelt würden, wenn die Anmeldungen zurückgingen. Dass die zurückgehen, meint Schulleiter Meffert. Schließlich seien Ganztagsschulen für Eltern kostenlos und Horte nicht.

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