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Im Bezirk wird weiter für Flüchtlinge gebaut

Ricklingen - Wettbergen - Oberricklingen Im Bezirk wird weiter für Flüchtlinge gebaut

Trotz stagnierender Zahlen werden im Stadtbezirk Ricklingen weiter neue Plätze in Flüchtlingsunterkünften geschaffen. Umstritten ist vor allem der Neubau des Flüchtlingsheims auf dem Parkplatz am Kneippweg im Stadtteil Ricklingen. Es ist die vorerst letzte geplante Unterkunft im Bezirk.

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Die Unterkunft an der Wettberger Tresckowstraße wird zurzeit um einen Neubautrakt erweitert.

Quelle: Marcel Schwarzenberger

Hannover. Derzeit leben rund 3800 Flüchtlinge mit mehr als 60 verschiedenen Nationalitäten in den auf alle Bezirke verteilten Unterkünften der Stadt. Die Phase, in der die Verwaltung zahlreiche Flüchtlingsheime zeitgleich planen musste, ist erst mal vorbei. Allerdings geht es am Kneippweg vermutlich Anfang 2018 wieder los: Dann wird die Stadt die vorerst letzte Flüchtlingsunterkunft im Stadtbezirk bauen lassen.

Integration ist ein langer Prozess

Es gibt viele Faktoren, die das Leben eines Geflüchteten schwierig machen. Einen Wohnraum zu finden, der den Bedürfnissen entspricht, ist nur einer davon. Der Markt für preiswerte Wohnungen für Singles oder Familien ist heiß umkämpft in Hannover, zumal derzeit zugleich noch ein neuer Jahrgang Studienanfänger nach Wohnraum sucht. Das mindert auch die Chancen für Geflüchtete, die eine Aufenthaltsgenehmigung in der Tasche haben und eigentlich die Unterkünfte wieder verlassen müssten. Nicht minder wichtig ist die Frage, wie es für die Menschen persönlich weitergeht. Integrationskurse, Integrationsmanagement, die Betreuung durch Freiwillige – es gibt städtische und ehrenamtliche Angebote. Dennoch ist jeder Schritt nach vorn oft eine zähe Angelegenheit. Immerhin betrügen die Wartezeiten für Integrationskurse nicht länger als drei Monate, sagt Stadtsprecherin Michaela Steigerwald. „Schwierig ist immer noch der Zugang zu Alphabetisierungskursen und zu Integrationskursen mit Kinderbetreuung.“ Sprachkenntnisse sind existenziell wichtig in der Gemeinschaft der Einwanderer – mit bestandenen Prüfungen fällt der Zugang zum Arbeitsmarkt deutlich leichter. Viele starteten mit einem Minijob in Branchen wie Gastronomie und Logistik, sagt Steigerwald. Nach und nach würden für Geflüchtete auch Ausbildungsverträge unterschrieben.

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In Wettbergen ist dagegen die Vergrößerung einer bereits 2015 eröffneten Anlage fast vollendet. Und in der ersten Unterkunft für Geflüchtete und Asylbewerber im Bezirk – an der Munzeler Straße – bereiten sich Bewohner und Nachbarn wieder einmal auf ein Sommerfest vor.

  • Wettbergen: Nach beinahe zwei Jahren wird es in der rot-weiß gestrichenen Flüchtlingsunterkunft weniger eng. Bis Anfang September stellt die städtische Baugesellschaft Hanova den Erweiterungsbau an der Tresckowstraße fertig. Dieser Bauabschnitt solle den ersten Trakt entlasten, sagt Stadtsprecherin Michaela Steigerwald. Die Unterkunft war ursprünglich für 50 Menschen ausgelegt. Im Zuge der Flüchtlingskrise wurde sie dann kurzerhand zur Unterbringung von bis zu 100 Menschen bestimmt. „Diese Zahl wird aber derzeit gar nicht erreicht“, betont Bezirksbürgermeister Andreas Markurth. Dennoch: Die Verhältnisse waren bislang beengter als geplant. Durch den Anbau dürfte es bald sogar einige freie Plätze in dem Komplex geben. „Diese werden für neu zugewiesene Flüchtlinge, Familiennachzüge und interne Umzüge genutzt“, erklärt Stadtsprecherin Steigerwald.
       
  • Ricklingen: Das Freibad und der Betreiberverein Aegir können die aktuelle Badesaison ohne Einschränkungen hinter sich bringen. Im kommenden Jahr wird es wegen des Neubaus des geplanten Flüchtlingsheims auf dem Parkplatz am Kneippweg deutlich weniger Raum für Besucherfahrzeuge geben. Wie die zu erwartenden Verkehrsprobleme entschärft werden können, ist noch niemandem so recht klar. Auch deshalb haben die Badbetreiber, vor allem aber die Anwohner in den vergangenen gut zwei Jahren mehrfach gegen die Flüchtlingsunterkunft geklagt. Immerhin will die Stadt die dritte Unterkunft im Stadtbezirk kleiner bauen als zunächst vorgesehen. Nicht vier, sondern drei Baukörper entstehen 2018. Bis zu 80 Menschen werden in dem Neubau untergebracht.
      
  • Oberricklingen: Fast 40 Menschen leben derzeit in dem früheren Bunker an der Munzeler Straße. Am Sonnabend, 12. August, wollen die Bewohner, die Betreiber vom DRK, Nachbarn und der Helferkreis Munzeler Straße gemeinsam ein Sommerfest feiern. Es ist nicht das erste Fest in der gut fünfjährigen Geschichte der Unterkunft. Und wohl auch nicht das letzte. „Eine Auflösung ist derzeit nicht geplant“, sagt Stadtsprecherin Steigerwald. Noch immer gibt es in der Stadt großen Bedarf an dauerhaften Betreuungsplätzen – vor allem mit Blick auf die noch bevorstehende Auflösung vorübergehender Unterkünfte wie das frühere Maritim-Hotel in der City. In Oberricklingen, sagt Bezirksbürgermeister und Helferkreis-Sprecher Markurth, sei die Unterkunft nach wie vor akzeptiert: „Es gibt keine Beschwerden.“ Die Freiwilligen und das DRK besprechen vor allem alltägliche Probleme. Es geht bei Treffen und gemeinsamen Begehungen etwa um die Ausstattung der Räume und die Küchennutzung. Die meisten Bewohner seien im Stadtteil angekommen und bräuchten immer weniger Hilfe zur Erstorientierung, sagt Markurth. Abhängig von ihren Asylverfahren rücken andere Themen in den Vordergrund: „Es geht um Einzelbetreuung, Job- und Wohnungssuche sowie Weiterbildung.“

Von Marcel Schwarzenberger

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Ricklingen in Zahlen
  • Stadtbezirk : Ricklingen, 9. Stadtbezirk von Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 43.422
  • Einwohner je Stadtteil: Bornum (1.363), Mühlenberg (6.582), Oberricklingen (10.327), Ricklingen (12.685) und Wettbergen (12.465)
  • Bevölkerungsdichte : 2.948 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30453, 30457, 30459
  • Markantes aus der Geschichte: Im alten bäuerlichen Dorfkern liegt die Edelhofkapelle aus dem 14. Jahrhundert mit Glasmalereien von Charles Crodel (1960). Im Dreißigjährigen Krieg lagerte Tilly im Wrampenhof an der Düsternstraße. Das Dorf Ricklingen wurde 1913 in die damalige Stadt Linden und mit dieser 1920 in die Stadt Hannover eingemeindet.
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