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Investitionen in Schulen dringend nötig

Bezirk Ricklingen Investitionen in Schulen dringend nötig

Die Forderungen an die Stadtverwaltung, in die Schulstandorte des Stadtbezirks Ricklingen zu investieren, mehren sich. Die Grundschulen Mühlenberg und Wettbergen brauchen dringend Platz und am Besten solle die Mühlenberger Grundschule zur Ganztagsschule werden.

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In die Grundschule Wettbergen (Bild) soll ebenso investiert werden wie in die Grundschule Mühlenberg.

Quelle: Archiv

Hannover. Nach heftigen Diskussionen zur Lage in Mühlenberg – in jüngster Zeit wurde unter anderem bei einem HAZ-Forum Kritik am Bildungswesen im Stadtteil laut – hat auch der Bezirksrat Ricklingen Wünsche geäußert. Er will unter anderem Investitionen in der Grundschule Wettbergen sowie an der Grundschule Mühlenberg sehen. Auch das Gebäude der zur Schließung vorgesehenen Martin-Luther-King-Förderschule in Oberricklingen soll als Schulstandort weiter eine Rolle spielen.

Bereits im Mai forderte der Bezirksrat auf CDU-Antrag, die Erweiterung der Grundschule Wettbergen zu planen. Die Einrichtung leidet unter Platzmangel. Immer mehr Kinder werden dort unterrichtet; rund 350 sind es derzeit. Die Stadt lässt im Sommer zunächst eine neue Containeranlage für sechs Klassen errichten. Das könne kein Dauerzustand sein, bemängelte die CDU. Auch die übrigen Fraktionen sehen das so. Mit einer Einschränkung: „Es dürfen keine Zielkonflikte entstehen“, betonte Frank Weber (SPD). Schon lange stünden andere Projekte im Fokus. So wartet die Grundschule Mühlenberg seit Jahren auf einen Ausbau, vorgesehen sind Mensa und Räume für Ganztagsangebote.

Pläne für Mühlenberg

„Die aktuelle Situation zeigt, dass hier sofort gehandelt werden muss“, sagte SPD-Fraktionschefin Sophie Bergmann nun in der jüngsten Bezirksratssitzung. Für die Mühlenberger Grundschule sollen deshalb umgehende Planungen für eine Sanierung oder einen Neubau – sofern nötig – starten. Das forderte das Gremium einmütig auf Antrag der Kooperation aus SPD, Grünen, FDP, Piraten und Linken. Immer wieder hatte die Stadt solche Planungen verschoben; im gesamten Stadtgebiet standen Bauvorhaben im Schulsektor weiter oben auf der Prioritätenliste. Im Zuge der Debatte um dramatische Zustände in der städtischen Kita am Canarisweg – die Einrichtung leidet unter anderem dadurch, dass Müll von Nachbarn aufs Gelände geworfen wird – kritisierten jüngst auch hannoversche Bildungsexperten die Situation im Stadtteil. Sie bescheinigten dem Mühlenberg einen „pädagogischen Notstand“ und forderten unter anderem, dass die Grundschule schleunigst einen Ganztagsbereich bekommt. Die Verwaltung visierte bislang einen Planungsbeginn im Schuljahr 2020/2021 an.

Eine Konsequenz hat die Stadt allerdings bereits gezogen: Sie will ab August dieses Jahres multiprofessionelle Teams an verschiedene Schulen schicken. Dazu gehören die Grundschule Mühlenberg und die Peter-Ustinov-Oberschule in Ricklingen. In diesen Teams arbeiten auch Ergotherapeuten und Logopäden. Sie sollen sich um die vielen Schüler kümmern, die Deutsch nicht als Muttersprache kennen.

Schulen müssen sich noch gedulden

Bis zu einer endgültigen Entscheidung bleibt aber vorerst noch offen, wann die Mühlenberger Schule tatsächlich mit einer Erweiterung rechnen kann – und die Grundschule Wettbergen muss sich ebenfalls gedulden. Theoretisch könnte die überfüllte Schule in gut einem Jahr auf andere Weise entlastet werden: Im Juli 2018 schließt die Martin-Luther-King-Förderschule ihre Pforten. Die städtischen Lernförderschulen schrumpfen seit Jahren; im übernächsten Schuljahr werden die verbliebenen Schüler zur Bothfelder Albrecht-Dürer-Schule geschickt. 2022 ist auch dort Schluss. Die Gebäude der Förderschule sollen aber weiterhin für Schulzwecke genutzt werden.

Die Stadt solle nun auch prüfen, wie dieser Standort überfüllten Schulen am besten nützen könne – auch das hat der Bezirksrat Ricklingen jetzt einstimmig gefordert. Ob dort eine neue Grundschule oder eine Außenstelle für eine weiterführende Schule eröffnet wird, das soll die Verwaltung entscheiden.

Von Marcel Schwarzenberger

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Ricklingen in Zahlen
  • Stadtbezirk : Ricklingen, 9. Stadtbezirk von Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 43.422
  • Einwohner je Stadtteil: Bornum (1.363), Mühlenberg (6.582), Oberricklingen (10.327), Ricklingen (12.685) und Wettbergen (12.465)
  • Bevölkerungsdichte : 2.948 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30453, 30457, 30459
  • Markantes aus der Geschichte: Im alten bäuerlichen Dorfkern liegt die Edelhofkapelle aus dem 14. Jahrhundert mit Glasmalereien von Charles Crodel (1960). Im Dreißigjährigen Krieg lagerte Tilly im Wrampenhof an der Düsternstraße. Das Dorf Ricklingen wurde 1913 in die damalige Stadt Linden und mit dieser 1920 in die Stadt Hannover eingemeindet.
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