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Schüler und Flüchtlinge bauen Brücken

Verbinden und vernetzen Schüler und Flüchtlinge bauen Brücken

Mit einem Brückenbauprojekt brachte die Peter-Ustinov-Schule Schüler aus Sprachlernklassen, Flüchtlinge aus der Unterkunft Munzeler Straße, Gewerbetreibende, Auszubildende und Ricklinger zusammen. Einen Nachmittag lang widmeten sich die Teilnehmer in mehreren Gruppen dem Bau kleiner Brücken.

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Ihre Brücke hat Räder und Ringe: Asthi Hassen, Till Stein, Johannes Löser und Lilav Ahmo (von links).

Quelle: Schwarzenberger

Hannover. Der Schauspieler Sir Peter Ustinov gründete 1999 eine Stiftung, die weltweit Kindern hilft. Nach ihm sind deutsche Schulen benannt, die sich dem Thema soziale Verantwortung besonders kreativ nähern. Eine davon, die Ricklinger Peter-Ustinov-Schule, hätte mit ihrem jüngst aufgelegten Brückenprojekt vermutlich viele Sympathiepunkte von Sir Peter bekommen, wäre der Mime noch am Leben. Es ging einerseits um den Bau von Brückenmodellen; für junge Schüler durchaus eine Herausforderung. Andererseits waren da die Beteiligten: Schüler aus Sprachlernklassen, Flüchtlinge aus der Unterkunft Munzeler Straße, Gewerbetreibende, Auszubildende und Ricklinger. Mehr Vielfalt geht kaum.

Einen Nachmittag lang widmeten sich die Teilnehmer in mehreren Gruppen dem Bau kleiner Brücken. Die Brücke ist zudem ein Symbol für das Verbinden und Vernetzen. Genau so war auch die Auswahl der Beteiligten gedacht. Johannes Löser, im Stadtteil unter anderem für seine „Fettbemme“-Kulturreihe bekannt, und Sophie Bergmann von der SPD-Fraktion im Bezirksrat Ricklingen waren dabei. Dazu kam Frank Oettinger vom Sanitärtechnikbetrieb Carl Oettinger, der zwei Auszubildende und technischen Sachverstand mitbrachte.

Hauptschule wird zur Oberschule

Azubi Till Stein, Löser und die beiden Sprachlernschüler Lilav Ahmo und Asthi Hassen machten das Rennen. Ihre handgemachte Kunst-Brücke, wegen schmückender Ringe und ihres eigenwilligen Designs so genannt, wurde von einer Jury zum schönsten Modell gewählt. Doch eigentlich ging es ohnehin um das gemeinsame Reden, Konstruieren und Austauschen. „Ab nächstem Schuljahr sind wir offiziell Stadtteilschule. Da passt ein solches Treffen ganz ausgezeichnet“, sagte Rektorin Karin Haller. Nach den Sommerferien wird die Ustinov-Hauptschule in eine Oberschule umgewandelt und bietet für Ricklinger Kinder auch einen Realschulzweig an.

Zur Verfügung standen den Konstrukteuren mehrere Technikbaukästen, wie sie unter anderem bei Lehrerfortbildungen gebraucht werden. Auch die Ustinov-Schule hat so etwas. „Die wollten wir auch für Schüler nutzen“, sagte Lehrerin Nicola Mey. Sie ist zudem Mitglied beim Verein Kind-Wissen-Zukunft (KiWiZ), den der frühere hannoversche Messechef Sepp Heckmann 2008 gegründet hatte, um bei Kindern und Jugendlichen die Neugierde auf Technik und Naturwissenschaften zu fördern. KiWiZ stiftete Baumaterial für das Brückenbauprojekt, Unterstützer waren auch der Stadtbezirksmanager Joachim Sievers sowie die Interessengemeinschaft (IG) Ricklinger Kaufleute, deren Vorsitzende Christa Porps wiederum dem Helferkreis für das Flüchtlingsheim in Oberricklingen angehört - und von dort junge Erwachsene ins Projekt holte. Das Netzwerk war damit perfekt, fand Schulrektorin Haller. „Das kann gern ein Auftakt für weitere Projekte werden.“

Von Marcel Schwarzenberger

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Ricklingen in Zahlen
  • Stadtbezirk : Ricklingen, 9. Stadtbezirk von Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 43.422
  • Einwohner je Stadtteil: Bornum (1.363), Mühlenberg (6.582), Oberricklingen (10.327), Ricklingen (12.685) und Wettbergen (12.465)
  • Bevölkerungsdichte : 2.948 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30453, 30457, 30459
  • Markantes aus der Geschichte: Im alten bäuerlichen Dorfkern liegt die Edelhofkapelle aus dem 14. Jahrhundert mit Glasmalereien von Charles Crodel (1960). Im Dreißigjährigen Krieg lagerte Tilly im Wrampenhof an der Düsternstraße. Das Dorf Ricklingen wurde 1913 in die damalige Stadt Linden und mit dieser 1920 in die Stadt Hannover eingemeindet.
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