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Ricklingen Viel Herzblut für Stadtteilgeschichten
Hannover Aus den Stadtteilen Ricklingen Viel Herzblut für Stadtteilgeschichten
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00:15 26.06.2016
Ausgezeichnet: Andreas Markurth (Mitte) mit Alfred Hagemann und Sigrid Eichstädt. Quelle: Jan Philipp Eberstein
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Hannover

Der 9. Februar 1946 war ein Montag. Alfred Hagemann hatte am Vortag seinen neunten Geburtstag gefeiert und freute sich darauf, nach der Schule mit seinem Geschenk, einer Eisenbahn, zu spielen. Doch die elterlichen Bäckerei an der Nordfeldstraße wurde von Fluten umspült. Erst rollte die Hochwasserwelle durch die Straße, später ein Panzer der britischen Besatzungstruppen. Der junge Alfred erlebte mit dem Ricklinger Jahrhunderthochwasser seinen ersten historischen Augenblick. Viele Jahre später hält ihn die Geschichte seines Heimatstadtteils immer noch in Bann. So sehr, dass Hagemann Bücher über Ricklingen schrieb, um die Erinnerung an das einstige Dorf zu bewahren. Als Ortschronistin hat sich auch die Mühlenbergerin Sigrid Eichstädt hervorgetan. Beide bekamen jüngst für ihr Engagement den diesjährigen Bürgerpreis des Bezirksrats Ricklingen verliehen.

Große Runde im Stadtteilzentrum

Politiker, Freunde und Familien der Preisträger, Vereinsvertreter - Bezirksbürgermeister Andreas Markurth hatte zu einer großen Runde in das Stadtteilzentrum Ricklingen eingeladen. Seit Markurths Vorgänger Werner Bock den Preis 1995 initiierte, schlagen Bürger jedes Jahr Kandidaten für die mit 1000 Euro dotierte Auszeichnung für gesellschaftliches Engagement vor. Die Vergabe zelebrieren Ricklingen Bezirksbürgermeister seit jeher als Gesellschaftsevent. Diesmal also teilen sich zwei Freizeithistoriker die Anerkennung.

Hagemann genießt einen guten Ruf als Kenner des alten Ricklingens. Der Ursprung seiner Sammelleidenschaft für Stadtteilgeschichte seien alte Fotos aus Familienbesitz gewesen, berichtete er. Vor allem nach der Verpachtung der Familienbäckerei in den Neunzigerjahren ging Hagemann immer zielstrebiger vor. Für Ausstellungen mit Fotos erbat bei Nachbarn, Freunden und anderen Bürgern um Material, das bis weit ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Der leidenschaftliche Fotograf ergänzte historische Fotos mit aktuellen Bildern. „Ricklingen - gestern und heute“ lauteten denn auch die gut besuchten Ausstellungen im Kirchenladen. Bücher erschienen, die Hagemann selbst gestaltete. Mit Markurth war er im vorigen Jahr zum ersten gemeinsamen historischen Stadtteilrundgang in Ricklingen unterwegs - begleitet von einer großen Teilnehmergruppe. „Alfred, das müssen wir wiederholen“, sagte der Bezirksbürgermeister.

Eichstädt engagierte sich als Zeitzeugin

Sigrid Eichstädt legte vor einigen Monaten die zweite, aktualisierte Fassung ihrer Mühlenberg Chronik vor. Klaus Vespermann, der damalige des Mühlenberger Stadtteilzentrums „Weiße Rose“ habe sie 1995 um eine erste Chronik für den 30. Stadtteilgeburtstag gebeten, erzählte Eichstädt. Mit Akribie sammelte sie Material aus den Pioniertagen Mühlenbergs und zeichnete seine Entwicklung nach. Und legte auch bewusst den Finger sowohl auf schwierige Phasen beim Bau des ehrgeizigen Wohnprojekts, aber auch auf die schönen Seiten eines Stadtteils, der dann und wann mit seinem Ruf zu kämpfen hat. Die Ortschronistin kennt seine Vorteile, wie Markurth sehr genau weiß: „Als Zeitzeugin der ersten Minute engagierte sie sich für ein funktionierendes Miteinander der Menschen auf dem Mühlenberg“, sagte er.

Von Marcel Schwarzenberger

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